1794 Nachträge Franzosen

24.10.2017

1738 Dez 30 Ein- und Ausfahrten in die Residenzstadt Bonn        3

1748 Caroline von Satzenhofen        3

1786 »Bellerbusch«        3

1789 April 01 C. A. von Schall zum Portrait des Kurfürsten Max Franz        4

1789 Aug J. H. Campe: »Briefe aus Paris zur Zeit der Revolution geschrieben«        5

1790 Georg Forster: »Bemerkungen über den neuen [französischen] Gemeingeist«        8

[1792] Briefe eines Reisenden an seinen Freund über den Aufenthalt beim Godesberger Gesundheitsbrunnen        9

1793 K. A. Zwierlein: Allgemeine Brunnenschrift für Brunnengäste und Ärzte: Godesberg        36

1793 F. Cotta »Von der Staatsverfassung in Frankreich«        38

1794 Okt 08 Gillet zu Assignaten        40

1794 Nov 13 Pigeon zu Assignaten        41

1795 Goethe: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter        41

[1795] Liste der Grundstücke und ihre Eigenschaften        42

1796 Jan 09 Spendenaufruf der Munizipalität        46

1796 Feb 07 Spenden für die Armen        46

1796 Mai 20 Gerolt: Precapitulation générale        48

1796 Mai 24 Finanzdirektor Gerard: Vermerk        48

1796 Mai 28 Kommissar Blachare : Vermerk        49

1796 Juni 02 Bezirksverwaltung Bonn an Munizipalität Bonn        49

1796 Juli 04 Mittelagent Chauvel an die Stadt Bonn        51

1797 April 05 Intermediär-Kommisssion beschliesst Arrondissements        51

1797 Juni 10 F.R.Dahmen an Pfarrer Dr. Wagener        52

1797 Okt 15 Éloge funèbre du Général Hoche        53

1797 Nov 13 »Souveränitätserklärung des Volkes zwischen Maas, Rhein und Mosel«        57

1797 Nov 26 Augereau hebt Mittelkommission auf        58

1801 Jan 09 Rede des Bürger Boucqueau, Präfect des Rhein-und Mosel-Departements, gehalten bei Gelegenheit der Installirung des Maire’s der Gemeinde Bonn [Johann Josef Eichhoff]        59

1801 Jan 09 Eichhoff: Antwort        62

1802 J.-B. Maugérard: »Livres imprimes choisis pour la Bibliothèque Nationale«        63

1802 J.-B. Maugérard: »Liste des livres et manuscrits«        66

1802 J.-B. Maugérard: »Liste des principales éditions du 15 siècle qui manquent a la Bibliothèque nationale«        73

1805 Nov Beethoven an Fürstin Liechtenstein        75

1809 Autel de la Victoire: Description        76

1811 Feb 08 Police générale an Präfekt        83

1811 Nov 06 Napoleon „Note sur Cologne“        84

1814 Th. Körner: Leier und Schwert        85

1824 April 29 F. Ries an N. Simrock        85

1837 Richard: Manuel du Voyageur        86

1894 Einmarsch der Franzosen am 8.10.1794        86

Literaturverzeichnis        92

Anmerkungen        93

 

1738 Dez 30 Ein- und Ausfahrten in die Residenzstadt Bonn1

IHre Churfürstl. Durchl. etc. Unser gnädigster Herr befehlen hiermit, daß in Dero Churfürstl. Residentz niemand hineinfahren solle, als

und alle Gutschen, so Churfürstl. Liberey tragen, doch soll im Herein- und Ausfahren kein Laquay hinten auff der Gutschen stehen bleiben, sonderen vor dem Thor absteigen, und zu Fuß ein- und ausgehen. Urkund gnädigsten Hand-Zeichens, und vorgetruckten Geheimen Cantzley-Insiegels. Bonn den 30. Decembris 1738.

ClemenT August Churfürst.

{L. S.}

V[idi]t Freyherr von Walbott zu Bornheim.

1748 Caroline von Satzenhofen

Eine Ebene tiefer mit ähnlichen Vorzeichen dauerte die Liaison der Vilicher Äbtissin Caroline von Satzenhofen (1728-1785) mit dem kurkölnischen Ersten Minister Caspar Anton von Belderbusch über 20 Jahre: von 1748 bis zum Tod Belderbuschs 1784. Beiden war eine Ehe verwehrt: ihr als Äbtissin eines Damenstifts, ihm als Ritter des Deutschen Ordens. Die Liaison war allgemein bekannt, Caroline hatte auch in dem von Belderbusch erbauten Schloss Miel ein eigenes Schlafzimmer. Sie hinterliess ihrem Universalerben Anton von Blederbusch u.a ein Kapitalvermögen von 80.000 rheinischen Gulden, dazu zwei Häuser in Bonn (Am Hof und Vierecksplatz). Caroline und Caspar Anton wurden in der 1812 niedergelegten Kirche St. Martin beigesetzt. - siehe [ CITATION Pen1 \l 1031 ].

1786 »Bellerbusch«2

Der Minister von Belderbusch3 spielte unter der Regierung des Churfürsten von Cöln, Maximilian Friedrich, Graf von Königsegg-Rothenfels, eine ansehnliche Rolle, that was er wollte, führte das Ruder, und der Churfürst [1761-1784] sagte nur ja und Amen! Was auch derselbe unternahm, wurde alles gut geheissen, es mochte Freude oder Leid bringen. Jede Beschwerde, jedes Gesuch wurde von dem Churfürsten ungehört und ungelesen abgegeben. Sonach konnte es nicht fehlen, daß Belderbusch mehr sein, als seines Herrn Interesse suchte. Niemand durfte daher, nahte er sich nicht mit einem goldenen Schlüssel zu dem Thore des Belderbusch, die Erhörung seines Gesuchs sich versprechen.
So lies er sich von einem, der in Bonn gern Rentmeister werden wollte, 8.00 Rthlr. bezalen. Der Mann bekam die Bedienung, verstarb nach 8 Jahren, und hinterließ eine Wittwe mit einem Sohne in den ärmsten Umständen. Unter Maximilian Friedrich war an keine Verbesserung […]4 zu denken, sondern seinem erhabenen Nachfolger, dem Erzherzog von Osterreich, und jezzigen Churfürsten von Cöln Maximilian Xaver5 war es vorbehalten Mutter und Sohn einen glückliche Lage zu schenken.
Die Wittwe erzählte treuherzig dem Churfürsten Maximilian ihren Kummer, und hielt bey demselben mündlich an, ihren Sohn mit der Renteibedienung seines verstorbenen Vaters, die noch unbesetzt war, zu begnadigen. Sie hätte dann Hofnung ehrlich durch die Welt zu kommen, und jeden ihrer Nebenmenschen gerecht zu werden. Auf Befragen, woher ihr Verfall hauptsächlich entstanden, fügte sie hinzu, ihr Mann habe die Bedienung nur 3 Jahre verwaltet, und sey mit Aufopferung ihres Vermögens dadurch vorzüglich grundarm geworden, daß er die Bedienung für 8.00 Rthlr. erkaufen müssen. Erkaufen ? – sagte der Churfürst, wer hat denn dafür das Geld erhoben? Der ehemalige Minister von Belderbusch war die Antwort, der den Hofjuden [Simon Baruch] zur Eincassirung solcher Gelder hielt, und auch durch diesen quitiren ließ. Sogleich wurde die strengste Untersuchung vorgenommen, und es war ein Glück für Belderbusch, daß er sich bereits zu seinen Vätern versammelt hatte [1784], denn man fand, daß auch nicht ein Kreuzer davon zur Churfürstlichen Casse geflossen war. Der Mauschel6 wurde zur Verantwortung vorgeladen, und ihm seine über die 8.00 Rthlr. ausgestellte Quitung, welche die Wittwe des Endes einsenden müssen, vorgelegt. Er erkannte dieselbe als die seinige, führte aber dabei an, daß der Minister zur Erhebung solcher Gelder ihn immer gebraucht hätte, wofür er zwar den Leuten hätte quitiren müssen, indessen wäre er doch jedesmal über die richtige Ablieferung von dem Minister wiederum mit einem Schein versehen worden, den er auch über diese 8.000 Rthlr. in Händen hätte. Der Jude wurde angewiesen, den Schein vorzuzeigen. Er ging, strich sich den Bart, suchte seine Papiere durch, fand ihn und überlieferte denselben. Jetzt hatte er, indem er entlassen wurde, seine Angst überstanden. Nun wurden der Rentmeisterin die 8.000 Rthlr. auf die Churfürstliche Casse angewiesen, ihr Sohn bekam, nach angestellter Prüfung, den Dienst seines Vaters, und den Erben des Ministers Belderbusch wurde aufgegeben, innerhalb 2 Wochen, den für sie gethanen Vorschuß der Churfürstlichen Casse, ohne alle Umstände, zu ersezzen, welches auch binnen der gesezten Frist geschehen.

1789 April 01 C. A. von Schall zum Portrait des Kurfürsten Max Franz7

Mittwoch, 1dn April 1789. Da das Jahr des Directoriums des H[errn Clemens August] v[on] Schall nunmehro verfloßen war, so hielte er an die versammelte Mitglieder eine kleine Anrede, worin er denselben für das ihm dieses Jahr hindurch geschenkte Zutrauen und für die mit ihm gehabten Nachsichten kürzlich seinen wärmsten Dank abstattete; er freute sich zugleich noch beym Schluße seines Vorsitzes das Vergnügen zu haben, der Gesellschaft ein Mittel angeben zu können, wodurch sie in den Stand versetzt werde, ihre Erkenntlichkeit gegen Ihro kurfürstliche Durchlaucht wegen des Beliehenen gnädigsten Schutzes, und Seiner empfangenen Wohltathen durch Beschaffung eines Portraits endlich einmal an den Tag legen zu können:

Es habe sich nemlich ein Sicheres Mitglied, welches aber ein für allemal unbekannt zu bleiben wünsche, aus Überzeugung, daß der Kassenbestand für ein solches Portrait nicht hinreiche, erboten, hierzu den nöthigen Vorschuß zu thun: und zwar so, daß der Gesellschaft frey gestellt bleibt die Form des anzuschaffenden Portraits.

Direktor sezde nun die Einwilligung sämtlicher Mitglieder wegen Anschaffung des Portraits, da die Sache an sich von keinem vernünftigen Widerspruch leide, zum Voraus und trug so dann der Gesellschaft zween Wege vor, wie sich dieselbe über die Größe, Schönheit und sonstige Eigenschaften des Portraits wohl am leichtesten bereinigen, und die Anschaffung desselben am füglichsten befördern könnte, nemlich es entweder dem Ausschuße zu überlaßen, oder einem jeden frey zu stellen durch den Depositen Kasten seine Meinung hierüber zu lagern. Ersterer Weg ward aber als der kürzeste und schicklichste von allen Mitgliedern per Acclamationem beliebt.

1789 Aug J. H. Campe: »Briefe aus Paris zur Zeit der Revolution geschrieben«8

Paris, den 9. August 1789

Das Glück, mein lieber T., gerade jetzt in Frankreich, und zwar in der Hauptstadt dieses Landes, dem Geburtsorte und der Wiege der neugeborenen französischen Freiheit, zu sein, gerade jetzt, da aller Welt Augen auf diesen Mittelpunkt der größten und merk-würdigsten dermaligen Weltbegebenheiten voll Bewunderung und Erstaunen gerichtet sind, gerade jetzt, da man hier aus dem dumpfen Zustande eines in langer schmählicher Knechtschaft verträumten Daseins zu einem Leben erwacht ist, welches die Brutusse und die Catos selbst mitzuleben sich nicht weigern würden, gerade jetzt, da alle Geister dieses Volkes, bis in die niedrigsten Stände hinab, die Schranken ihrer ehemaligen kleinlichen und elenden Existenz wie Spinngewebe zerrissen und von Stund an sich zu einer Höhe der Empfindung und der Begriffe erhoben haben, zu welcher das blinzelnde Auge des Ausländers sie kaum begleiten kann - dieses Glück rechne ich dankbar und gerührt zu den vielfältigen unverdienten Begünstigungen, wodurch die Vorsehung mein unbedeutendes Leben, fast in jeder Periode desselben, auszuzeichnen für gut befunden hat. Man fühlt sich hier, auch als bloßer Zuschauer schon, in allen seinen Empfindungen, an allen seinen Kräften und Fähigkeiten - ich weiß nicht wie - zugleich erhöht, zugleich mit veredelt, und wenn ich nicht merklich besser, nicht mit einem merklichen Zuwachs an Gemeingeist, an Mut, Kraft und Trieb zu jeder Handlung, welche Selbstvergessenheit und Aufopferungen erfordert, zu Euch zurückkehre, so hat die Schule, in der ich mich jetzt befinde, keine Schuld daran.

Schon der bloße Anblick einer Ungeheuern, aus Menschen aller Stände, jeglichen Alters und beiderlei Geschlechts zusammengeflossenen Volksmasse, welche von einerlei patriotischen Freude wie von einerlei freundschaftlichen, brüderlichen und schwesterlichen Gesinnungen beseelt zu sein scheint, hat etwas menschlich Großes und Herzerhebendes. Aber wenn man nun vollends auf den öffentlichen Versammlungsplätzen dieser Stadt, den Tuilerien, dem Palais-Royal, den Boulevards und so weiter, in die sanftwallenden Wogen dieses menschlichen Ozeans sich selbst hineinstürzt, wie hier jeder, auch der fremdeste Fremdling, ungescheut und ohne alle Bedenklichkeit tun darf, und nun jene Vermischung und Zusammenschmelzung aller Stände, besonders des Militär- und Bürgerstandes, zu einer einzigen großen Bürgerfamilie in der Nähe beobachtet; sieht, wie nunmehr der gemeinste Bürger und der Mann, den Band und Stern bezeichnen, überall, wo beide als Menschen und nicht in ihren Amtsverhältnissen auftreten, zu völlig gleichen Paaren gehen, ohne Unverschämtheit auf der einen, ohne beleidigenden Stolz auf der anderen Seite zu verraten; sieht, wie der Soldat des Vaterlandes - dies ist der Ehrentitel, den man hier jetzt der zur Bürgerschaft übergetretenen französischen Garde gibt - und der bewaffnete Bürger an Großmut und Dankbarkeit wie an gemeinschaftlicher Bemühung, öffentliche Ruhe und Ordnung nicht durch Bajonette, sondern durch Bitten und freundliches Zureden zu erhalten, miteinander wetteifern; sieht, wie dieses Zureden und jenes Bitten vollkommen hinreichend sind, einen vermischten Haufen von hunderttausend exaltierten Menschen in den Schranken der Ordnung und der Sittsamkeit zu erhalten; sieht, wie sogar die kleinsten Knaben, von dem hohen Bürgersinn und dem Freiheitsenthusiasmus ihrer Väter ergriffen, nach ihrer Weise bewaffnet und mit Fahnen und Trommeln versehen, in großen Scharen durch die Straßen ziehen und an der Erhaltung der Ordnung und Ruhe teilzunehmen scheinen; sieht, wie zu einer Zeit, da alle Gemüter in aufbrausender Gärung sind, da beinahe eine völlige Anarchie durchs ganze Reich herrscht und da die große, aus mehreren tausend Rädern zusammengesetzte furchtbare Maschine der ehemaligen Pariser Polizei gänzlich zertrümmert ist, gleichwohl überall, sogar beim größten Volksgedränge, alles so ruhig, so friedlich, so anständig und sittlich zugeht, daß man stundenlang dastehen und die wimmelnde Menge von lebhaften Empfindungen beseelter Menschen unverrückt im Auge behalten kann, ohne auch nur ein einziges Mal eine einzige unanständige oder gesetzwidrige Handlung zu bemerken, ohne auch nur ein einziges Mal ein beleidigendes, scheltendes oder zankendes Wort zu hören; wenn man, sage ich, dies alles, was jedem Abwesenden übertrieben und unglaublich klingen muß, hier mit eigenen Augen sieht, so oftmals wiedersieht, daß man es am Ende für kein Blendwerk, für keinen Traum mehr halten kann, so müßte man, meine ich, unter allen menschlichen Klötzen der stumpfeste und fühlloseste sein, wenn man sich über dieses Erwachen der Menschheit zu einem so schönen, neuen und edlen Leben nicht oft bis zu Freudentränen gerührt fühlte. Welch ein Schauspiel für den, der für Menschenveredelung und Menschenbeglückung noch unverdorbene Sinne und ein warmes teilnehmendes Herz für alles hat, was das Emporkommen der großen Adamsfamilie angeht! Welch ein Beispiel für das ganze übrige Europa und für alle ihrer menschlichen Rechte und des göttlichen Ebenbildes, das ist der menschlichen Würde und Selbständigkeit, beraubten Menschen in allen fünf Weltteilen! Wahrlich, der ärgste Despot, wäre er hier, um ein Augenzeuge von dem allen zu sein, und wäre sein von selbstsüchtigen und ehrgeizigen Begierden zusammengeschrumpftes und ausgedörrtes Herz noch der geringsten menschlichen und edelmütigen Aufwallung fähig - er würde, glaube ich, von einer unwiderstehlichen sympathetischen Gewalt ergriffen, sich geneigt fühlen, auf seine unrechtmäßige willkürliche Herrschaft - denn wo gab es jemals eine rechtmäßige - freiwillig Verzicht tun, um des großen Anblicks, den ein frei gewordenes und dadurch auch zugleich moralisch wiedergeborenes, veredeltes und beglücktes Volk gewährt, noch einmal, und zwar mit dem Zusatze von Vaterfreude zu genießen, den das Bewußtsein, der Urheber davon zu sein, notwendig mit sich führen müßte.

Sie sagen, ich schwärme. Gut, mein Lieber; ich freue mich, daß ich bei einer solchen Veranlassung noch erwärmt werden kann, und bedaure den, der dazu nicht mehr fähig ist. Sie selbst, wie ich Sie kenne, würden, wenn Sie hier wären, mit mir in die Wette schwärmen.

Abschied von Paris, den 26. August 1789

Ich halte Ihnen Wort, guter St.! Diese letzte nächtliche Stunde, die ich in Paris - wo ich das Schlafen beinahe verlernt hätte - durchwache, soll für Sie sein.

Je länger ich hier bin, je aufmerksamer ich die Knospen, die Blüte und die Früchte der jungen französischen Freiheit betrachte und je länger ich das hier angefangene Kreißen des von praktischer Philosophie geschwängerten menschlichen Geistes beobachte, welcher gerechte und weise Staatsverfassungen, allgemeine Aufklärung und Völkerglück gebären zu wollen verheißt, desto inniger und fester wird meine Überzeugung, daß diese französische Staatsumwälzung die größte und allgemeinste Wohltat ist, welche die Vorsehung seit Luthers Glaubensverbesserung der Menschheit zugewandt hat, und daß daher das ganze weiße, schwarze, braune und gelbe Menschengeschlecht, rund um den Erdball herum, ein allgemeines feierliches »Herr Gott, dich loben wir« dafür anstimmen sollte. Alle ehemaligen Revolutionen entstanden in Zeiten und in Ländern, wo der menschliche Verstand noch nicht zu hinlänglicher Reife gekommen war, um eine Konstitution zu schaffen, welche auf die lautersten Grundsätze der Vernunft, des Rechts und der Billigkeit gegründet wäre; alle anderen Völker, welche das Sklavenjoch abschüttelten, sahen sich von dem Augenblicke an, da sie diesen kühnen Schritt getan hatten, in langwierige und blutige Kriege verwickelt, unter denen ihre ersten provisorischen Einrichtungen, mit den in solchen Fällen unvermeidlichen Übereilungsfehlern, schon eine gewisse Konsistenz erhielten, die sich nachher, auch bei besseren Einsichten, nicht füglich wieder umstoßen ließ. Hier ist nun zum erstenmal eine Revolution, die in jeder Betrachtung unter glücklicheren Vorbedeutungen angefangen ward, die also auch natürlicherweise eine Konstitution verspricht, wie bisher noch keine war, eine Konstitution, die alle Vollkommenheiten der englischen in sich fassen und alle Mängel und Unvollkommenheiten derselben ausschließen wird. Hier ist ein Volk, so aufgeklärt, so edel und mild, als es je eins gegeben hat; ein König, so sanft, so lenksam und ehrgeizlos, als je einer gewesen ist; eine aus zwölfhundert Köpfen bestehende Versammlung von Stellvertretern der Nation, deren größere Hälfte wenigstens aus sehr helldenkenden, geistvollen, kraftbegabten und mutigen Patrioten besteht, und, was das beste ist, diese drei Hauptfiguren in dem großen interessanten Gemälde - Volk, König und Nationalversammlung - umschlingen sich in schönster Harmonie und gehen, Hand in Hand gelegt, dem erhabenen Ziele zu. Noch mehr: hier sind - wer weiß wieviel tausend denkende und wohlunterrichtete Bürger, welche durch ihre Debatten am Palais-Royal, hier sind unzählige wachsame Schriftsteller, welche durch fliegende Blätter, kleine Abhandlungen und Werke den Beratschlagungen der Volksvertreter zu Hilfe kommen, das Nachdenken derselben leiten, sie vor möglichen Fehlern warnen und ihnen ebensoviel Enthusiasmus fürs Gute als Vorsicht und Behutsamkeit zur Vermeidung des Bösen einflößen. Hier ist zum erstenmal eine Volksversammlung, die, obgleich die Hälfte ihrer Mitglieder aus Edeln und Priestern besteht, doch in ihrer Mehrheit die Greuel der Hierarchie und des aristokratischen Despotismus - von denen die Menschheit von jeher noch viel mehr als von der monarchischen Alleingewalt gelitten hat - verabscheut, verwünscht und mit Stumpf und Stiel auszurotten entschlossen zu sein scheint. Hier wird alles öffentlich - welch eine Schutzmauer wider Übereilungen und eigennützige Absichten - verhandelt, bestritten, festgesetzt. Hier treffen endlich so ungemein glückliche Konjunkturen in ganz Europa zusammen, daß man mit der Vollendung und Begründung der neuen Konstitution hoffentlich früher zustande kommen wird, als irgendeine bedeutende Macht den Einfall oder das Vermögen haben dürfte, ihnen dabei Hindernisse in den Weg zu legen. Welch ein glücklicher Zusammenfluß von Umständen, die, solange die Welt steht, in gleichem Maße noch nie zusammentrafen! Und was läßt sich davon nicht alles hoffen, erwarten, als unausbleiblich Vorhersagen! Mein Herz erwärmt und erweitert sich beim Anschauen dieser herrlichen Perspektive. Wir werden zum erstenmal ein großes Reich sehen, worin das Eigentum eines jeden heilig, die Person eines jeden unverletzlich, die Gedanken zollfrei, das Glauben ungestempelt, die Äußerung desselben durch Worte, Schriften und Handlungen völlig frei und keinem menschlichen Richterspruch mehr unterworfen sein wird; ein Reich, worin keine privilegierten, keine geborenen Volksbedrücker, keine Aristokratie als die der Talente und Tugenden, keine Hierarchie und kein Despotismus mehr stattfinden, wo vielmehr alle gleich, alle zu allen Ämtern, wozu ihre Verdienste sie fähig machen, fähig sein und nur Kenntnisse, Geschicklichkeiten und Tugenden einen Vorzug geben werden; ein Reich, wo Recht und Gerechtigkeit für alle auf gleiche Weise und ohne alles Ansehen der Person werden verwaltet, und zwar unentgeltlich verwaltet werden und wo jeder, auch der armseligste Landmann, nicht etwa nur dem Scheine nach, wie in anderen Ländern, sondern wirklich in der gesetzgebenden Versammlung repräsentiert werden, also jeder, auch der armseligste Landmann, Mitregent und Mitgesetzgeber seines Vaterlandes sein wird. Wer kann bei dieser entzückenden Aussicht, die jetzt doch wahrlich schon mehr als bloße Hoffnung ist, verweilen, ohne daß ihm das Herz für alle die süßen menschlichen Gefühle, die sich seiner dabei bemächtigen, zu enge wird und ihm aus dem Busen springen möchte! Und nun die Folgen, die das alles für Europa, für die Welt haben wird! Ich möchte, indem ich sie überdenke, aufschreien vor Freude und wie Asmus ein Knospenreis der Freiheit brechen und mit diesem, wie mit einem Thyrsus, in der Hand dem herannahenden Frühling des allgemeinen Völkerwohls entgegentaumeln.

1790 Georg Forster: »Bemerkungen über den neuen [französischen] Gemeingeist«9

Nirgends zeigte sich eine bessere Gelegenheit, diese Bemerkungen anzustellen, als auf dem Märzfelde zu Paris, im Juli 1790. Hier, wo die Franken, ein freier germanischer Bund, sich jährlich versammelten, um ihren Königen den Willen des souveränen Volkes zu befehlen, hier feierte man jetzt das erste Bundesfest der wiedererrungenen Freiheit. Die völlige Gleichheit war eben jetzt unter den Bürgern durch die Niederreißung aller erblichen Unterschiede wieder hergestellt. Jeder galt nur durch persönliches Verdienst, und über dieses entschied die Stimme des Volkes. Aus den verachteten Hütten des Bauers und des Handwerkers gingen jetzt, im Glanz eigentümlicher Geistesvorzüge, des Vaterlandes Stützen wie neue Sterne hervor, und mancher aufgeblähete Bewohner eines Palastes sank in der Blöße persönlicher Nichtswürdigkeit unerkannt in den Staub; denn das Andenken großer Ahnherrn war wie ein erborgter Schmuck von seinem Haupte gefallen, und der lügenhafte Schimmer fremder Tugenden erloschen. Ein Sturm der Begeisterung hob die ganze Nation zur Höhe des Selbstgefühls. Mensch zu sein, war der schöne Stolz von 25 Millionen, das erste und letzte Ziel ihrer Befreiung. Der Eid der Brudertreue ward am 14. Juli in der nämlichen Stunde von allen Einwohnern eines Reiches geschworen, das eine Fläche von 10 000 Quadratmeilen auf unserer Erdkugel einnimmt; in 1900 Städten und 100 000 Dörfern stiegen an einem Tage und in einer Stunde die feierlichen Zusagen wechselseitiger Liebe und Treue einträchtig zum Himmel. Fünfmalhunderttausend Menschen saßen nur allein auf dem zum Amphitheater umgeschaffenen Märzfelde; Einwohner der Hauptstadt und Abgeordnete aus allen Provinzen, die hier als Stellvertreter ihrer Mitbürger erschienen, um das Bundesfest feiern zu helfen; alle standen zugleich auf von ihren Sitzen, alle streckten den Arm in die Höhe; von Männern, Weibern, Kindern erscholl der schmetternde Ruf: »ich schwöre!« Übermannt von diesem mächtigen Gefühle, das in den Sehnen der Stärksten zitterte, fielen diese verbrüderten Menschen, ohne Rücksicht auf Rang, Alter und Geschlecht, einander in die Arme, und wiederholten ihren unbekannten Nachbarn ihren Eid; die Nationalgarden warfen ihre Waffen weg und küßten sich, und plötzlich erscholl es erweckend und erhebend von allen Seiten:

»Hoch lebe die Nation!«

Nur freie Nationen, sagt der Augenzeuge, dem wir hier folgen, kennen dieses Gefühl; denn nur freie Nationen haben ein Vaterland.

Ich sah die Zurüstungen zu diesem Feste, das beispiellos in den Jahrbüchern der Menschheit bleibt. Das größte Amphitheater in der Welt, wogegen die berühmten römischen nur Kinderspiele sind, ward in wenigen Tagen durch die Allmacht des Volkswillens erschaffen. Die verdächtige Trägheit von 15 000 besoldeten Arbeitern ward durch den Enthusiasmus von 100 000 Freiwilligen vergütet. Im Taumel der Freiheit arbeiteten sie mit einem Eifer, mit einer Verschwendung der Kräfte, die man kaum noch begreift, wenn man sie auch selbst gesehen hat. Unendlich war die Abwechslung der arbeitenden Gruppen, und unbegreiflich, ohne die Begeisterung des Augenblicks in Rechnung zu bringen, die Ordnung, die allenthalben herrschte. Hier waren keine Wachen ausgestellt, hier kannte man nicht die gebieterische Stimme des Aufsehers, und noch weniger seinen Stecken; auch die Bienen und Ameisen bauen ohne Tyrannen und Satelliten, und vollenden doch in Eintracht den Bau ihres kleinen Freistaats. Die Gerechtigkeit des Volkes heiligte eines Jeden Eigentum, und schützte Jedermann in seinem Rechte. Kleidungsstücke und Uhren, die man während der Arbeit von sich gelegt hatte, blieben den ganzen Tag unberührt an ihrer Stelle liegen. Mit Trommeln und Kriegsmusik, die Schaufeln auf der Schulter, zogen die begeisterten Scharen Arm in Arm unter Freiheitsgesängen zu ihrem Tagewerk, und später als die Sonne verließen sie das Feld. Alte und Junge, Männer und Weiber, Herzoge und Tagelöhner, Generalpächter und Schuhputzer, Bischöfe und Schauspieler, Hofdamen und Poissarden, Betschwestern und Venuspriesterinnen, Schornsteinfeger und Stutzer, Invaliden und Schulknaben, Mönche und Gelehrte, Bauern aus den umliegenden Dörfern, Künstler und Handwerker unter ihren Fahnen kamen Arm in Arm in buntscheckigem Zuge, und griffen rüstig und mutig zur Arbeit. Tausend rührende Züge des überall rege gewordenen Gefühls verherrlichten diese geschäftige Szene; tausend gutmütige Scherze, tausend Beweise des gallischen Frohsinns, tausend Beispiele der Ehrliebe, Großmut, und Uneigennützigkeit des Pöbels versöhnten die gedemütigte Morgue des Adels.

[1792] Briefe eines Reisenden an seinen Freund über den Aufenthalt beim Godesberger Gesundheitsbrunnen

 

Godesberg am 3ten Julius.

Versprechen macht Halten. Das ist so ein alt teutsches Sprichwörtgen, das freilich bei den Alten mehr Mode war als izt, unterdessen gibts doch noch Leute, denen alte Sitte lieber ist als neue, und von dieser Gattung Menschen bin ich.

Kaum war ich in Bonn angelangt, so dachte ich schon an unsern Godesberg und an mein Versprechen. Heiss fiels mir ein, dass Sie mir empfohlen hatten, ihn zu besuchen, und dass ich Ihnen eine unpartheyische Beschreibung davon zu liefern versprochen hatte; also geschwind Bonn mit seinen Seltenheiten besehen, und fort nach Godesberg, und da siz ich schon wirklich an meinem Schreibtisch und erzehle Ihnen haarklein was ich seit diesen Abend sieben Uhr, wo ich hier ankam

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bis izt halb eilf, wo ich an Sie schreibe, mit all meinen fünf Sinnen gesehen, gehört, betastet, betretten und berochen habe.

Freilich wäre ich morgen um diese Zeit schon gescheider als heute und könte Ihnen mehr erzehlen, aber ich habs mir einmal zur Regel gemacht, den guten Lehren meines Mentor, der mich das erstemal auf Reisen führte, getreu zu verbleiben, und alle Abend niederzuschreiben, was ich des Tags über sah. Um nun nicht doppelt schreiben zu müssen, dann von viel schreiben war ich nie Freund, schick ich Ihnen von Zeit zu Zeit mein hiesiges Journal, und wenn Sie daraus mit meinem Godesberg Bekantschaft gemacht haben, so schicken Sie mirs wieder, damit es keine Lücke in meiner Reisebeschreibung gibt, dann mit Besehung der hiesigen Gegend will ich meine Reise noch nicht schliessen, sondern noch eine gute Strecke weiter fortrücken.

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Kaum war ich vor Bonn heraus, so zeigte sich schon unser Godesberg in seiner vollen Pracht Stolz hebt er sein Haupt empor, und die graue Ueberbleibsel eines ehemals prächtigen Gebäudes geben ihm ein ganz ehrwürdiges Ansehen. Ein angenehmer Weeg führt zu ihm hin, in dreiviertel Stund, wenn mans braf laufen lasst, ist die Reise gemacht. Am Fuss des Bergs liegt ein Dorf gleiches Nahmens. Hier fallen gleich die herrlichen Gebäude ins Aug, die nächst dem Heilbrunnen aufgeführt sind, der Kaum eine halbe viertel Stunde vom Dorf entfernt ist.

Ich trat im Redoutenhaus ab, man wiess mir gleich ein Zimmer an, aus dessen Fenster ich eine ganz paradiesische Gegend übersah. Das herrlichste Amphitheatre zeigt sich hier dem Aug. Längst den in grader Linie aneinander gereihten vorderen Gebäuden, ist ein angenehmer Spazierweeg, über diesem die schönste Fruchtfelder,

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dann die Landstrasse von Koblenz nach Kölln, der Rhein und an dessen beiden Ufern hingestreute Dörfer, endlich eine Bergkette die dem ermüdeten Aug izt das non plus ultra gebietet, um sich nicht im Unendlichen zu verliehren. Ich konte mich kaum entschliessen mein Fenster zu verlassen, um nur das Nöthigste aus meinem Coffre auszupacken, und kaum hatte ich mich damit zu beschäftigen angefangen, so wars schon Zeit zur Nachtstafel. Man brachte mich in. einen geräumigen schönen Speissaal. Ich fand gute Tischgesellschaft, eine wohlbesezte Tafel, wohl appretirte Speisen und guten Wein, und an diesen hielt ich mich für heute, dann, so gesund auch das Godesberger Wasser seyn mag, wolt ichs doch nicht gleich am ersten Abend mit meinem Wirth verderben und nach Wasser fragen, weil ich wohl denken konte: der Mann habe sich um Wasser zu verzapfen nicht hier etablirt.

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Ueberm Essen gab ein Wort das andere, man kam auch auf unsern Godesberg und erzehlte mir, und zeigte mirs sogar gedruckt, dass schon zu Römer Zeiten der Herr Mercurius in einem Tempel auf diesem Berg logirt habe, und dass auch schon dazumal die Nymphe Draitsch – So nennt sich der Heilbrunnen - existirte. Poz Blitz, dachte ich, die Nymphe muss eine alte Jungfer seyn, da wars wohl nicht der Mühe werth, drum herzureisen, du hättest derer in Bonn schon genug finden können, und nun wurde ich auf einmal in meinem Vorhaben schwankend, an dem heutigen schönen Abend noch zu Ihr hin zu spaziren. Nein: dachte ich, leg dich heute schlafen; es schickt sich ohnehin nicht, zwischen Licht und Dunkel zum Frauenzimmer zu schleichen, und bei dieser ists morgen früh auch noch Zeit. Ich packte

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mich auf, gieng in mein Zimmer, schrieb diesen Brief, und izt, da ich Schlaf bekomme: gute Nacht!

Godesberg am 4ten Julius.

Heute früh um sechs Uhr wachte ich auf, steckte gleich die Nase zum Bettumhang heraus, und die Sonne schien mir drauf, Schnell sprang ich auf, kleidete mich an, und nun: wohin ? zur Nymphe ins Bad wär ich freilich gern am ersten gegangen, aber ihr gestriger Taufschein wolte mir noch nicht aus dem Kopf, und dann dachte ich auch die Etiquette erfordere, dem Herrn Mercur als einem vornehmem Mann am ersten aufzuwarten. Ich nahm also meinen Weeg nach dem Ihm geheiligten Berg. Dieser ist nicht sehr hoch, und von der übrigen Bergkette ganz abgeschnitten. Der alte Burgweeg, den man ganz sauber aufgeräumt hat, führt schneckenförmig und ganz gemächlich hinauf

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zum alten Schloss. Altes zerbrochenes, Gemäuer ausserhalb, und ein hoher runder Thurm in Mitte des alten Schlosshofs steht noch da. Ehe man ganz hinauf kömt, trift man ein Schulhaus, eine kleine Kapelle und einen Einsiedler an. Das fiel mir auf. Ey, dachte ich bei mir, wie komt doch dieser Mann auf den Berg zum Herrn Mercurius, zu dem doch sonst gewöhnlich nur vornehmere Leute ihre Zuflucht nehmen ? Unterdessen der Einsiedler ist nun einmal da, und die Kapelle auch, und wie er mir sagte, hat sie Kurfürst Joseph Clemens, aus dem Haus Bayern, zu Ehren des Erzengel Michaels, bei Stiftung dessen Orden, wovon der Herzog von Zweibrücken dermalen Grossmeister ist, erbauen lassen. Hinter ihr führt ein schlangenförmiger Weeg durch das Felsengebüsch, das zum Theil erhöht und ganz nach englischer Art angelegt ist, wieder herunter ins Dorf. Die Aussicht auf dem Berg ist unvergleichlich,

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und lohnt sich der Mühe ein bisgen darnach zu steigen. Man übersieht hier eine weite fruchtbare zur Rechten von den bekanten sieben Bergen begrenzte Ebene vom Schifreichen Rhein durchkreuzt und einer Menge der ansehnlichsten Dörfer geschmückt, und zur Linken hat man die schöne Aussicht in die Gegend von Bonn bis hinab nach Kölln.

Hier soll, nach der Inschrift eines alten Steins, den man im Anfang des vorigen Jahrhundert entdeckt hat, auch ein Altar gestanden haben, der dem Aesculap und seiner Jungfer Tochter Hygia gewidmet war, und weil also die Gesundheits-Götter neben dem Gott Mercur hier angerufen worden, will man mit Grund folgeren, dass der Godesberger Gesundbrunnen, der so nah an diesem Berg ligt, die Ursach dieser Verehrung an einem Ort gewesen, der somit dem Mercur allein geheiligt war und folglich dieser Brunnen schon

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von den Römer entdeckt und besucht worden sei.

Wie bei diesen, eben so bei den Alten Teutschen, war der Herr Mercur auch wieder der Herr Petterich dieses Bergs. Sie nanten ihn Wodan, auch Godan oder Godes und daher soll der Berg den Nahmen Godesberg erhalten haben, den er bis auf die heutige Stunde noch fortführt.

Ich bin zwar kein Gelehrter und hab nicht weiter als die Grammatik studirt, und da giengs langsam mit zu, weil mein Informator einen Umweg damit nahm und mir sie per posteriora beibrachte, aber das Ding leucht mir doch ein, und unser Godesberg mag seinen Geschlechtsnahmen wohl richtiger fuhren als mancher alte Ritter, der vielleicht so in den Stammbaum hineingepfuscht ward.

Einige Gelehrte wollen nun auch behaupten, Ara Ubiorum sei auf diesem Berg gestanden, aber andere verneinens wieder.

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Mir ist eins so recht wies andere. Ich will alles dahin gestellt seyn lassen, und das Ding nicht weiter untersuchen. Ich halte mich überhaupt nicht gern bei Alterthümer auf. Junge Mädels waren mir immer lieber als alte Weiber, und den Gusto hab ich noch bis auf diese Stunde nicht verlohren, auch bin ich zu schüchtern mich mit Untersuchungen der Alterthümer unter den Haufen der Gelehrten zu wagen, die kriegen sich einander gar gerne bei den Perücken, und bei mir giengs gleich auf die Haut, weil ich noch meine eigene Haare hab. Diese gedenk ich auch fortzutragen, bis ich verheyrathet bin, alsdann wird die Frau Gemahlin schon für eine Perücke sorgen.

Die alte Veste, so oben aufm Berge stand, ward, wie mir erzehlt wurde, von Kurfürst Diederich zu Kölln, der vom Pabst in Bann gethan, vom Kurfürst von Mainz seiner Würde entsezt und mit Fehde

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bedroht ward, angelegt. Seine Nachfolger unterhielten sie, und Kurfürst Gebhard, der sich ein hübsches Weibgen und einen andern Glauben anschafte, warf sich, als Unruhen darüber entstanden, hinein. Herzog Ferdinand aus Bayern, der ihn bekehren wolte, kam mit einer zahlreichen Armee und hielt ihm eine Controverspredigt, und da giengs so hizig dabei zu, dass die Kanzel einstürzte. Von dieser Zeit an ist dieses feste Schloss ein Ruin; und alle Kurgäste, die izt kommen, können wohl damit zufrieden seyn, denn er macht die ganze Gegend romantisch, und weit angenehmer, als wenn noch wirklich das Schloss in seiner Pracht da stünde.

Aber, warlich, heut kann ich nicht mehr alles erzehlen, was ich gesehen hab. Ich war auch bei der Nymphe Draitsch. Von der hab ich Ihnen viel zu sagen, nur heute nicht, denn es ist schon späth.

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Weils diesen Abend ziemlich wolkigt ist, kanns leicht morgen regnen, da hab ich denn nun besser Zeit, da fortzufahren, wo ich izt abbrechen muss.

Godesberg am 5ten Julius.

Wie gedacht, so geschehn. Da regnets. Mit Spaziren gehn ists heute nichts. Also geschwind am gestrigen Brief fortgefahren. Bei der Nymphe Draitsch bin ich gewesen, sagt ich Ihnen noch gestern Abend, heute sollen Sie ihr Portrait haben, ganz ungekünstelt, ganz Natur. Man soll meinem Pinsel keine Schmeichelei vorwerfen können. Nicht einmal in einem mahlerischen Gewand stell ich Sie hin, Sie mögten sonst auf den Verdacht fallen, es sei nöthig Sie herauszupuzen. Nein: Sie hat ohnedies Reiz genug, und ich merke wohl, es wird mir bei dieser Nymphe gehn, wie schon bei vielen andern: ich

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werde so geschwind nicht von Ihr abkommen können.

So wie man zum Redoutenhaus heraustritt, sieht man rechts einen Theil des Dorfs hinter Bäumen versteckt, über ihm ragt das alte Schloss hervor, links auf einer kleinen Anhöhe wieder Bauern-Häuser hinter kleinem Gebüsche. Nun kommt man auf den Lustweeg, der auf einer Seite zur Koblenzer Landstrass, auf der andern zum Brunnen hinführt. Der Weeg ist mit einer dreifachen Reihe Pappeln besezt, in der Mitte zum Fahren, und zur Seite zum Spaziren gehen.

Zur Rechten hat man schönen Wiesengrund, durch den sich der Giesbach in niedlichen Krümmungen fortwindet. Von diesem Giesbach wird erzehlt, er sei vormals der Nymphe näher gewesen, habe sich öfters mit ihr vermischt, und grosses Scandalum gegeben, man habe ihm deswegen in gehöriger Entfernung

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einen ganz andern Lauf angewiesen, und dadurch die Nymphe, was bei einer andern Dame kaum war möglich gewesen, wieder zur reinen Jungfer gemacht.

An der Sache muss auch wirklich was gewesen seyn, denn bei seinem jezigen Lauf murmelt der Herr Urian, so weit man ihn sieht, immer was unverständliches her; gewiss ist er noch böse, dass man ihm diese Nase gedreht hat.

Ist die Sonne zu heiss, und sehnet man sich nach einem schattichtern Weeg, so findet man diesen gleich zur linken Seite, wo der Berg mühsam abgetragen, kleine Anhöhen gebildet, mit jungen Stämmen bepflanzet, und schmale schlangenförmige Gänge bereitet worden. Dieser für empfindsame Seelen einzige Weeg lauft bis zum Kloster Marienforst fort. Ich hatte ihn auch gewählt, denn auf diesem einsamen Pfad hatte ich mehr Gelegenheit auf mein Kompliment zu studiren, das ich

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der Nymphe vorbringen wolte; aber nicht zu lang war ich so fortgeschritten, so unterbrach mich lauter Lärm, ich gieng aus dem Gebüsche hervor, und da stand ich schon vor der Nymphe. Es war eben grosser Circle bei Ihr. Sehr viele vornehme Herrn und Damen, eine schöner wie die andere, sassen da herum, und da gabs für mich was zu gaffen. Warlich, dacht ich, ehe ich mich nach der Nymphe noch umgesehen hatte, die mag nun aussehen so wie Sie will, so bist du izt schon für deine Reise entschädigt, so eine vollständige Collection von schönen Gesichtger, hast du in deinem Leben noch in keinem Naturalien-Kabinet der vornehmsten Höfe Teutschlands angetroffen, wie hier bei der Nymphe Draitsch. Das gab mir denn nun gleich eine gar hohe Meynung von Ihr. Da waren schwarze, braune und blaue, feurige und schmachtende Augen, und wenn ich besserer Kenner wäre, so könnt ich Ihnen

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mit der Beschreibung der Augen auch gleich den Catalog der Herzen mitschicken: denn diese soll man ja aus den Augen lesen können; aber zu so was bin ich nicht pfiffig genug, denn ich habe Lavaters Physionomistik sehr schlecht studirt, doch blieben mir meine weit aufgesperrte Augen an ein paar grossen blauen kleben, und ich konte sie nur mühsam losreissen, um mich nach dem Cabinet der Nymphe umzusehen. Dieses ist sehr anmuthig. Die Erde um den Brunnen ist erhöht, gedämmt, inwendig ausgemauert, mit Wasen belegt, und in Terrassen gefasst. Anfangs führen zwei Treppen zu beiden Seiten, nachgehend aber nur eine hinunter zum Heiligthum. Hier ist eine hochaufgemauerte zierliche Nische angebracht, die das mit gehauenen Sandsteinen begleitete Becken bedeckt, aus dem die Nymphe die Fülle ihrer Wohlthaten an ihre Verehrer und Verehrerinnen ausspendet. Hier herrscht wahrer Ueber-

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fluss, und man kann wohl sagen: es geht da zu, wie bei Hof. Alles geniesst, und alles drängt sich herbei, um zu geniessen, weil mans gratis hat. Ich hätte selber mit genossen, aber es wandelte mir keine grosse Lust dazu an, weils nur Wasser war, denn ich fürchte mich vor der Wassersucht; doch hab ichs versucht, und es schmeckt warlich gut. Es hat mit dem Wasser in Spaa viel ähnliches, und das finde ich nicht allein, es habens auch andere Herren gefunden, die sich besser aufs Wasser verliehen als ich. Das medicinische Collegium zu Amsterdam behauptet, dass das Godesberger grade die nämliche Bestandtheile, wie jenes zu Spaa habe, nur dass in diesem noch etwas mehr fixe Luft als in jenem sei, und dass mans in nämlichen Zufällen mit nämlichem Erfolg gebrauchen könne. Was die Amsterdamer Herren Medici, sonderheitlich der dortige Herr Doctor Daimen noch weiter davon sagt, hab ich zwar

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gelesen, aber ich habs nicht all behalten und könts auch izt nicht all herschreiben, denn das Ding würde mir für heute zu lang. Doch sollen Sie noch, ehe ich von hier wegreise, eine umständlichere Beschreibung vom Wasser und seinen Wirkungen haben, nur will ich noch erst die Analyse von Herrn Doctor Pickler aus Wirzburg, die man mir in Urschrift leihen will, durchlesen. Wollen sie sich aber nicht so lang gedulden, bis ich meinen Kram auspacke, so kaufen Sie sich die gedruckte Beschreibung des Herrn Doctor Wurzer aus Bonn, die Er 1790 herausgab, und damit für heute — punctum.

Godesberg am 6ten Julius.

Wie die Nymphe logirt, wissen Sie izt schon. Lassen sie sich nun auch erzehlen, wie ihre Gäste wohnen. Freilich hätte ich Ihnen vom gestrigen Ball und vorgestrigen Concert auch ein paar Wörtgen zu

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sagen; aber davon hören Sie heute noch nichts. Täglich sind liebliche Lustbarkeiten, und täglich eine Schilderung davon zu machen, würde mir zu viel zum Schreiben und Ihnen zu viel zum Lesen werden. Am Ende meiner hiesigen Beschreibung werde ich in einem oder zweien Briefen all diese Lustbarkeiten besonders schildern, und Sie werden sie so beschaffen finden, dass sie auch einer grossen Stadt Ehre machen konten.

Theils die Bekantschaft, die ich mit einigen Kurgästen machte, theils mein eigener Vorwiz führte mich heute in die hiesigen Hotels garnis. Sechs derer, nämlich zum Kaiser, Erzherzog, zum Herzog von York, Prinz von Coburg, zum Prinz von Oranien und das Rissische Haus, stehen mit dem Redoutenhause, worin ich wohne, in gleicher Linie, und aus den meisten ihrer Zimmer hat man die nämliche Aussicht, wie ich aus dem meinigen, die

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Sie schon aus meinem erstern Brief kennen. Sämtliche Hotels sind neu erbauet, sehr geräumig, die Zimmer schon und zum Theil recht niedlich meublirt, mit neuen Bettungen, neuem Weiszeug, Umhängen, Komoden, und sonst erforderlichem Geräthe versehen, und so gerichtet, dass man sie einzeln oder auch ganze Quartiers mit Küchen dabei haben kann, im Fall eine Herrschaft, oder sonst zusammentrettende Gesellschaft eigene Menage führen will.

Ein eben so geräumiges und schön meublirtes Hotel trift man wieder am Ende des Lustweegs nächst dem Brunnen an, und die Aussicht, die man aus den dortigen Zimmern hat, ist nicht minder schön. Man übersieht hier den Brunnen, den zu ihm hinführenden Lustweeg, schönen Wiesengrund, durch den der Giesbach läuft, die Promenade ins Dorf, und einen Theil des bezaubernden Weegs nach Marien-

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forst. Vor diesem Hotel ist ein grosser freier Plaz, rundum mit Bänken eingefasst, wo man frühstücken, oder auch am Abend Erfrischungen im Grünen einnehmen kan. Nur bei dem Eigenthümer desselben, Herrn Sutor, und beim französischen Traiteur, der unten im Redoutenhaus seine Wohnung hat, sind gesellschaftliche Mittags- und Nachtstafeln; wer in den übrigen Hotels wohnt, muss, was jedoch der Nähe wegen gar nicht beschwerlich fällt, an eins dieser Oerter zur Tafel gehen, oder sich von da das Essen bringen lassen, wenn nicht, wie gesagt, Gesellschaften zusammen tretten, die eigene Menage führen wollen, wozu alle Bequemlichkeit vorhanden ist. An beiden Pläzen isst und trinkt man sehr gut, und um leidentlichen Preiss.

Für Bediente sind besondere Traiteurs da, und ich höre, ihr Tisch soll gar nicht übel bestellt seyn.

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Stallungen sind allenthalben im Ueberfluss; eigene Pferde, oder Wagens, die man mitbringt, sind gut placirt.

Aber auch im Dorf Godesberg findet man gute Aubergen. Der Rosenbaum und die Stadt Prag zeichnen sich darunter aus. Wenn man bei übermäsiger Anzahl der Kurgäste in den Hotels beim Brunnen keinen Plaz mehr findet, oder die Entlegenheit nicht scheut, die zwar sehr klein ist, oder um etwas wolfeilern Preiss zehren will, dann ist man da wohl aufgehoben.

Die französische Küchen hätten wir nun also durchwandert; nun lieber Freund, kommen Sie auch ein bisgen mit mir in die Lateinische. Sie müssen doch auch wissen wo Rhabarbara und Bittersalz und Ipecacoanah aufgetischt wird, wenn man an den französischen Speisen den Magen verdorben hat, oder sich die Galle vom Hals schaffen will, die man im Spielsaal bei der Bank geholt. Herr Marcelli aus

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Bonn hat neben dem Vauxhalle ein schönes Haus und eine Apotheck angelegt, und das ist der Mann, der in diesen und wichtigem derlei Angelegenheiten für ihren Küchenzettel sorgen wird.

Noch zwei andere Gebäude hätte ich bald zu bemerken vergehen, das Haus des Brunnenmeister, so gleich neben dem Brunnen steht, wo man ein Billard und eine Menge Zeitungen findet, und dann gleich hinter dem Sutorischen Gasthof den Marstall, wo Lehnpferde und Chaisen zu bekommen sind, wenn man die Promenaden in der Nachbarschaft herum nicht wie ich mit eigenen Rappen(!) machen will. Diese sind, wie sichs von einer so schönen Gegend wohl denken lässt, sehr häufig. Man kann drei Wochen lang hier — alle Morgen auf einer andern Promenade — und zur Mittagstafel wieder zu Hause seyn, und dann sich am Abend mit Spiel, Ball, Concert oder Komedie belustigen.

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Schade, dass ich nicht Zeit genug habe, recht lange hier zu bleiben, um sie alle zu besuchen. Doch die meisten will ich sehen, und Ihnen eine kurze Beschreibung davon liefern; kommen Sie alsdann einmal hieher, dann dürfen Sie meine Marschroute nur zur Hand nehmen, und Sie wissen gleich wo Sie hingehen müssen. Mit Marienforst will ich gleich anfangen; nur aber heute Nacht noch erst drüber schlafen und mich deswegen izt zu Bette legen.

Godesberg am 7ten Julius.

In Marienforst bin ich heut früh gewesen. Das war eine herrliche Promenade. Den schönen schattigten Gang ganz im englischen Geschmack angelegt, der neben dem grossen Lustweeg bis zum Brunnen hinlauft, kennen Sie schon aus meinem vorleztern Brief. Nun: eben dieser Weeg lauft so fort bis zum Kloster Marienforst, und wird immer reizender, immer

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schöner. Kaum hat man den Brunnen verlassen, bekommt man schon wieder den Giesbach bald zur rechten, bald zur linken, bald zu beiden Seiten zum Gesellschafter. Oft legt er sich einem so in Weeg, dass man über ihn hinaus schreiten muss, und dann schleicht er sich immer durchs Gebüsch wieder fort, vermuthlich in der Hofnung wieder einmal die Nymphe zu ertappen, aber davor ist ihm gethan. Der Kerl ist auch zu plumb dazu, denn da stolpert er auf einmal über ein Mühlrad herunter und macht einen Lärmen, dass man ihn, ich weiss nicht, wie weit hört. Aber eben dies Geräusch mit dem harmonischen Gesang der Vögel vermischt, ist die schönste Musik für das Ohr des Spaziergängers, dessen Aug aber auch stets beschäftigt bleibt, wenn es nach all den Schönheiten forschen will, die ihm die Natur darbietet. Immer von einer kurzen Strecke zur andern ist das kleine Gebüsch

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ausgehauen und eine Bank angebracht, da darf man denn nur seine Füsse ein bisgen ausruhen, und die Augen dafür spaziren gehen lassen, und man erblickt überall die herrlichsten Aussichten, und wer auf diesem Weeg nichts empfindet, muss warlich von Holz seyn. Freilich hab ich keine Zephirs in den Bäumen lispeln hören, das auch zum Empfinden mit beitragt, aber es ware heut grad ein windstiller Tag, und da regte sich kein Blätgen.

Eine kleine halbe Stunde ist zwar das Kloster Marienforst nur von hier entfernt, aber noch zweimal so lang blieb ich unterweegs. Die verdamten Bänke waren grade wie mit Pech überzogen; ich konte nicht von ihnen loskommen. Endlich sah ich eine Wiese vor mir, und hinter ihr ein majestätisches Gebäude — das Kloster.

Wer wohnt hier? fragte ich einen Bauer, der mir eben in Weeg kam, und erfuhre bald, dass es ein Brigittenkloster sei, und

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dass hier Mönchen und Nonnen beisammen logiren. Ey, dacht ich bei mir, so muss doch, Gottlob, der Coelibats-Process auch einmal ausgegangen seyn, an dem sich unsere Herren Theologen schon seit mehreren Jahren her die Federn stumpf schrieben; aber ich merkte gleich, dass es mit diesem Prozess wie mit allen anderen Prozessen in der Welt geht, sie laufen alle, und gehen doch verflucht langsam. Ich sahe also diesen kleinen Staat hier, gegen künftige innerliche Successionskriege noch gar nicht sicher gestelt, weil der Herr Vorsteher und die Frau Vorsteherin nicht für legitimen Erben sorgen dörfen: denn der Bauer sagte mir, Sie seien nur in der Kirche beisammen, übrigens aber von Tisch und Bett geschieden, und wohne jedweders von Ihnen in einem besonderen Bau, und so fand ichs auch würklich.

Aber man sieht den geldlichen Herren doch gleich an, dass sie wenigstens in der

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Nachbarschaft beim Frauenzimmer wohnen. Sie sind alle sehr artig, und ganz anderst gehobelt, als in manchen anderen Mönchs-Klöstern. Ja, sag mir einer, was die Frauenzimmer nicht aus einem machen können ? Sie haben mich auch Mores gelehrt.

Von hier find die Spaziergänge noch weiter bis auf Godenau und die Venne, und von da nach Herzogsfreude fortgesezt, und alle mit einander sehr angenehm verbunden, aber heute wolte ich nicht dahin gehen, sondern nahm izt meinen Weeg links einer Sägmühle vorbei auf einem Fussstege, welcher mich in die sogenante grosse Promenade führte. Wirklich ist diese Promenade für einen Fussgänger auch etwas gross, und jedem andern, der weniger gut zu Fuss wäre, wie ich, wolte ich gerne freundschaftlich gerathen haben, seine 20 Stüber für ein Miethpferd anzulegen und sich ein paar müde Füsse zu ersparen.

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Unterdessen ward ich für meine Mühe doch reichlich belohnt, denn he führet in eine bergan laufende mit vierfachen Tannen besezte prächtige Allée. So, wie man da hinein tritt, entdeckt man in Mitte derselben die Spitze eines alten Thurns, der sich bei weiterem Fortschreiten immer vergrössert, und allmählich in die Ruinen eines alten Bergschlosses verwandelt. Endlich steigt der majestätische Drachenfels selbst herauf, und füllet den ganzen Fond der Allée aus. Nunmehro glaubt man nichts weiter mehr sehen zu können, aber so, wie man izt etwas weiter fortgeht, sieht man zu seinen Füssen das prächtigste Thal, das der Rhein durchfleusst, und nach vielen Krümmungen dem erstaunten Auge nun vollends die Stadt Köln darzeigt. Eine Bank ladet den Wanderer zum Ausruhen ein, und verschaft ihm Gelegenheit, sich, wenns möglich wäre, hier satt sehen zu können. Auf dieser Anhöhe soll, wie man

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sagt, eine kleine Meyerey, wie Annette et Lubin zu Spaa errichtet werden, damit man nicht allein dem Auge, sondern auch dem Magen eine angenehme Unterhaltung geben kann, und dann ist man in doppeltem Betracht hier gut versorgt.

Godesberg am 8ten Julius.

War mein gestriger Spaziergang schön, so wars mein heutiger nicht minder. Da sass ich diesen Morgen um sechs Uhr schon auf dem reizenden Pläzgen vor dem Sutorischen Haufe und trank Caffée, sah so längs der schönen Allée hin, die über die Venne, einer ganz artigen Promenade, nach dem Rödgen führt, bekam Luft heute dahin zu wandern. Ohngefehr eine Stunde schlenderte ich so ganz gemächlich auf diesem angenehmen Weeg fort, und war izt auf diesem Jagdschloss, das man auch Herzogsfreude nennt, weil Kurfürst Clemens August, der ein Herzog

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aus Bayern war, und sich alda oft mit der Jagd belustigte, es erbauet hat. Es ist gross und schön, hat eine gute Lage und ist nur eine kleine Stunde vom Lustschloss Poppelsdorf entfernt, mit welchem es durch eine angenehme Strasse verbunden ist. Diese läuft durch ein schon an sich schönes Thal, das der jezige Kurfürst durch verschiedene schlängelnde Weege im englischen Geschmack noch mehr verschönern liess. Ganz nah linker Seite an derselben liegt der sogenannte Kreuzberg. Er war mir aus der Geschichte bekannt, weil ich einmal gelesen hatte, dass Kurfürst Friederich Wilhelm von Brandenburg im Jahr 1689, bei Belagerung der Stadt Bonn, sein Hauptquartier da hatte. Ich konnte also ohnmöglich so nah in seiner Nachbarschaft seyn, ohne ihn zu besuchen. Ich stieg hinauf, und fande eine Aussicht, die über alle Beschreibung ist. Unzählige Gegenstände heben sich da von allen Seiten

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in der unabsehbaren Landschaft heraus und das Aug hat eine weite Reise zu machen, wenn es die viele ländliche Naturszenen durchwandern will.

Auf dem Berge selbst steht die berühmte Kapelle, die man eher eine prächtige Kirche nennen kann, dann ihre Pracht wuchs durch die viele Beiträge mehrerer Erzbischöfe sehr an. Sie wird durch einige Geistliche aus dem Servitenorden bedient.

Nachdem ich nun auch hier alles recht genau besehen hatte, machte ich mich wieder nach meinem Weeg nach Poppelsdorf zu, und die Reise war nun vollends bald gemacht. Auch dieses Lustschloss hat Clemens August erbauet; es ist geschmackvoll aufgeführt, und mittelst einer doppelten Allee mit dem Bönnschen Schlossgarten verbunden. Das Gebäude ist im Quadrat, nur zweistöckigt. Ecke und Eingänge haben Pavillons. Inwendig ist ein runder Hof mit Arkaden umgeben, worauf sich

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eine leichte Gallerie stüzt. Die Kapelle ist schön. Sie nimmt einen grossen Theil des Schlosses ein, hat in der Mitte vier zusammengesezte Altäre, zween und zween Priester stehen da gegeneinander und können sich beym Messlesen sehen.

Der Muschelsaal oder das Grottenwerk verdient Bewunderung. La Porterie, ein Franzos, zeigte hier sein grosses Künstler-Talent. Er soll sieben Jahre daran gearbeitet haben. Rundum dass Schloss ziehet sich ein Wassergraben, an den sich zur rechten Seite ungewöhnlich hohe Alleen, Buskagen und springende Wässer anschliessen.

Ganz nah bei diesem Poppelsdorf liegt die sogenante Baumschule, die zwar ursprünglich nur zu einer Promenade angelegt, dermalen aber eine wahre Baumschule ist, wo Bäume zu Besetzung der Weege und Unterhaltung der Alleen gezogen werden. Unter diesen sind mehrere Sommer-

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lauben, Nischen, und Ruhebänke angebracht. Beym Gärtner, der seine Wohnung darin hat, kann man Milch, Caffee, Sieb und Eierkäse, Weine, Mineralwasser und Obst, wies die Saison gibt, haben; und bei schnell einfallendem stürmischen Wetter findet man Schuz in einem geräumigen Saal, der ganz von Stein erbaut ist. Dieser Ort hat vor vielen andern seines Gleichen, die man in der lieben weiten Welt findet, einen grossen Vorzug. Steifheit, Zwang und Etiquette find hier nicht zu Hause. Man sieht Leuthe von allen Ständen bis zum Taglöhner herunter, der sich hier auch mit den Seinigen lustig machen darf. Mit Herzenslust sah ich das an, und gieng endlich ganz vergnügt über die sogenante Schweinheimer Heide, die ich Ihnen, wenns nicht schon so späth wäre, wegen den vielen reizenden Gegenständen, die man auf allen Seiten um sie her sieht, ganz romantisch beschreiben

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könte, wieder zurück nach meinem Godesberg.

Godesberg am 9ten Julius.

Heute früh sah ich zum Fenster hinaus, so gegen den sieben Bergen zu, und da stach mir wieder der Drachenfels in die Augen. Ey, dachte ich, da musst du izt geschwinde hingehen, und machte mich auf den Weeg. Der geht nun grade auf der Koblenzer Landstrasse fort, bis bald ans Dorf Mehlem, das man immer vor Augen hat, und nur eine kleine halbe Stunde von Godesberg abliegt. Durch einen kleinen Feldweeg geht man izt links dem Rhein zu, trift da ein paar Wirthshäuser an, wo die Schifleuthe einzukehren pflegen, und Nachen; fährt über, und ist schon am — aber noch nicht auf dem Drachenfels, denn da ists noch dreiviertel Stund hinauf. Anfangs führt der Weeg durch lauter Weinberge, aus diesen hat man schon die schönste

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Aussicht auf den Rhein und die umliegende Gegend, und ich wurde herzlich böse, als ich sie wieder aus dem Gesicht verlohr; denn so, wie man izt auf den breiten, mit grossen Steinen gepflasterten alten Burgweeg komt, sieht man nichts als höheres Gebürg um ich her; doch war ich auch wieder zufrieden, da ich hier einen sehr ergiebigen Steinbruch gewahr wurde, denn ich ward izt wieder um so viel gescheider, und wuste nun das Pläzgen, wo man in den umliegenden Städten und in der grossen Stadt Kölln die Steine zum Bauen herholt, die fast einzig dieser Steinbruch liefern soll. Dieser geräumige Weeg verliehrt sich aber nach und nach wieder, wenn man in den Wald komt, und spizt ich endlich so zu, dass man sich durchs Gesträuch durcharbeiten muss, um vollends an die wenige aber ehrwürdige Ueberbleibsel des alten Schlosses hinauf zu kommen. Hier ists nun mit einmal als wenn der Vorhang fiel,

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und man wird von der herrlichsten Aussicht überrascht.

Ich weiss, Sie haben schon in mehreren Reisebeschreibungen die Schilderung der schönen und fruchtbaren hiesigen Rheingegend gelesen, und nun machen Sie sich einmal eine Idee davon, wie der Anblick seyn muss, wenn man diese von oben herab, wie eine Landkarte, so vor sich da liegen sieht. Nur ungern stieg ich von diesem Berg herab, und gieng izt auf das Echo loss, das gleich unten am Rhein, oberhalb dem Städtgen Königswinter ist. Hier kann man seine verliebten Seufzer auf Wucher auslegen, denn für jeden, den man seiner Schönen zuschickt, bekommt man achte wieder zurück. Das ist aber auch vielleicht das einzige Pläzgen in der Welt, wo man von seiner Geliebten so ordentlich bedient wird; und Liebhaber, die etwa schon drei bis vier Jahre umsonst seufzen müssen, solten alle hieher kommen.

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Aber ausser diesem Pläzgen hatte ich izt noch ein anderes aufzusuchen, das mir eben so nah am Herzen lag, weil ich schon viel Schönes von ihm gehört hatte. Ich gieng also durchs Städtgen Königswinter, das recht hübsch ist. Viele reiche Leuthe, aus Bonn und Kölln, haben schöne Häuser da gebaut, von denen sie meistentheils die Aussicht auf den Rhein haben, und sind Sommerszeit da. Ohngefehr eine viertel Stunde unter dem Städtgen geht rechts gegen die Anhöhe hinauf ein kurzer Weeg durch die Weinberge; dem gieng ich nach, und sah mich mit einmal am Eingang einer Cascade, die zwar warlich nicht gekünstelt aber desto angenehmer ist. Am Ende derselben ist ein Brunnen, von dessen Ablauf gleich oberhalb neben der Cascade ein kleiner Weyer gebildet und Fische darin unterhalten werden. Hier ists noch angenehmer, mit seiner Geliebten Arm in Arm und Hand in Hand spaziren gehen, als

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dort nach ihr seufzen, und hätte ich eine bei mir gehabt, ich wäre warlich so geschwind nicht weiter gegangen.

Ein halbes viertel Stündgen davon ist eine unterirdische Höhle, die wolte ich izt aber auch noch sehen, und sie ist wirklich sehenswerth. Sie ist wie eine Kirche gewölbt, und so geräumig, dass man mit Karren hineinfahren kann. Man muss mit einem Licht versehen seyn, um diese Grotte zu betrachten, an deren Ende man angenehm überrascht wird, wenn man plözlich bei vielen Lichter mehrere Arbeiter erblickt, die Steine zu Backöfen ablösen. Dieser sogenante Backofenstein ist nicht so porös als Tufstein. Seine Mischung besteht aus verschiedenen Steinstückgen, Blättern von Glimmer und Schwarzen Körner. Er enthält wenig Bimstein, wohl aber die gelbe, zarte und leichte Substanz, welche man die gelben Blumen nennt, und fast mit dem Eisenocher Aehnlichkeit hat. Der

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Gewalt des Feuers widersteht er und deswegen wird er zu Herden, Backöfen und ähnlichen Feuerbehältern gebraucht. Beim Ausgraben ist er so weich, dass er sich ganz leicht in viereckigte Stücke schneiden lässt; ist er aber lang der Sonne ausgesezt, so wird er hart, und gibt, wenn man darauf schlägt, einen Klang von sich. Er wird in grossen Stücken, worunter dieser Tagen eins von 30 Fuss lang und 5 hoch soll gewesen seyn, auf die einfachste Art nur durch ein paar Menschen abgelösst.

Godesberg am 10ten Julius.

Gestern aufm Drachenfels sah ich seinen Kameraden den Petersberg so vor mir da stehn, und seine Physiognomie gefiel mir. Mit diesem Herrn musst du auch Bekantschaft machen, dacht ich mir gleich, und das geschah schon heute. Um zu ihm zu kommen, gieng ich Plittersdorf zu. Dies Oertgen ligt nur eine halbe Stunde von

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Godesberg, und zwar grade ihm gegenüber am Rhein; ein Fussweeg durchs Feld führt von Godesberg dahin. Ich liess mich hier überfahren, und kam nach Dollendorf, einem Dorf, das dicht am jenseitigen Ufer ligt. Diese beide Oerter haben eine unvergleichliche Lage. Ihre reiche Fruchtfelder, die schöne Weinberge, der Rhein und die nahen Gebürge machen sie überaus angenehm. Hier ward ich gewahr, dass eine kleine halbe Stunde von da, ganz nah am Petersberg, die Abtei Heisterbach liege. Ich gieng drauf zu; der Weeg gieng immer Berg an: und ich fand endlich eine grosse Kirch, ein geräumiges Kloster, Gebäude, und Cistercienser darin. Nun wandelte mich die Lust an hier nachzufragen: ob vielleicht was merkwürdiges von Alterthümer zu sehen sei? nicht um gelehrt zu untersuchen, sondern damit ich Ihnen nur sagen könne, dass sich auch hier was Sehenswürdiges vorfände; und man brachte

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mich zum Pater Küchenmeister. Nein, dachte ich bei mir, in diesem Herrn seinem Departement kanns nichts Altes geben; es ist schon zu heiss, um da viel aufzuheben, und man hat wegen der gesunden Bergluft auch hier zu guten Appetit. Der Pater Kellermeister mögte wohl ehender Alterthuemer vorzeigen können, aber die Herren rücken als mit ihren Documenten nicht gerne heraus. Sie sind vermuthlich auf den heutigen Kameralschulen klüger geworden, als ihr heiliger Ordensstifter war, der in die Ordensregel den erbärmlichen Artikel von Hospitalität mit einflickte, und noch oben drein befahl, dass ein zeitlicher Abt den Fremden die Füss waschen solte. Da könnt ihm ja ubers Bücken die Inful in den Badzuber fallen, und dann lag der Staat im Wasser. Ich fand also gar nichts Merkwürdiges hier. Ob eine Bibliothek da ist, weiss ich nicht; es ward unter uns beiden keine Sprach davon, und das war mir

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grade recht, denn da hätte ich eine verflucht schlechte Rolle gespielt. Ich kam also so in der Geschwindigkeit von hier mit Ehren weiter, nachdem mir der Pater Küchenmeister nur eine schöne Aussicht im Garten gezeigt hatte. Wenn Sie einmal dahin kommen und mehr sehen wollen als ich, dann müssen Sie sich Mühe geben, beim Herrn Prälaten selbst Audienz zu bekommen. Wenn Ihnen das gelingt, sehen Sie vielleicht mehr.

Gleich aus dem Conventgarten kann man auf den Petersberg gehen. Auf diesem Berg soll ehmals die Abtei Heisterbach gestanden seyn; dermalen ist eine kleine Kapelle da, in welcher ein Heisterbacher Kloster-Geistlicher die Messe liest, die alle Freitage von vielen hundert andächtigen Leuten besucht wird. Der Petersberg ist nicht so hoch als der Drachenfels, hat oben eine ziemliche Fläche, und da steht ein Bauerhof. Hier findet sich ein merkwür-

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diger Brunnen, der nur 18 Schu tief seyn, und, wie die Leute sagen, so wie der unten vorbei laufende Rhein steigen und fallen soll. Die Aussicht ist wieder ganz vortreflich, und Sie müssen nicht glauben, dass von jedem dieser so nah beisammen liegender Berge sie immer grad die nämliche sei. Nein: der eine Berg hat oft gegen diese Seite höheres Gebürg, wo der andere offen ist, oder steht in einer andern Richtung, und so übersehen Sie immer gleichsam eine neue Landschaft. Wär ich Mahler, ich wolte Ihnen für ein ganzes Kabinet die herrlichste Tableaux liefern.

Godesberg am 11ten Julius.

Zwei Tage nacheinander war ich auf Berge gestiegen; ich wolte also heute wieder einmal auf der Ebene bleiben und auch nicht weit gehen. Muffendorf, fiel mir heut beym Frühstücken ein, wäre izt so eine Promenade für dich, und der Einfall

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gefiel mir; ich trat also meine kleine Reise an, und schritte, weils nur eine halb Stunde hin ist, ganz langsam fort. Ein anderer Kurgast kam in gleicher Absicht mir nach, und weils bei mir sehr langsam gieng, ward ich bald von ihm eingeholt. Bis izt kanten wir uns nur von Sehen, aber der Zeitpunkt war scheints da, wo wir nähere Bekantschaft machen solten. Wir grüssten uns, und fiengen unsere Unterredung an, wie sich Unterredungen gar oft anfangen — vom Wetter! Wir erzelten einer dem andern, was wir Gottlob beide mit offenen Augen sahen: dass die Sonne scheine, und dass es angenehm spaziren gehen sey. Kaum hatten wir uns das gesagt, so entstand schon eine kleine Pause. Oft hatte ich mich in Gesellschaften in der nämlichen Verlegenheit gefunden, aber da half mir immer, besonders beim Frauenzimmer, Puz, Mode, Spiel oder Ball wieder fort; aber hier sah ich meinem Mann an, dass ich ihm von

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dieser Seite nichts anhaben könne. Ich sprach also geschwinde von der künftigen Ernde und vom Herbst, denn zum guten Glück geht der Weeg nach Muffendorf durch Aecker und Weinberge, und hatte ich also den Stof zum Gespräch nicht weit herzuholen. Izt giengs gut, und wir waren, ehe ich mirs versah, schon am Dorf. Hier hätte ich nicht erwartet, dass es auch was zu sehen gebe, aber es ist eine Teutsch-Ordens Komenthurei da, und dieses grosse Gebäude gibt dem Ort ein gutes Ansehen. Nachdem wir nun allenthalben herumgegangen, und besonders wegen der schönen Aussicht auf den Linkberg hinaufgestiegen waren, auf welchen der dermalige Komenthur, Herr von Forstmeister, schöne Promenaden hat anlegen lassen, traten wir den Rückweg an. Wir sprachen von den umliegenden Ortschaften, und da hört ich auf einmal, dass auch wieder nur eine halbe Stunde von Godesberg, am Rhein

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der Ort Rönnsdorf liege, wo Flozen gemacht werden. Izt brach ich meinen Vorsaz, heute nicht weiter zu gehen, ich sezte also meinen Begleiter zu Godesberg ab, und gieng von da grade durch einen Feldweg nach Rönnsdorf. Da wurde soeben an einer Floze gebaut, die sehr beträchtlich war. Das Gewühl der Leute, ihr Geschrey, und die Ordnung und Genauigkeit, womit sie ihre Arbeit verrichteten, gaben mir ein herrliches Spectacle, welches durch mehrere grosse Schiffe und Jagden, die soeben vorüberfuhren, noch verschönert ward. Aber nach diesen sah ich mich nicht viel um, ich hatte izt mein ganzes Augenmerk nur auf meine Floze gerichtet, denn ob ich gleich bei meinem öfteren Aufenthalt in den Rheingegenden mehrmals Gelegenheit hatte, den Bau und die Behandlung dieser bewundernswürdigen Maschinen zu sehen, so find ich doch immer wieder neues Vergnügen, wenn ich an

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einer arbeiten, oder sie schon gar auf ihrer Fahrt nach Holland sehen kann. Freund ! dieser leztere Anblick allein wäre für Sie schon eine Reise in die hiesige Gegend werth; denn denken Sie sich einmal wie prächtig das lassen muss, wenn auf dem majestätischen Rhein so eine ganze Holzinsel von vielleicht mehr als 1000 Fuss in der Länge und 90 in der Breite, worauf man wegen den vielen von Brettern zusammen gefügten Hütten ein ganzes Dorf zu sehen glaubt, daher geschwommen kömmt; welche Kunst an dem Bau einer so ungeheuren Maschine herrschen müsse, und welche Geschicklichkeit dazu gehöre, bei den vielen Krümmungen, die man allenthalben auf dem Rhein antrift, sie zu leiten.

Aber unter den 4 bis 500 Ruderknechten und Arbeitern, die man dazu braucht, herrscht auch genaue Ordnung. Es geht da ganz militairisch zu. Jeder muss auf

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dem ihm angewiesenen Posten ganz genau auf die Signalen der hin und wieder vertheilten Meisterknechte Obacht haben, und tacktmässig arbeiten; um die Meisterknechte zu komandiren, steht der Steuermann auf einem erhabenen Steuerstuhl, von wo er das Ganze übersieht, seine Zeichen gibt, und seine Befehle ertheilt; und wahrlich dieser Mann spielt hier eine bedeutende Rolle.

Ich sezte mich izt, um alle die arbeitende Menschen und ihre verschiedene Verrichtungen genau zu übersehen, so ganz vergnügt ans Ufer hin, liess mich mit einem Schiffer, der nächst bei mir stunde, in Gespräch ein, und der gute Mann erzehlte mir, dass ehedessen nur diejenige Flozen hier seien ausgebessert worden, die auf der Fahrt von Andernach hieher Schaden genommen; aber seit zwei Jahren habe die Compagnie auch angefangen neue Flozen hier zu bauen, und seie

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diese schon die fünfte, die hier gefertiget werde.

Zufrieden, wieder einen Morgen angenehm zugebracht zu haben, gieng ich endlich, nachdem ich wohl eine ganze Stunde da gesessen hatte, izt wieder nach Hauss, und liesse mir mein Mittagmahl wie gewohnlich schmecken.

Gar oft, lieber Freund, hab ich Sie seitdem schon zu mir hieher gewünscht. Ich weiss, Sie lieben schöne Spaziergänge, und da ist hier ganz der Ort dazu. Man findet derer in Menge, sowohl die durch die Kunst entstanden, als die selbst die Natur schon hingestelt hat.

Von diesen ersteren hab ich Ihnen noch nachzuholen, dass sie mit einem grossen Kosten-Aufwand von Sr. kurfürstlichen Durchlaucht zu Kölln geschaffen worden. Sie wurden meistens erst im Jahr 1789 angelegt, und die Arbeit der Anlage war mühsam. Es ward eine breite Anhöhe,

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die vor dem Brunnen lag, abgetragen, seitwärts hinter demselben ein neuer Hügel gebildet, und mit jungen Stämmen bepflanzt. Fast alle um den Brunnen gelegene Gründe wurden von den Eigenthumern erkauft, Bäume und Gesträuche, die die Aussicht hinderten, weggehauen und das Erdreich in angenehme Wiesen und neu geschaffene Gebüsche verwandelt. Aber das Schönste bei all diesen Anstalten, war: dass der grösste Theil dieser Arbeit in dem damal gemässigten Winter vorgenommen wurde; und mehrere hundert Menschen fanden bei der damaligen Fruchttheure Brod und Verdienst. O Freund! wer das weiss, dem erscheinen diese Anlagen noch weit glänzender.

Auch das Hotel zum schönen Brunnen, das izt Herr Sutor innen hat, wurde im folgenden Jahr erbauet, und der Lustweg, von dem ich Ihnen schon die Beschreibung gemacht habe, und mehrere Promenaden

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angelegt, der Brunnen nachher an eine Gesellschaft reicher Unternehmer in Admodiation gegeben, und diese hat den schönen Bau des Vauxhalle und Redoutensaals hergestellt. Wie‘s nun darin zugeht, sollen Sie noch hören.

Godesberg am 12ten Julius.

Ueberall hab ich Sie auf unserm Godesberg schon herum geführt; nur noch in keine Kirche. Da wollen wir izt auch hin. Ich kann Sie in eine katholische Messe und in eine reformirte Predigt führen; Sie dörfen nur sagen wo Sie hin wollen. An Sonn- und Feyertägen wird hier in einer zwar zimlich kleinen und mit den prächtigen Lustgebäuden gar nicht correspondierenden Kapelle eine Messe gelesen. Wer diese versäumt, braucht wahrlich nicht böse zu seyn, denn in Marienforst kann er gleich eine andere haben, und geniesst dabei den herrlichsten Spazirgang. Auch

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zur reformirten Kirche führt eine schöne Promenade hin. Cassel ist nur ein kleines Stündgen von Godesberg. Ich war heut da; aber wahrlich nicht wegen der Predigt. Meine Absicht war, das schöne Pfarrhaus des Herrn Predigers zu besehen, das mir gerühmt ward. Der Weeg nach Cassel ist angenehm; man geht von Godesberg grade übers Feld nach Rönnsdorf oder nach Plittersdorf, das ist beinah eins, fährt da über den Rhein, und da ligt, wie Sie schon wissen, gleich am jenseitigen Ufer Dollendorf. Von hier hat man einen angenehmen Fussweeg nach Cassel, den Rhein immer zur linken, und zur rechten Hand die herrlichen Weinberge. Auch der Weeg zum Fahren ist angenehm und gut. Es ärgert einen beinah, dass er nicht länger dauert, denn man hat das winzig kleine Stündgen nur gar zu geschwind zurückgelegt. Ich erkundigte mich bei meiner Ankunft in Cassel gleich nach dem reformirten

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 Pfarrhauss, und man wiess mich hin. Was Teufels, dachte ich, haben die Leute mit dir vor; man hat dir gewiß einen Bären aufgebunden; denn das Pfarrhauss war einmal von Aussen und von Innen ein sehr alletags Pfarrhauss, Ich konte gar nichts Besonderes dran finden, und der Herr Pfarrer selbst nicht. Aber doch, wie ich meine Augen ein bisgen herumspaziren liess, sah ich etwas, das man in andern Pfarrhäuser hiesiger Gegend nicht sieht, eine recht artige Frau Pfarrerin. Wahrhaftig ein besseres Haussmeuble als eine canonische Köchin, wenn man sie auch, wie jener Pfarrer in zwei Tom hielt.

Unterdessen fand ich doch bald was ich suchte. Das gerühmte Hauss war gleich in der Nachbarschaft, und war die eigenthümliche aber nicht die Pfarrwohnung des vorigen Herrn Predigers. Es ist sehr geräumig und solid gebaut, hat allenthalben die schönste Ausficht, und einen Garten,

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der wohl an einem fürstlichen Lustschloss mit Ehren paradiren körne. Am Ende des Gartens ist ein von Stein aufgebautes grosses Sommerhauss, das dicht am Rhein ligt, und einem die herrlichste Aussicht auf denselben und die weitere schöne Gegend darbietet. Mein heutiger Spaziergang reute mich also wieder nicht; und da ich izt hörte, dass nur eine starke viertel Stunde von hier die Teutschordens-Komenthurei Ramersdorf liege, die mir schon auf dem ganzen Weeg hieher von weitem in die Augen stach, war ich gleich entschlossen, auch noch diese zu besehen, und lieber hier in Cassel über Mittag zu bleiben. Ich gieng also nach Ramersdorf. Der Weeg dahin geht theils durch Fruchtfelder, theils durch Weinberge, auch einmal durch ein allerliebstes kleines Gebüsch so ziemlich eben fort, bis gegen einen grossen Bauern-Hof hin, da gehts schon ein bisgen aufwärts, und noch etwas höher ligt das

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Haufs des Herrn Komenthurs. Die Aussicht aus demselben ist vortreflich. Es sind schöne Gärten da, und die Wohngebäude, sind wie alle Wohnungen der Herren Komenthurs, sehr geräumig. Es ist überhaupt für die Bedürfnisse dieser Herren allenthalben gut gesorgt, aber ich sorgte izt auch für die meinige, denn ich hatte Hunger, und eilte zuruck nach Cassel, um was zu essen zu finden. Herr [Gabriel] Adrian, der ein gutes Wirthshauss hat, und einen Garten mit einer Kegelbahn, wo schier täglich Fremde aus umliegender Gegend und besonders aus Bonn hinkommen, um sich da zu belustigen, half mir mit einem guten Mittagessen aus der Noth, und demonstrirte mir mit einer Bouteille Rüdesheimer sehr klar, dass man auch außer dem Rheingau guten Rheinwein anträfe, und ich begrifs. Aber Herr Adrian war auch ein Gelehrter, das fand ich izt noch besser, als er mir nach Tische verschiedene kleine

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Gedichte von seiner Arbeit zeigte, die ganz meinen Beifall hatten, und ein über alle Theile der Rechenkunst von ihm in Druck gegebenes Buch, unter dem Titel: »Der an den sieben Bergen wohnende Rechenmeister«, das mir mühsam und gut abgefasst schien. Wir stiegen, um uns eine gute Verdauung zu machen, auf den gleich hinter Cassel gelegenen Berg, die Rabenleyhen genant, von dem man wieder eine unvergleichliche Aussicht in die weitumliegende Gegend und das Dorf Cassel im Mittelpunkt hat, und also hier ganz nah das Pläzgen übersieht, wo alle aus den bergischen saynischen und übrigen Waldgegenden kommende Güter auf den Rhein eingeladen werden.

Ein Engagement zu einer Partie Ombre nach dem Concert diesen Abend auf dem Godesberg, machte mich izt auf meine Rückreise denken, wir stiegen also herab, und der Augenblick war nun da, wo ich

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mich um die Zeche erkundigen muste. Hier fand ich nun, dass Herr Adrian der Rechner gar nicht war, den ich an ihm vermuthet hatte, und dass er sich aufs Addiren und Muitipliciren nicht viel versteht. Seine Herren Collegen in Welt haben ihre fünf Species besser gelernt; denn ich hatte meine Zeche noch um ein Drittel höher bei mir selbst überschlagen. Wer sich also überzeugen will, dass Herr Adrian ein schlechter Rechner ist, der muss — nicht sein Buch lesen, aber bei Ihm zechen.

Godesberg am 13ten Julius.

Rolandswerth oder Nonnenwerth ist auch nicht gar weit von hier, und ein herrlicher Spaziergang. Ich hab ihn heute gemacht, aber, weil ich noch ein bisgen weiter wolte, zu Pferd. Es ist eine weibliche Benedictiner Abtey, die mitten im Rhein auf einer Insel ligt. Schöne, weitschichtige Gebäude und grosse Gärten sind

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da, und eine Aussicht, die ganz vortreflich ist. Man sieht alles, was auf der Landstrasse von Koblenz nach Bonn passirt, und was zu Wasser komt, muss einem ohnehin an der Nase vorbei. Vom Godesberg ritt ich die Koblenzer Landstrasse durch Mehlem dahin; ohngefehr dreiviertel Stunde braucht ich, und liess mich zum Kloster überfahren. Friedrich der Erste, ein Graf von Friaul und Erzbischof zu Kölln, soll es im Jahr 1129 gestiftet haben, und seit dieser langen Zeit muss es der arme Teufel der Rhein in der Fröhnd auf seinem Rücken schleppen. Im Jahr 1773 wards ihm bei dieser Arbeit warm, denn da fiengs mit einmal an bei den Nonnen erbärmlich zu brennen, und man konte nicht Leute genug zum Löschen krigen. Das Kloster ward also fast gänzlich von den Flammen verzehrt, die natürlich dem Fröhner auch zu nah auf die Haut kamen. Im Jahr 1784, als der Rhein ein bisgen muthwillig ward, und allenthalben

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Ueberschwemmungen anrichtete, stach ihn auch hier der Kizel, und wolt es nicht wieder auf einen Flammen-Ausbruch im Kloster und auf fremde Hülfe ankommen lassen, sondern noch in Zeiten lieber selber löschen. Er machte sich also nach und nach in die Höhe, und war, weils Kloster tief ligt, den lieben Nonnen beinah in die Klausur gewitscht; aber sie fiengen ein so erbärmliches Zedergeschrey an, dass ihm die Ohren davon weh thaten und da schlich er ich ganz sachte in sein Bett zurück, und liess die guten Nonnen wieder ruhig in dem Ihrigen.

Schregs vom Werth hinüber, auf der Seite der Koblenzer Landstrass, ligt der Berg Rolandseck, und auf ihm die Ruinen eines alten Schlosses. Da stieg ich nicht hinauf, sondern liess mich über den Rhein fahren, und nahm meinen Weeg nach Honef, einem beinah grade gegenüber gelegenen Dorf und von da nach dem Löwenberg.

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Der ligt ohngefehr eine halbe Stünde vom Rhein ab, hat eine unvergleichliche Aussicht und ein alt zerfallenes Schloss, und ist auch einer von den berühmten sieben Bergen, die da alle in der Nachbarschaft beisammen liegen und sich noch stolz mit ihren alten Denkmäler einmaliger Gröss brüsten. Man will behaupten es seien noch gar römische Ueberbleibsel auf einigen zu finden. Es hat mich sehr gewundert, dass man in dieser bergreichen Gegend nicht mehrere Bergwerke antrift; aber die Leute scheinen hier so viel oben der Erde zu haben, dass Sie unter derselben nicht erst zu suchen brauchen; und da giengen Sie doch gewisse allem Anschein nach nicht leer aus. Doch fand ich izt zu [Rhein-]Breitbach ein Kupfer Bergwerk, das gut eingerichtet und ergiebig an Ausbeute ist. Von da führte mich nun der Weeg über eine grosse Heide, auf der man wieder die herrlichste Aussicht hat, und dann nach dem Stadtgen Unkel.

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Hier findet man schonen schwarzen Basaltstein, und, was mir noch lieber war, herrlichen rothen Wein, der in ziemlicher Menge wächst. Von diesem nahm ich eine gute Probe, denn ich konte sich leicht fortbringen; aber vom Basaltstein wolt ich keine, der war mir zu schwer im Sack, und ich begnügte mich, dass ich izt nur weiss, wo er gebrochen wird. Man findet diesen Stein sogar als Felsen hier im Rhein, ein grosser ragt besonders in demselben hervor, und das ist der berühmte Unkelstein, von dem Sie gewiss schon gelesen haben.

Von Berg-Promenaden erzehl ich Ihnen nicht viel mehr, denn ich habe nicht Zeit genug auf allen herum zu klettern, und hab vor meiner Abreise noch andere Dinge zu sehen. Wer aber länger als ich hier bleiben kan, der wird viel Vergnügen finden, sie nach und nach alle zu besuchen. Besonders wer von Alterthümer, Botanik

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oder Mineralogie Liebhaber ist, der findet da Stof im Ueberfluss, um sich recht angenehm zu unterhalten, und ich wünsch ihm viel Vergnügen dazu!

Godesberg am 15ten Julius.

Gestern gabs eine Pause. Nicht im Sehen, nur im Schreiben. Zwölf Uhr schlug die Klocke eben, als ich gestern Nacht wieder in Godesberg anlangte, denn ich hatte mich öfters unterweegs und überall lang aufgehalten; und wahrlich da wars zu späth erst noch niederzusitzen und einen Brief hinzukleksen. Seit gestern früh fünf Uhr hatte ich eine ziemliche Reise gemacht, und eben daher, versteht sichs, zu Pferd. Ich ritt nach Sinzig, das ohngefehr drei und eine halbe Stunde von hier ligt. Wenn Sie jemal in einer Reisebeschreibung gelesen haben, dass dieses Sinzig ein sehr rüstiges altes Städtgen sei, dann werden Sie sich wohl wundern, was ich da habe

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machen wollen ? Aber nur Gedult, die Reise geht gleich weiter. Kloster Laach war es, wo ich izt am ersten hinwolte. Dies ist eine Benedictiner-Abtey, die von Heinrich dem Zweiten von Laach, Nieder-Lothringischen Pfalzgrafen zu Aachen, der zugleich der erste Comes Palatinus Rheni gewesen, gestiftet worden. Die Kirche ist ganz von Tuftstein erbaut, und die Grabstätte des benanten Pfalzgrafen, und verschiedene Grabsteine der izt gräflich von Leyischen Familie sind darin zu sehen. Nächst bei diesem Kloster ligt der berühmte Laacher See. Herrlich ists hier, denn man hat diesen grossen Wasserspiegel in Form eines runden Bassins, mit den lachendsten Wiesen, von einem Gebürgkessel umschlossen, so vor sich da. Dieser See hat wohl eine ganze Stunde im Umfang, und aus seiner Einfassung von lauter Vulkanischem Gebürg ist der Beweis ziemlich deutlich, dass solches die Asche und Lava eines

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eingestürzten Kraters sei. In dieser Gegend finden sich mehrere Mineralquellen. Auch trift man Plätze an, wo Backofensteine und Mühlsteine gegraben werden. Dieser leztere ist offenbar eine Lava. Er ist voller Löcher; und je poröser der Stein ist, desto brauchbarer ist er zu Mühlstein, weil er alsdann, wenn er sich auch abnutzet, noch immer rau und schrof bleibt. Von diesem Laach hat man nicht gar oder längstens nur eine kleine Stunde zu dem bekanten Tönnensteiner Brunnen. Schade, ewig Schade, dass der nicht mehr ist, was er ehedessen war; denn die wild verwachsenen Alleen, herrlichen Treppen und Balustraden, die zerbrochen allenthalben herumliegen, und die ganz romantische Gegend, zeigen alle von seiner ehemaligen Pracht Der Brunnen hat eine kleine Vertiefung, wozu man durch vier rundum laufende Stufen zum Bassin gelanget; über ihm ist eine Kuppel angebracht, die auf vier toskanischen

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Säulen und einer gemauerten Ruckwand ruht. Das Wasser selbst scheint sehr stark zu seyn, und schmeckt angenehm. Kurfürst Clemens August war diesem schönen Ort sehr gut. Er hielt sich öfters da auf, und würde zu seiner Verherrlichung grosse Summen verwendet haben, wenn ihn nicht der Tod daran verhindert hätte; denn noch zeigt man die schönsten Modelle von allem dem vor, was da als hat sollen hingestellt werden.

Nicht weit von hier findet man mehrere Trassbrüche. Die Tufsteine sehen hier meistentheils gelblicht aus. Mit diesem Stein wird in hiesigen Gegenden grosser Handel getrieben, denn die Holländer brauchen ihn zu ihren Wassergebäuden, und bezahlen ihn gut.

Ich bin also gestern gegen meinen Vorsaz, den ich in meinem leztern Brief äusserte, schon wieder auf Berge gestiegen, und hätte Ihnen izt bald zu sagen vergessen,

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dass ich auch noch auf dem Appollinarisberg war. Ich konte ohnmöglich so nah an ihm vorbei passiren, ohne ihn zu besehen, weil er so gar mahlerisch da steht. Hier findet sich eine Probstei, die der Abtei Siegburg zugehört; eine Kirche von sehr alter Bauart, worin man das Haupt des heiligen Appollinaris, wovon der Berg seinen Namen hat, aufbewahrt, und eine Aussicht auf den Rhein, die über alle Beschreibung ist.

Nun wisssen Sie wieder wie es gestern bei mir hergieng, diesen Nachmittag reiste ich mit einer Gesellschaft nach Bonn, da bleiben wir über Nacht, um desto früher am folgenden Morgen zu Brühl zu seyn, wo wir Frühstücken, und dann zur Mittagszeit wieder hier seyn wollen. Bonn ist, wie Sie aus meinen Briefen wissen, nur fünfviertel und Brühl wieder nur drei kleine Stündgen von Bonn entfernt. Man kann es also

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wohl mit unter die hiesige kleine Spazier-Reisen zehlen, und deswegen sollen Sie auch von beiden noch die Beschreibung haben.

Godesberg am 16ten Julius.

Unsere kleine Spazier-Reise nach Brühl und Bonn gieng glücklich von Statten. Gestern Nachmittag drei Uhr fuhren wir von hier ab, und noch vor ein Viertel vor vier waren wir schon an dem Schlössgen Vinea Domini, das nur einen Flintenschuss von der Stadt abligt, und seinen Namen von einem dabei liegenden schönen Weinberg hat. Wir besahen dieses kleine Feen-Schlösgen, das ganz niedlich ist. Es ist ein Achteck, hat in der Mitte einen geräumigen Saal, in dessen Fussboden ein runder Tisch versteckt ist, der durch Winden in die Küche hinabgelassen, und bestellt, ohne die Speisende zu geniren, wieder heraufgebracht werden kann. Zwei kleine

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Neben-Gebäude für Officianten und Aufseher sind dabei; rundum ist alles mit Kastanienbäumen, um Schatten zu haben, besezt, und von der Vorderseite hat man die schöne Aussicht auf den vorbeifliessenden Rhein.

Wir verliessen bald diesen angenehmen Ort, um vollends nach Bonn zu kommen, und es versteht sich, dass wir nun nicht lange mehr dazu brauchten. Ich hatte zwar bei meinem ersteren Aufenthalt alda schon alles Merkwürdige gesehen, aber meine Gesellschafter noch nicht, und ich konte also izt schon gescheider thun, und mich zum Führer aufwerfen. Wir giengen nach dem Schloss. Das ist ein prächtiges Gebäude, und sehr geräumig, ob es gleich nur zur Hälfte fertig da steht; denn nach der Absicht des Kurfürsten Clemens August und einem noch aufbewahrten Plan, hat es bis zum Ufer des Rheins solle fortgeführt werden.

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Im Jahr 1777 litt es durch Brand grossen Schaden, wurde aber gröstentheils wieder hergestellt. Die Haupt-Fasade ist nach jener schönen Gegend hingerichtet, die auf der einen Seite vom Rhein mit dem Sieben-Gebürge, auf der anderen von Poppelsdorf und den dahinter gelegenen Bergen bis zum Godesberg begrenzt wird. Der Garten ist regelmässig angelegt, hat zween schöne Bassins mit springendem Wasser, und auf beiden Seiten herrliche sich schlänglende Alleen. Das Naturalienkabinet, das Physicalische, und die Bibliothek sind sehenswerth, und in dieser ist für Lesende alle Gemächlichkeit. Auch bestehet eine Lese-Gefellschaft, wo Liebhaber der Lecture zusammen kommen, und wo man Journale, periodische Werke, und sonstige litterarische Producte findet. Das ein Theater hier ist, wißen Sie vermuthlich schon.

Einige Hauptgebäude, worunter sich das Rathhause und die Münsterkirche

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auszeichnen, sahen wir noch, aber nur von Aussen im Vorübergehen; denn wir eilten auf eine Promenade vor der Stadt, um die schöne Lage von Bonn zu sehen, die wenig ihres Gleichen hat.

Abenddämmerung und Hunger mahnten uns endlich, unsern Weeg von da wieder nach Hause zu suchen. Wir fanden in unserem Gasthauss ein gutes Souppée, schliefen die Nacht über herrlich, und waren heute früh sieben Uhr schon im Garten zu Brühl. Ehe man von Bonn aus vollends dahin komt, trift man das Schlössgen Falkenlust an, ein ganz artiges Gebäude, das seinen Namen von den ehmals da gehaltenen Reigerbeizen hat.

Oben auf dem Dach ist eine belle vue angebracht, die ganz mit Recht so genent wird.

Gleich zur Rechten dieses Schlössgens, in dem daran stossenden Wald, siehet man schon wieder eine Muschelkapelle. Sie ist

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 vom nämlichen Meister, wie der schöne Saal in Poppelsdorf verfertiget.

Aber Brühl, Freund! ist ein wahrer Göttersitz! Wenigstens machen ihn seine überaus angenehme Lage, seine prächtige Gebäude, und seine herrliche Lustplätze einem solchen ganz ähnlich. Das weitschichtige Lustschloss soll im Jahr 1725 erbauet worden seyn; es ist geschmackvoll, und die Treppe, von dessen Anblick man gleich beim Eintritt ins Schloss überrascht wird, ist ein wahres Meisterstück. Der Garten ist gross und schön, und die vielen Weyer, auf denen man allenthalben in kleinen Bootgen herumfahren kann, und die springenden Wässer machen in ganz lebhaft. Auf einigen Plätzen sind dergleichen Wasserröhre versteckt angebracht, so dass man die Vorübergehende, ehe Sie sichs versehen, mit einem ganzen Plazregen empfangen kann. Das Chinesische Haus, das man in dem Garten antrift,

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ist sehr niedlich. Gebäude, Einrichtung, und der umliegende Gartentheil sind ganz passend. Auch an dem Bauernhaus herrscht Geschmack. Es hat außerhalb mit seinem kleinen Bezirk ein ganz ländliches Ansehen, inwendig trift man aber einen schön meublirten geräumigen Saal an. Der Park, worin vormals vieles Wild unterhalten ward, ist dermalen ein reizender Spaziergang; überall sind schlangenförmige Alleen im englischen Geschmack durchgehauen, wo man in den heissesten Sommertagen Schatten und Kühlung findet. Am Ende des Gartens sind an dem vorbeifliessenden Wasser allenthalben Bänke angebracht, um die angenehmen Aussichten gemächlich zu geniessen.

Grade dem Hauptgang des Gartens gegenüber ligt über dem Wasser eine kleine Insel, und auf dieser eine Einsiedeley. Hier wohnt der galanteste Einsiedler, den man sich nur denken kann: denn kaum tritt man

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 zu ihm ein, so komt er schon mit einem eingeschenkten Glass Wein entgegen, dessen Farbe gar nichts Mittelmäsiges vermuthen lässt. Wir wunderten uns nicht wenig über die Gastfreiheit dieses Manns, aber nur so lang bis wir seinen Wein verkosteten. Doch waren wir dabei nicht angeführt. Er reicht sein reines, frisches, schmackhaftes Gläsgen Wasser, so, wies ihm selbst der liebe Gott, und die seiner Klause ganz nahe Quelle zufliessen lässt, die vermuthlich durch Erdreich läuft, das mit Eifenocher angefüllt ist, und daher die Farbe des schönsten Weins annimt, im übrigen aber ganz gesundes Wasser bleibt.

In dem Städtgen Brühl, das übrigens ganz artig ist, ist ausser der Franciscaner Kirche nichts Merkwürdiges zu sehen; aber diese ist schön, und ganz nahe am Schloss gelegen, mit dem sie vermittelt eines Ganges zusammen hängt, und allenfalls zu einer Hofkirche dienen kann.

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Wir hatten also für heute unsere Absicht erreicht, und uns an vielen schönen Sachen recht satt gesehen, und fuhren daher vergnügt nach unserm Godesberg zurück.

Godesberg am 17ten Julius.

Heute früh beim Erwachen spührte ich in all meinen Glieder, dass ich vom vielen Spazieren gehen, reiten und fahren noch müde war. Ich dachte mir also gleich: Heute bleibst du hübsch zu Hauss. Ueber dem Ankleiden sah ich so auf den Tisch hin, und da lag die Analyse des Herrn Doctor Pikler vor mir. Ich machte mich izt drüber her, denn ich hatte heut Zeit dazu. Aber das Wetter war zu schön, um damit in der Stube zu bleiben. Ich nahm mein Pensum und schlich nach dem Weinberg hin, der grade hinter den Hotels ligt. Man braucht gar nicht hoch zu steigen, um in demselben ein Pläzgen zu finden, wo man frische Luft und hübsche Aussicht

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hat. Es steht so etwas von einem kleinen Tempel da, der aber nur von Holz und sehr baufällig ist. Schade, dass dem kleinen Ding nicht gepflegt ward, denn das Pläzgen verdienete es.

Hier in heiterer frischer Luft von meinem kleinen hölzernen Dach gegen die Morgensonne geschüzt, fieng ich an mein Manuscript zu durchblättern, aber je weiter ich darin kam, desto mehr vergieng mir der Muth einen Auszug daraus zu lieferen. Ich fürchtete dieses berühmten Mannes kraftvolle Geburt ganz jämmerlich zu castriren, und wolte jezt lieber die Mühe auf mich nehmen die ganze Analyse von Wort zu Wort abzuschreiben, und deswegen heut gleich nach Tische mich in mein Zimmer einsperren; und da sitz ich auch schon wirklich und schreibe:

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Chemische Untersuchung des Godesberger Minerawassers.

I. Einleitung.

 Das Wasser der Godesberger Quelle ist klar, und zeigt auf seiner Oberfläche auch keine Spur von opalisirenden Farben. Der Geschmack ist angenehm, prickelnd, säurlich und etwas weniges Eisen- oder Dintenhaft. Es ist ganz ohne Geruch. Schnell in ein Glass gegossen zeigt es häufige Luftbläsgen; eine Eigenschaft, die nach dem langwierigen Transport, während der heissesten Jahrszeit, doch noch eine nicht unbeträchtliche Menge von Luftsäure oder Bronnengeist verrathen. Seine eigenthümliche Schwere verhielt sich zu jener des destillirten Wassers wie 1,0019 : 1,0000.

 

II. Prüfung durch gegenwirkende Mittel. Reagentia.

 

I. Lakmuspapier.

a. Rohes ohnabgekochtes Mineralwasser färbt dassselbe roth.

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b. Während dem Trocknen an der freien Luft erhält das gerothete Papier seine blaue Farbe wieder.

c. Bis zur Hälfte abgekochtes Mineralwasser war auf das Lakmuspapier ganz unwirksam.

Der Versuch a. zeigt die Gegenwart einer freien Säure, die nach b. und c. flüchtig, elastisch und folglich Luftsäure, fixe Luft oder Bronnengeist ist.

2. Fernambukpapier

a. Das rohe Mineralwasser ändert die rothe Farbe desselben in blau.

b. Bis zur Hälfte eingekochtes Mineralwasser bewirkte die nämliche Farbenveränderung, nur ungleich schneller und stärker.

Der Versuch a. beweist, dass das Mineralwasser alkalische Stoffe, worunter auch die luftgesäurte Erden gehören, enthalte. Der Versuch b. aber zeigt genau auf wirkliches freies fixes Laugensalz oder Alkali.

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3.Curcumäpapier.

a. Das rohe Mineralwasser brachte auf demselben eine nicht sehr auffallende,

b. das bis zur Hälfte eingekochte hingegen eine beträchtlichere Farbenveränderung ins Schmuzigbraune hervor.

 Der Versuch b. beweist wie der vorige die Gegenwart eines freien fixen Laugensalzes. Aus dem Erfolg von a. aber sieht man, dass das Curcumäpapier eben nicht unter die empfindlichsten Reagentien gehört, da es zu seiner Farbenanderung eine starkere Laugensalzauflösung fodert, als das Fernambukpapier.

4. Die starksten Mineralsauren

a. Eifrige Tropfen sehr konzentrirter Vitriolsäure entwickelten aus dem Mineralwasser einige Stunden lang eine grosse Menge Luftblasen, wobei das Wasser ganz klar blieb. Ebenso verhielt es sich auch mit starker Salz- und Salpetersaure.

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Der Versuch a. zeigt, dass das Godesberger Mineralwasser keine Schwererde, und auch keinen beträchtlichen Antheil von Kalcherde führe, weil im erstern Falle der entstandene Schwerspath, im andern der Selenit eine Trübung verursacht hätte. Ferner bestätigen a. und b. die Gegenwart der Luftsaure.

5. Flüchtige Schwefelleber.

a. Das rohe Mineralwasser fällte aus derselben einen gesattigt gelben, b. das abgekochte hingegen gar keinen Niederschlag.

Bei a. ward die Schwefelleber durch die vorhandene Luftsäure zersezt, weil sonst keine freie Säure vorhanden, auch nach b. keine erdigten oder metallischen Mittelsalze zugegen sind. Die gelbe Farbe des Niederschlags bei a. zeigt, dass der Eisengehalt des Mineralwassers nicht gar gross ist, indem sonst der Niederschlag mehr braun ausgefallen seyn würde.

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6. Geistiger Galläpfelaufguss.

a. Von wenigen Tropfen entstand im rohen Mineralwasser eine schwache Purpurfarbe,

b. Abgekochtes blieb hingegen unverändert.

Aus a. erhellet die Gegenwart einer geringen Menge Eisens, das nach b. blos in Luftsäure aufgelöst ist.

7. Färbendes Alkali

a. Im rohen Mineralwasser entstand ein wenig blauer Niederschlag.

b. Aus dem abgekochten Mineralwasser ward nichts gefallt.

Diefe Erscheinungen bestätigen das Resultat des vorigen Versuchs.

8. Zuckersäure. Aus rohem, aber nicht ausgekochtem Mineralwasser fällte dieselbe einen weissen Niederschlag.

Das Mineralwasser führt also Kalcherde blos in Luftsäure aufgelöst.

9. Mildes flüchtige Laugensalz. Es würkte weder auf das rohe, noch auf das abgekochte Mineralwasser.

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Ein neuer Beweiss für die Abwesenheit aller erdigten und metallischen Mittelsalze.

10. Aetzendes flüchtiges Laugensalz.

11. Aetzendes fixes Laugensalz. Durch beide Mittel 10. und 11. erfolgte beim rohen, nicht aber beim abgekochten Mineralwasser ein etwas graulichter Niederschlag.

Die Farbe des Niederschlags lässt weniges Eisen und mehrere Bittererde vermuthen, denen das ätzende Laugensalz im rohen Mineralwasser ihr Auflosungsmittel die Luftsaure entzog.

12. Salzsaure Schwererde. Auf einige Tropfen derselben erschienen weisse Wolken.

 

Anmerkung. In diesem und allen nachfolgenden Versuchen wurden die alkalische Stoffe des Mineralwassers vorher mit der reinsten Salpetersäure gesattigt, weil sie schon vor sich eine

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Fallung bei angebrachten Reagentien verursachen und das Refultat der Versuche verwirren könten.

Der Versuch 12. beweiset die Gegenwart der Vitriolsaure, welche, da keine erdigten und metallischen Mittelsalze vorhanden sind, mit dem mineralischen Laugensalz zu Glaubersalz verbunden seyn wird.

13. Auflösung des Silbervitriols. Sie bewirkte einen sehr häufigen erst nach einiger Zeit sich schwärzenden Niederschlag.

Ein Beweiss der vorhandenen Kochsalzsäure, welche nach den vorhergehenden Versuchen nur an mineralisches Alkali als Kochsalz gebunden seyn kann.

14. Silberauflösung in Salpetersaure. Es erschien ein häufiger nicht so ganz blendendweisser Niederschlag, der erst nach einiger Zeit schwarzer wurde.

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Nach diesem Versuche enthalt das Mineralwasser nichts Schwefelartiges, weil sonst die Farbe des Niederschlages gleich vom Anfang schwarz ausgefallen wäre; höchstens lässt die nicht so ganz blendende Weisse desselben, auf etwas Extraktirstoff schliessen. Ferner bestätigt dieser Versuch das Daseyn der Kochsalz- und Vitriolsauren Mittelsalze.

15. Bleiauflösung in Salpetersaure. Sie erzeugte einen sehr häufigen weissen Niederschlag.

16. Quecksilberauflösung in Salpetersaure. Es erfolgte ein theils gelber, theils weisser Niederschlag.

Beide Versuche dienen zur Bestättigung des Gehalts an Salz- und Vitriolsauren Mittelsalzen.

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III. Uebersicht der Versuche mit gegenwirkenden Mitteln.

 

Die Bestandtheile des Godesberger Mineralwassers, welche durch die fernere Analyse nun noch nach ihrer respektiven Menge bestimt werden müssen, sind also:

Freie Luftsaure, Nro. 1.4.

Extraktirstoff, Nro. 14.

 Luftsaure Kalcherde, Nro. 8.

—— Bitterde, Nro. 10. 11.

—— Eisenerde, Nro. 6. 7.

Mildes mineralisches Laugensalz, Nro. 2. 3.

Glaubersalz, Nro. 14, 15, 16. vorzüglich 12.

 

IV. Bestimmung der flüchtigen Bestandtheile des Mineralwassers.

 

Die flüchtige Beftandtheile und vorzüglich den Gehalt an Luftsäure eines Mineralwassers abzusondern, haben die Scheidekünstler verschiedene Methoden erfunden,

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unter welchen die von Bergmann vorgeschriebene die vorzüglichste und sicherste ist. Die Methode des Herrn Bergrath Abich erfordert die äusserste Behutsamkeit, und ist sehr leicht Irrungen ausgesezt, Winterls und Amburgers Vorschriften aber fast in jedem Fall fehlerhaft und unsicher. Die Beweise dieser Behauptungen hat der verdienstvolle Westrumb an verschiedenen Stellen seiner vermischten Schriften so gut ausgeführt, dass jene Methoden wohl schwerlich werden gerechtfertigt werden können. Eben diesem klassischen Schriftsteller verdanken wir auch noch verschiedene Verbesserungen der Bergmannischen Methode, deren ich mich also auch, wiewohl mit einigen Abänderungen, die der Leser leicht erkennen wird, bedienet habe.

Ich wählte eine gläserne Phiole, mit einem durchbohrten Korkstöpsel, in welcher ein krumgebogenes gläsernes Rohr

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eingeküttet ware. Der Inhalt der Phiole mit dem Rohr ware genau 17 Würfelzoll Pariser Mass. Vorher hatte ich 16 Pariser Würfelzoll gemeines Wasser in dieselbe gegossen und am Halse der Phiole genau die Stelle derselben durch einen Einschnitt mit dem Diamanten bemerkt. Nun füllte ich die Phiole bis an die im Hals angeschriebene Stelle mit dem Godesberger Mineralwasser, und brachte die Mündung der krummen Röhre vorsichtig unter einen in Pariser Würfelzoll abgetheilten Zylinder in den Quecksilber-Apparat. Durch diese Methode hatte ich den Vortheil dass ich das Mineralwasser sogleich ohne es abzumessen in die Phiole giessen konte, und folglich dem beym Abmessen desselben, sonst unvermeidlichen Verlust entging. Die Phiole ward nun allmälig bis zum Kochen erhizt, und da keine Luftblasen mehr übergingen, wurde der Zylinder so tief in das Quecksilberbeken eingetaucht, bis die Queck-

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silbersäule des Zylinders mit der Oberfläche des Quecksilbers im Beken in gleicher Höhe stand. Nun betrug die übergegangene Luft 12 ½ Kubikzoll, die vom angebrachten Kalchwasser bis auf ½ Kubikzoll verschluckt ward. Es waren also 12 Kubikzoll Luftsäure aus dem Mineralwasser entwickelt worden. Der übrig gebliebene halbe Kubikzoll war gemeine Luft, und ein Theil derjenigen, welche vor der Operation in der Phiole mit der Röhre enthalten war. Während dem Eingiessen des Mineralwassers war also ½ Kubikzoll gemeine Luft verlohren gegangen, welches sich leicht durch die beim Eingiessen aus dem Mineralwasser entwickelte fixe Luft erklären lässt.

Ich erhielt also aus 16 Kubikzoll Godesberger Mineralwasser 12 Kubikzoll reine Luftsäure. Nimmt man 16 Kubikzoll des Mineralwassers als ¾ Pfund bürgerlichen Gewichts und den Kubikzoll Luftsäure zu

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½ Gran an, so giebt dieses aufs Pfund 8 Gran Luftsäure: Eine Quantität, die sicher noch beträchtlich gross ist, nachdem das Wasser in den heissesten Sommermonathen einen so weiten Weeg transportirt worden ist.

 

V. Versuche zur Bestimmung der Menge der fixen Bestandtheile.

 

Zehn bürgerliche Pfund Godesberger Mineralwasser wurden in einem Glaskolben bis zur Trockne abgeraucht. Der Rückstand sahe einer ziemlich bräunlichen Erde gleich, die mit glänzenden weissen Salzspiesgen und Tafelgen vermischt war. Er wog wohl getrocknet 124 Gran.

  1. 1.Dieser Ruckstand ward mit Weingeist übergossen, zerrieben und 24 Stunden lang an einem massig warmen Ort hingestellt. Die geistige Auflösung a. dann durch ein vorher abgewogenes Filtrum gegossen. Auf dem Filtrum blieben nach dem Ausfüfsen und Troknen 129 Gran. 

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Der Weingeist hatte also 5 Gran ausgezogen.

  1. 2.Die geistige Auflösung a. ward bis zur Trockne abgedampft, sodann mit destillirten Wasser übergossen, es blieb ¼ Gran Extraktirstoff unaufgelöst zurük. Das Wasser hinterliess nach dem Abdampfen 5 ½ Gran kristallirtes reines Kochsalz. 

  2. 3.Der Rückstand des 1ten Versuchs 119 Gran, ward mit destillirten Wasser ausgezogen. Er verlohr dadurch 79 ½ Gran an seinem Gewichte. 

  3. 4.Die wässriche Auflösung des vorhergegangenen 3ten Versuchs ward sehr langsam abgedampft, wodurch 95 Gran eines vollkommen krystallisirten Salzes erhalten wurden. 

  4. 5.Das 95 Gran schwere Salz des 4ten Versuchs ward nun mit sehr verdünter Salpetersäure unter starken Aufbrausen gesättigt, die gesättigte Auflösung zur Trockne abgeraucht und so lange mit Weingeist  

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ausgezogen, bis der Rückstand sich sehr schwerauflöslich in demselben verhielt. Der Weingeist hatte nichts, als kubischen Salpeter ausgezogen. Der Rückstand wog 21 Gran und war reines Glaubersalz. Diese 21 Gran von 95 Gran des 4ten Versuchs abgezogen, geben 74 Gran reines mineralisches Laugensalz.

6. Die 39 Gran, welche von der wässerichen Auflösung des 3ten Versuchs übrig waren, lösten sich unter starken Aufbrausen in Königswasser bis auf 1 Gran auf, welcher 1 Gran unauflösbarer Rückbleibsel sich vollkommen wie Kieselerde verhielt.

7. Zu der Auflösung der Erden, Versuch 6, ward so lange vollkommen atzendes flüchtiges Laugensalz getröpfelt, als sich ein Niederschlag zeigte.

8. Der Niederschlag des vorhergegangenen 7ten Versuchs ward gesammlet, in der Salzsäure aufgelöst und bis zum Kochen erhizt. Aus dieser Salzsauren Auflösung

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fällte kristallisirtes Mineralalkali 7 ½ Gran einer etwas bräunlichen Erde.

9. Diese 7 ½ Gran wurden von neuem in Salzsäure aufgelöst, und nachdem alles Eisen durch die Blutlauge herausgefällt war, mit Mineralalkali gefällt. Jezt wog der Niederschlag der reinen Bittersalzerde 9 Gran. Die fehlenden 3 ½ Gran sind also Luftsaures Eisen.

10. Die Königsaure Erden-Aufteilung, welche beim 7ten Versuch zurückbliebe, konnte nun nur noch Kalcherde enthalten. Sie ward also ganz durch Luftsaures Mineralalkali gefällt. Der ausgesüsste und getrocknete Niederschlag wog 31 Gran.

Nach obigen Versuchen ist also folgendes das Verhältnis der sämtlichen Bestandtheile des Godesberger Mineralwassers.

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Gran in 10 Pfund

Gran in 1 Pfund

Dezim[al]

Extraktirstoff

¼

1/40

0,025

Kochsalz

5 ½

11/20

0,550

Glaubersalz

21

2 1/10

2,100

Mineralisches Laugensalz

74

7 4/10

7,400

Luftgesäuerte Kalcherden

31

3 1/10

3,100

Luftgesäuerte Bittersalzerde

5

½

0,500

Luftgesäuerte Eisen

2 ½

¼

0,250

Kieselerde

1

1/10

0,100

 

140 ¼

14 1/40

14,025

 

Anmerkung. Der hierbei erhaltene Ueberschuss von 16 ¼ Gran in Vergleich mit dem bis zur Trockne abgerauchten Mine-

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ralwasser darf gar nicht befremden, indem die bei dem ersten Abrauchen erhaltene 124 Gran trocken und nicht mit allen Kristallisationswasser waren, die Salze aber mit ihren sämtlichen Kristallisationswasser berechnet werden müssen, welches bei der fernem Analyse geschehen ist.

 

Das heisst sich wirklich die Finger krum geschrieben! Hätte ich heute nicht den ganzen Nachmittag dazu genommen, dann hätt‘ ichs wahrlich nicht gezwungen. Aber izt für heute auch kein Wörtgen mehr.

Godesberg am 18ten Julius.

Gestern gab ich Ihnen eine ausführliche Nachricht vom hiesigen Wasser, und heute sollen Sie auch erfahren, was es schon gewürkt hat. Viel schreib ich aber nicht davon. Die Finger thun mir noch von gestern weh und ich konnte sie am Abend

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kaum brauchen, um mein Paroli auf meine getreue Cœur Sechse zu machen. Aber etwas muss ich Ihnen doch davon sagen, sonst gliche ja meine Beschreibung keiner ordentlichen Kurbrunnen Beschreibung, und gegen die Formalien darf doch nicht gefehlt seyn. Der Dohm-Kapitular und Official zu Kölln, Herr Cramer von Clausprucht, der Herr Obrist-Lieutenant und Komandant zu Arensberg Baron von Kleist, der Herr Hofkammerrath Löltgen zu Bonn, schreiben ihre vollkommene Herstellung von vieljährigen Zufällen einzig dem Gebrauch des Godesberger Wassers zu. Und Hunderte der österreichischen kranken Soldaten aus den benachbarten Lazarethen, die mit diesem Wasser getränkt wurden, sind weit geschwinder als ihre andere Kameraden genesen, und besuchen izt aus Dankbarkeit noch zuweilen diese heilsame Quelle. Ich hab es aus ihrem eigenen hat es auch damit

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damit seine vollkommene Richtigkeit. Doch Wollen Sie noch ein paar Duzend Kuren und solche umständlicher ausgekramt haben, so können Sie sie auch bei mir finden. Genug: wenn ich Sie versichere, dass zur Kurzeit täglich wohl über 1.000 Krüge verfuhrt werden. An jedem Vormittag wird von 11 bis 12 sich immerfort mit Krügfüllen am Brunnen beschäftigt, und lässt sich vom häufigen Abgang dieses Wassers schon von selbst auf dessen vorzügliche Gute und wirksamen Erfolg beim Gebrauch schliessen.

In einigen Krankheiten der Brust, Nervenkrankheiten, in veralteten hypochondrischen und hysterischen Zufallen, in Gelenkschmerzen, Podagra &c. wird es vorzüglich empfohlen; sogar gegen die Unfruchtbarkeit solss Probatum seyn. Freund, schicken Sie ihr hübsches Weibgen hieher, und der Brunnen bringt vielleicht in Kurzem mehr bei Ihr zu Weeg,

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als der Herr Gemahl im schon sechsjährigen Ehestand.

Godesberg am 19ten Julius.

Nun ists aber auch Zeit, dass ich Ihnen ein Wörtgen von den hiesigen Balls, Concerts, Spiel und Komödien sage; denn morgen reise ich fort. Lassen Sie sich also geschwind noch eine kleine Beschreibung davon machen, denn zu einer grossen hab ich keine Zeit mehr, weil ich heute noch einpacken und auch noch auf den Ball gehen muss. Ich weiss, Sie sind vorzüglich Liebhaber vom Schauspiel; ich will also mit diesem anfangen. Ein eigenes Gebäude ist hiezu vorhanden, grade neben dem Redoutenhauss, und so eingerichtet, dass man bei übler Witterung trocknes Fusses aus diesem in jenes gehen kann. Nur schade, dass das Theater zu niedrig und zu schmal ist, denn dieses macht, besonders in ländlichen Scenen, eine üble Wirkung. Doch

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da ihm leicht abgeholfen werden kann, so wird es auch wohl wahrscheinlich geschehen. Ebenso wäre zu wünschen, dass durch das Anbringen einer Gallerie oder Logen der Raum vergrössert werde, denn ausser den hiesigen zahlreichen Kurgästen komt immer eine Menge Menschen aus den benachbarten Städten. Die Schauspiele werden von der Bönnischen Hof-Schauspieler-Gesellschaft und der dortigen Hofmusik fuhrt. Kein Zweifel also: dass sie gut sind. Gemeiniglich dreimal in jeder Woche ist Spectacle, und am Dienstag Concert. Auch dieses fuhrt besagte Hofmusik auf, aber nicht im Theatre, sondern im Redoutensaal. Dieser ist sehr schön, hat in der Länge 60, Breite 40 und Höhe 15 Fuss. Die Verzierungen darin sind artig und nicht zu gehäuft. Die Beleuchtung ist gut, und wird sich noch besser ausnehmen, da die Lustres von der feinsten Brillantenart sind, und die Spiegel, welche zwar vorhanden, aber noch nicht

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aufgehenkt, solche vervielfältigen werden. Um den Saal zu erfrischen, sind gegen den Kaminen über, in den beiden Ecken dem Garten zu, Springbrunnen angebracht, von welchen man sich die angenehmste Wirkung verspricht. Sie sind izt noch nicht vollkommen fertig, weil der Künstler die marmorne Becken bisher noch nicht geliefert hat. In eben diesem Saal und einem anstossenden geräumigen Nebenzimmer wird täglich Mittags vor Tische und am Abend gespielt. Man findet Commerce-Spiele, aber die Bank spielt die Hauptrolle. Trante et quarante, Biribi und Roulette, und auch ein bisgen Pharao sind da zu Haufe; und wer Geld hat, ist willkommen. Hier wird man grosmüthig behandelt. Unter hundert Louisd‘or, die man verspielt, wird nicht eine einzige beschaut, ob sie beschnitten ist. Leichtes Gold kann man hier für vollwichtig verliehren.

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Da lärmt nun von weitem schon gar türkische Musik. Izt kommen unsere Schönen zum Ball an: denn Sie müssen wissen, dass an jedem Balltag eine grosse Jagd mit solcher Musik von Bonn hieher fahrt, um das dortige Frauenzimmer zum Tanz herüber zu transportiren. An Tänzerinnen fehlts hier gar nicht. Die zwei Bälle, die jede Woche am Sonntag und Mitwoch gegeben werden, sind immer zahlreich. Die hiesige Nachbarschaft ist an jungen Schönheiten gesegnet. Bonn kann viel hübsches junges Frauenzimmer her schicken, und die löbliche freie Reichsstadt Kölln ilelit, wenns drauf ankömt, auch ihr Kontingent. Freilich nicht wie vormals, Eilftausend, wenns alle Jungfern seyn sollen; aber der Herr Societäts-Respicient, ein Mann von heutiger galanter Welt, wirds bei der Musterung eben so genau nicht nehmen. Gut und viel wird auf dem Ball hier getanzt. Für die Musik ist oben

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eine Altane angebracht, und dadurch der Raum zum Tanzen im Saal vergrössert.

Mitlerweil die muntere Töchter ein halbes Duzend Walzer und eben so viele Englische im Tanzsaal herunter reissen, wagen die gravitätischere Mamas im anstossenden Nebenzimmer in gross und klein Preference einen Solo um den andern, erzehlen sich wohl auch zuweilen ein langes frostiges Geschichtgen mitunter, und so ist beiden geholfen, und mir vermuthlich heut auch, denn ich werde wohl zu einem so venerablen l’Ombre-Tisch meine Zuflucht nehmen müssen.

Nun werden Sie hoffentlich mit meinen hiesigen Nachrichten zufrieden seyn, wenigstens hab ich Ihnen genug von unserem Godesberg und der umliegenden Gegend geschrieben.

Izt will ich geschwinde noch auf den Ball, dann ein paar Stündgen schlafen, und Morgen früh fünf Uhr heists: Marsch!

1793 K. A. Zwierlein: Allgemeine Brunnenschrift für Brunnengäste und Ärzte: Godesberg

Allgemeine | Brunnenschrift | für | Brunnengäste und Ärzte. | Nebst | kurzer Beschreibung | der berühmtesten | Bäder und Gesundbrunnen Deutschlands | von | Konrad Anton Zwierlein, | der Medizin und Philosophie Doctor, Fürstlich Fuldischen Hofrathe, Brunnenarzte und Physikus zu Brückenau, der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher und der Kurfürstliche Mainzischen Akademie nützlicher Wissenschaften Mitgliede. | Weißenfels und Leipzig, | bei Friedrich Severin. | 1793. |

 

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Neunter Abschnitt.

Godesberg.

Die Mineralquelle allhier gehört noch nicht unter die berühmtesten Deutschlands; sie wird aber hier beschrieben, weil sie noch ganz neu und unbekannt ist, und weil sie unter Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Kölln gewiss sehr bald empor kommen wird.

Dieser Gesundbrunnen liegt ungefehr anderthalb Stunden von Bonn. Der Weg bis zum Brunnen läuft durch eine prächtige Ebene, die rechts mit einer Kette von waldichten Gebirgen umgeben ist, deren Fuß kleine Dörfer, in der schönsten Reihe gelagert, auf das herrlichste verschönern. Links fließt der majestätische Rhein, an dessen jenseitigem Ufer die berühmten sieben Berge prangen. Die ganze Ebene ist überaus fruchtbar; alles ist theils mit Weinbergen bepflanzt, teils mit Früchten besäet; und so läuft der Weg an der Seite eines mit Bäumen besetzten Baches bis in das Dorf Godesberg, dass dem alten Bergschlosse gleichen Namens wahrscheinlich seine Benennung zu verdanken hat. Von hier liegt der Brunnen keine halbe Viertelstunde mehr. Er wird auch der Draitschbrunnen

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genannt. Wie man aus dem Dorfe kömmt, glaubt man plötzlich in eine andere Gegend, in ein wahres Elysium, versetzt zu seyn. Auf einmal kömmt man hier in einen rundum von Bergen eingeschlossenen Labirinth; kaum ist man fähig, durch das Gebüsch dessen engen Ausgang zu entdecken; es sind hier so viele Annehmlichkeiten vereinigt, dass man solche kaum irgendwo beysammen finden wird. Einige hundert Schritte vom Brunnen liegt auf einem nicht sehr hohen Berge, ganz von der übrigen Gebirgskette abgeschnitten, dass so merkwürdige alte Schloss Godesberg, wo man die herrlichste Aussicht genießt, und die ganze Gegend übersehen kann.

Schon seit langer Zeit wurde dieses Wasser in der Gegend getrunken; weiter war es aber nicht bekannt, auch waren seine Bestandtheile nicht untersucht. Im Jahr 1789 hörten Seine Kurfürstliche Durchlaucht bei einem Spatzierritte in die godesberger Gegend diesen Brunnen rühmen, sahen ihn, und gaben sogleich Befehl, die fünf Quellen süßen Wassers, die mit den Mineralquellen in einen Brunnen gefasst waren, abzuleiten; dem Bache, der meistens mit einer reissenden Schnelligkeit in einer ganz kleinen Entfernung vom Brunnen dahin strömte, einen anderen Lauf anzuweisen; den Brunnen mit einer steinernen Einfassung zu umgeben, und das Wasser chemisch zu untersuchen.

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Der Kurfürst kaufte nun fast alle um den Brunnen gelegene Gründe an sich, ließ schattichte Spatziergänge anlegen und prächtige Gebäude für Kurgäste aufführen, verwandelte in kurzer Zeit die ganze Gegend, und verbreitete überall Schönheit und Annehmlichkeit.

Im Jahr 1790 wurde der Bohnen an eine Gesellschaft reicher Unternehmer auf mehrere Jahre in Admodiation verliehen, welche bald nachher in den angenehmsten Gefilde rheinwärts, zu dem prächtigen Bauen des Redoutensaales den Anfang machten, worin jetzt zweymal die Woche, Samstags und Mittwochs, Ball, Gesellschaft und Spiel gehalten wird.

Dieses Gebäude ist zugleich zu vortrefflichen Wohnungen für Fremde eingerichtet. Um noch mehrere Bequemlichkeit zu verschaffen, und den angefangenen Gesellschaftsbau zu verherrlichen, verschenkte der Kurfürst noch eine ganze Reihe tiefer hinab erkaufter Gründe an Bauliebhaber, mit dem Bedinge, nach dem vorgezeichneten Plan schöne Häuser darauf zu bauen, wobey zugleich Prämien von einigen tausend Gulden für diejenigen, die zuerst ihre Gebäude zustande gebracht haben würden, ausgesetzt wurden. Von dieser Zeit an fährt nun, den Frühling und Sommer hindurch, täglich zweymal ein besonderer Postwagen von Bonn nach

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Godesberg, und alle Sonn- und Feyertage den Rhein hinauf unter türkische Musik ein Jagdschiff [=Yacht] dahin.

Da Seine Kurfürstliche Durchlaucht zu Kölln die Anlagen zu Godesberg mit so thätigem Eifer betreiben lassen, und so große Summen darauf verwenden; so kann es nicht fehlen, dass dieses Bad in kurzer Zeit in Ruf kommen, und von Fremden häufig besucht werden muss, welches dieser Ort wegen seiner vortrefflichen Einrichtungen und heilsamen Wasser allerdings verdient.

Das Mineralwasser entspringt an dem Fuße eines Gebirgs, aus vierzehn kleinen Quellen in großer Menge, die weit über hundert Kannen Wasser in einer Viertelstunde liefern. Es springt sprudelnd und mit Heftigkeit aus seinen Quellen, und wirft außerordentlich viele kleine Blasen in die Höhe, welches auch beym Eingießen in ein Glas geschieht. Es ist ganz helle und klar, und ohne allen Geruch. Sein Geschmack ist säuerlich, stechend, prickelnd wie Champagne, und eisenhaft. Im Bassin und an den Orten, wo es abfließt, setzt es vielen gelben Ocher ab.

Nach Herrn Doktor Wurzers10 angestellter chemischen Untersuchung hat dieses Wasser in jedem Pfunde folgende Bestandteile:

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fixe Luft16 Cubikzoll

luftsaures Eisen¾ Gran

luftsauren Kalk2 103/250 Gran

luftsaure Magnesie3 6/19 Gran

kristallisches Minerallaugensalz7 Gran

gemeines Kochsalz1 1/3 Gran.

Seine Heilkräfte bestehen darin,

dass es höchst fäulnißwidrig ist;

dass es die schlaffen Teile stärkt;

den goldenen Adler der Fluss befördert;

die ausgebliebene monatliche Reinigung oft wiederherstellt;

bei Gelbsucht, weißem Fluss, langwierigen Wechselfiebern und Unfruchtbarkeit, wenn sie von Erschlaffung der festen Teile entsteht, außerordentlich gute Dienste tut;

dass es den Stein verhütet und wegschafft;

gegen den Krebs, bei kachectischen Zufällen, Bleichsucht und Scorbut sehr oft nutzen leistet, auch bisweilen vorzüglich bei der Wassersucht.

Am wirksamsten ist es aber bei Hypochondrie und hysterischen Zufällen, bei Verstopfung der Leber, Milz usw. und bei allen jenen Krankheiten, welche Personen, die viel sitzen, zu befallen pflegen, als bei schwachem Magen, verlorner Eßlust, Blähungen, Unverdaulicheren und dergleichen.

1793 F. Cotta »Von der Staatsverfassung in Frankreich«11

Liebe Leute!

Ihr habt zeither so viel von der Staatsverfassung oder von der Konstitution in Frankreich gehört; ein Teil hat sie verachtet, der größere aber hat sie gelobt. Ihr müßt doch einmal wissen, worin sie bestehet; Ihr mögt dann selbst urteilen, ob sie gut, ob sie nicht besser sei als Eure zeitherige.

In Frankreich sind alle Menschen frei. Also gibt es da keine Leibeigene. Auch ist kein Mensch Herr des andern, und sogar der Dienstherr hat vom Bedienten oder Knecht nur in Dienstsachen zu verlangen, was im Dienstkontrakte ausgemacht worden ist.

In Frankreich sind alle Menschen gleich an Rechten. Der Sohn eines Landbauern kann also, wenn er geschickt dazu ist, ebensogut Minister oder Erzbischof werden als wie der Sohn eines Königs, da man hingegen in manchen andern Ländern eine solche Stelle nicht bekommen kann, wenn man nicht aus alt-hochadeligem, gräflichem oder fürstlichem Geblüte, wie sie es nennen, ist. Auch hat in Frankreich ein sogenannter Edelmann oder Graf gar keinen Vorzug wegen seiner Geburt vor dem Handwerker; der arme Bürger findet vor dem Richter ebensoviel Recht wie der reichste, und dieser wird, wenn er Strafe verdient, ebenso gestraft als der arme. Eben darum, weil alle Menschen gleich sind, ist in Frankreich der Adel mit allen seinen Vorzügen auf ewig abgeschafft worden.

Die Freiheit ist das Recht, alles das zu tun, was nicht verboten ist. In Frankreich ist aber nur das verboten, was jeder vernünftige Mensch sich selbst verbietet, nämlich das, was dem andern schadet. Solche Dinge, welche andern Menschen schaden, sind durch Gesetz verboten; in Frankreich macht aber nicht ein König oder Kurfürst oder ein Magistrat die Gesetze, sondern das Volk selbst macht sie; es erwählet nämlich Männer aus allen Provinzen oder Departementen zu einer Nationalkonvention oder Zusammenkunft, welche untersuchen müssen, was für Gesetze nötig seien, um das allgemeine Wohl zu befördern. Diese Gesetze werden dann aufgeschrieben und sind der Ausdruck vom allgemeinen Willen des Volkes.

Die Gleichheit ist das Recht, von andern zu verlangen, daß sie das tun, was man selbst tun muß, und das nicht tun, was man selbst nicht tun darf. Daher darf in Frankreich jeder reden, schreiben, drucken lassen, was er will, wenn er nur niemand dadurch beleidiget. Auch muß wegen der Gleichheit jeder Mensch in Frankreich nach seiner Einnahme Abgaben geben, jeder dem Gesetze sich unterwerfen, er heiße sonst geistlich oder weltlich, er sei reich oder arm.

Außer den Abgaben an das Volk selbst zahlt man keine anderen an einen Edelmann oder ein Domkapitel, keinen Zehenten und dergleichen. In Frankreich erziehet man verlassene Kinder auf Kosten der Republik.

Gebrechliche Arme werden da unterstützt, und arbeitslosen Armen hilft man da zu Erwerbung eines hinlänglichen Verdienstes. In Frankreich errichtet man jetzt auch Schulen, wohin jeder Bürger seine Kinder unentgeltlich schicken kann und worin sie alles das lernen können, was jedem Menschen zu wissen nötig ist.

Mit einem Worte: In Frankreich ist alles abgeschafft, was wider die Freiheit und wider Gleichheit der Rechte noch in andern Ländern und Städten gilt; dagegen sind in Frankreich alle Anstalten dazu gemacht, daß die Leute alle immer zufrieden und glücklich leben können.

Dahin zielen auch noch folgende besondere Einrichtungen, wodurch sich die Konstitution von Frankreich auszeichnet.

Ganz Frankreich ist in gewisse Bezirke, Departemente genannt, und diese sind wieder in Distrikte so abgeteilt, daß jeder Bürger in den Hauptort seines Distrikts (Amts) in einem Tage und in den Hauptort des Departements (Landes) in längstens zween Tagen zu Fuß kommen kann. Im Hauptorte des Departements wohnen die, welche das Beste des ganzen Departements besorgen und auf die Beamten der darin gelegenen Distrikte achtgeben müssen, damit diese ihre Schuldigkeit tun; sie heißen Departementsverwalter. Im Hauptorte des Distrikts sind ebenso die Distriktsverwalter, welche den Munizipalitäten vorgesetzt sind. In jeder Gemeinde nämlich sind einige Beamte, welche das Beste der Gemeinde besorgen; diese nennt man die Munizipalität, den ersten unter ihnen aber den Maire der Gemeinde; jedoch in Sachen, woran der ganzen Gemeinde besonders gelegen ist, darf auch die Munizipalität nicht für sich handeln, sondern sie muß einen Ausschuß der Bürger, Notables genannt, darum fragen. Alle diese Departementsverwalter, Distriktsverwalter, Maires, Munizipalitätsglieder, Notables, auch die Richter, Postverwalter und überhaupt alle Beamten werden von den Bürgern, für welche sie da sind, selbst gewählt; tun sie ihre Schuldigkeit nicht, so werden sie von ihren Vorstehern abgesetzt, und die Bürger wählen sich hernach andere.

Alle Beamten müssen ihr Amt öffentlich versehen, so, daß jeder, wer Lust hat, zuhören kann, wenn sie amtieren, ihre Rechnungen ablegen und so weiter.

Die Gerechtigkeit wird in Frankreich unentgeltlich verwaltet, und weil Prozesse immer große Unlust erregen, so sind eigene Friedensgerichte und so weiter angestellt, wo man erst versucht, die Händel in der Güte abzumachen, ehe man es zu einem Prozesse kommen läßt. Kein Mensch kann in Frankreich anders als nach Urteil und Recht gerichtet werden. Die Minister müssen Sorge tragen, daß die Gesetze im ganzen Reiche vollzogen werden, daß überall Friede, Ruhe und Ordnung herrschet, daß Handel und Wandel nicht gestöret wird, besonders, daß die Lebensmittel überall frei können hingeführt werden, auch daß die Beamten alle ihre Schuldigkeit tun und so weiter. Auch die Minister werden in Frankreich von den Bürgern aus sich selbst gewählt, und auch die Minister werden in Frankreich gestraft, wenn sie ihr Amt nicht recht versehen. Sonst war aber den Ministern in Frankreich noch ein König, aber auch der wurde abgesetzt, weil er seinen Dienst nur zum Schaden des Volkes versah, und das Volk schaffte ein so überflüssiges, teures und für die Freiheit gefährliches Amt, als das Amt eines Königs oder Fürsten ist, ganz ab. Daher heißt Frankreich itzt eine Republik, weil zu allen Ämtern nur Bürger auf eine Zeitlang gewählt werden, um das Beste ihrer Mitbürger zu besorgen, und im Falle, daß sie das nicht tun, ohne Unterschied abgesetzt und gestraft werden können.

Das Militär ist in Frankreich nur zur Verteidigung gegen die Feinde und zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe da; es darf sich in keine Zivilsachen mischen. Die Anwerbungen zum Soldatenstande geschehen freiwillig, und der Soldat muß, wenn seine Kapitulationszeit aus ist, unentgeltlich entlassen werden. Soldaten müssen von ihren Offizieren brüderlich behandelt werden, bekommen keine Stockschläge, aber guten Sold, gesundes Brot und Fleisch, Kleidung und so weiter und, wenn sie brav dienen oder im Dienste alt werden, eine Pension. Aus den Soldaten wählt man die Unteroffiziere, aus diesen die Lieutenants, und so geht’s hinauf bis zum General.

So ist in Frankreich alles dahin eingerichtet, daß jeder Inwohner sicher, von andern unabhängig und in seinem Gewerbe ungestört zufrieden und glücklich leben kann.

Es lebe das fränkische Volk! Es lebe die Freiheit und Gleichheit!

1794 Okt 08 Gillet zu Assignaten12

Freiheit, Gleichheit, Bruderschaft.

Im Hauptquartier zu Köln.

Den 17ten Vendimiaire im 3ten Jahre der französischen, einigen, untheilbaren und demokratischen Republik.

GILLET, Volks-Repräsentant bei der Sambre- und Maas-Armee

Verordnet, daß die Assignaten in Köln, im Jülicher Lande und andern eroberten Ländern Geldwert haben, und im Handelsgewerbe dem Gelde gleich angenommen werden sollen.

Da die Assignaten die Münze der Franken-Republik sind, so wird jeder, der dieselben anzunehmen sich weigert, oder einen Unterschied im Werth zwischen Assignaten und Geld macht, als Feind der Republik behandelt werden.

GILLET.

N[ach]S[chrift] Die mit dem königlichen Bilde bezeichnete, hundert Livres übersteigende[n] Assignaten sind ausser Kraft gesetzt; und es ist ausdrücklich verboten, dieselben in Umlauf zu bringen.

Diese Verordnung ist auf Requisition des Kriegs-Commissärs Pigeon öffentlich zu verkündigen und anzuheften.

Bonn den 20. Octob[er] 1794.

Von Regierungs wegen.

J. A. Stengel.

1794 Nov 13 Pigeon zu Assignaten13

Verordnung der Stellvertreter des Volkes bei der Nord-, Sambre- und Maasarmee vom 27 Thermidor, im 2ten Jahre [=14.08.1794] der französischen einigen und unzertheilten Republik.

14ter Artikel.

Die Assignaten sollen in allen öffentlichen Kassen, und bei allen Verträgen, welche in das Commerz einschlagen, angenommen werden. […]

Den Auszug beglaubigt PIGEON.

Gegenwärtiges soll allenthalben im kölnischen Lande verkündet und öffentlich angeschlagen werden. Bonn am 13ten Nov. 1794.

Von Regierungs wegen.

J. A. Stengel.

1795 Goethe: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter14

Karl, der sich im Zorn nicht mehr kannte, hielt mit dem Geständnis nicht zurück, daß er den französischen Waffen alles Glückwünsche und daß er jeden Deutschen auffordere, der alten Sklaverei ein Ende zu machen; daß er von der französischen Nation überzeugt sei, sie werde die edlen Deutschen, die sich für sie erklärt, zu schätzen wissen, als die Ihrigen ansehn und behandeln und nicht etwa aufopfern oder ihrem Schicksale überlassen, sondern sie mit Ehren, Gütern und Zutrauen überhäufen.

Der Geheimerat behauptete dagegen, es sei lächerlich zu denken, daß die Franzosen nur irgendeinen Augenblick bei einer Kapitulation oder sonst für sie sorgen würden; vielmehr würden diese Leute gewiß in die Hände der Alliierten fallen, und er hoffte sie alle gehangen zu sehen.

Diese Drohung hielt Karl nicht aus und rief vielmehr, er hoffe, daß die Guillotine auch in Deutschland eine gesegnete Ernte finden und kein schuldiges Haupt verfehlen werde. Dazu fügte er einige sehr starke Vorwürfe, welche den Geheimerat persönlich trafen und in jedem Sinne beleidigend waren.

»So muß ich denn wohl«, sagte der Geheimerat, »mich aus einer Gesellschaft entfernen, in der nichts, was sonst achtungswert schien, mehr geehrt wird. Es tut mir leid, daß ich zum zweitenmal, und zwar durch einen Landsmann vertrieben werde; aber ich sehe wohl, daß von diesem weniger Schonung als von den Neufranken zu erwarten ist, und ich finde wieder die alte Erfahrung bestätigt, daß es besser sei, den Türken als den Renegaten in die Hände zu fallen.«

Mit diesen Worten stand er auf und ging aus dem Zimmer, seine Gemahlin folgte ihm; die Gesellschaft schwieg. Die Baronesse gab mit einigen, aber starken Ausdrücken ihr Mißvergnügen zu erkennen; Karl ging im Saale auf und ab. Die Geheimerätin kam weinend zurück und erzählte, daß ihr Gemahl einpacken lasse und schon Pferde bestellt habe. Die Baronesse ging zu ihm, ihn zu bereden; indessen weinten die Fräulein und küßten sich und waren äußerst betrübt, daß sie sich so schnell und unerwartet voneinander trennen sollten. Die Baronesse kam zurück; sie hatte nichts ausgerichtet. Man fing an, nach und nach alles zusammenzutragen, was den Fremden gehörte. Die traurigen Augenblicke des Loslösens und Scheidens wurden sehr lebhaft empfunden. Mit den letzten Kästchen und Schachteln verschwand alle Hoffnung. Die Pferde kamen, und die Tränen flossen reichlicher.

[1795] Liste der Grundstücke und ihre Eigenschaften15

Allgemeine Aufnahme

Der im Bönnischen Bezirk Amt … Gemeinde … befindlichen Gebäude und liegenden Gründe; samt Berechnung der vom dritten Stande erhobenen Kontributionen.

Liegende Gründe, ohne Unterschied, ob sie bisheran in der Deskription enthalten waren, oder ob sie nachher entdeckt, oder allenfalls neu angebaut worden sind.

Rittersitze, Höfe, Mühlen und Häuser

Namen des Eigenthümers

 Gattung des Gebäudes

 Namen des Rittersitzes, Hofes oder Mühle

 Größe des Platzes, mit Inbegriff der dabei gelegenen Gärten und Baumgärten

Adeliche oder geistliche Güter, welche von Personen des dritten Standes besessen werden

Namen des Eigenthümers

 Weingründe: Morgen

 Ackergründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Wiesengründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Büsche: Morgen

 Weiden: Morgen

 Stockbroichen: Morgen

 Fischereyen: Morgen

 Torfgründe: Morgen

 öde Gründe: Morgen

Adeliche oder geistliche Güter, welche von der Geistlichkeit und dem landtagsfähigen Adel wirklich besessen werden.

Name des Eigenthümers

Weingründe: Morgen

 Ackergründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Wiesengründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Büsche: Morgen

 Weiden: Morgen

 Stockbroichen: Morgen

 Fischereyen: Morgen

 Torfgründe: Morgen

 öde Gründe: Morgen

Gemeine Baurengüter, welche von Personen des dritten Standes besessen werden

Name des Eigenthümers

Weingründe: Morgen

 Ackergründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Wiesengründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Büsche: Morgen

 Weiden: Morgen

 Stockbroichen: Morgen

 Fischereyen: Morgen

 Torfgründe: Morgen

 öde Gründe: Morgen

Gemeine Baurengüter, welche von der Geistlichkeit  und dem landtagsfähigen Adel wirklich besessen werden

Name des Eigenthümers

Weingründe: Morgen

 Ackergründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Wiesengründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Büsche: Morgen

 Weiden: Morgen

 Stockbroichen: Morgen

 Fischereyen: Morgen

 Torfgründe: Morgen

 öde Gründe: Morgen

Gemeinheits-Güter

Namen des Eigenthümers

Weingründe: Morgen

 Ackergründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Wiesengründe

  Bester Art: Morgen

  Mittler Art: Morgen

  Schlechter Art: Morgen

 Büsche: Morgen

 Weiden: Morgen

 Stockbroichen: Morgen

 Fischereyen: Morgen

 Torfgründe: Morgen

 öde Gründe: Morgen

Kontributions-Beiträge von Personen des dritten Standes

Namen des Kontribuenten

 Von eigentümlichen Gütern aller Art, à 21 Sous p. Morgen

  Anzahl der Morgen

  Kontributions-Anschlag: Livres, Sous

 Von Gewerben

  Gattung des Gewerbes

   Große Ländereipachtungen à 15 Sous v. Morgen: Morgen

   Kontributions-Anschlag: Livres, Sous

 Von Kapitalisten

  Kontributions-Anschlag: Livres, Sous

1796 Jan 09 Spendenaufruf der Munizipalität16

Bei der großen allgemeinen Not war es bisheran noch immer ein tröstender Anblick, dass unsere Armen hiesiger Stadt durch milder Herbeisorgung des täglichen Brods vor dem äussersten Grade des Elendes gerettet worden sind;

Besonders müßten wir es dem guten Charakter unsrer Einwohner verdanken, daß sie ihre eigene Bedrängniß durch den Anblick des noch größern Elendes ihrer armen Mitbürger sich vergessen machten, und ihren eigenen kümmerlich herbeigesorgten Bissen Brod mit ihrem nothleidenden Bruder, mit dem Armen, in wehmütiger Wohlthätigkeit geteilt haben;

Und obzwar hierdurch dem ganzen Nothbedrängniß aller Armen noch nicht völlig abgeholfen worden, sondern ein Bedürfniß von 140 Reichsthalern für jede Woche zu bestreiten übrig geblieben ist; so müßen wir doch auch noch ferner der mildthätigen Denkart unserer Einwohner es verdanken, daß, wo die Wochensammlung nur bis zu 12, oder 13 Reichsthaler sich belief, das Fehlende durch Kapital-Aufnahmen von Seiten der Stadt herbeigeschafft werden konnte;

Allein, wo es nun durch so viele schwere Auslagen, und Pressungen, womit die unglückliche Stadt bisheran bedrücket wurde, soweit gekommen ist, daß fernerhin gar keine Kapital-Aufnahme mehr für sie erhalten werden mag; so findet die Munizipalität hierdurch, und durch ihre Armen-Versorgung-Pflicht sich genöthigt, nunmehr an jene Einwohner, welche bei der Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zum tröstenden Behufe der Armen annoch etwas entbehren können, sich hiemit zu wenden, und sie zu begehren, dass sie für die nächstfolgenden vier Wochen die Verbindlichkeit sich schriftlich auflegen wollen, jede Woche einen bestimmten Beitrag nach Maaßgabe ihres Vermögens, und ihres mitleidigen Herzens zur Linderung des Elendes der Armen an den Quadrats-Aufsichter abzugeben.

Die Quadrats-Aufsichter haben das würdige Geschäft übernommen, die Beitrags-Summe von jedem Einwohner ihres Quadrat selbst zu erheben, und gegen Quittung zur Munizipalität zu erlegen, welche dann sofort über diese Einnahme und Ausgabe dem Publikum öffentliche Rechenschaft geben wird.

Die tröstlich sich anlassende Aussicht, daß unser Elend ferner nicht lange mehr andauren, daß dem Handel und Gewerbe neues Leben zurückkehren, und dem Nothleidenden seine Nahrungsquelle bald wieder sich öffnen werde; diese Aussicht, und der dabei sich gesellende Gedanke, dass solchergestalt das gegenwärtige, durch die Noth erzwungen, Armen-Versorgungs-Mittel nicht so lange mehr nöthig wird bleiben werde, wird eine Ermunterung dermal für jeden seyn, seinen gutwilligen Beitrag in so erklecklichen Maaße zu bestimmen, daß unsre Armen die gegenwärtige Noth annoch überleben, und sich mit uns bei der Rückkehr guter Zeiten auch annoch des Lebens wieder freuen werden können. Bonn den 9. Jänner 1796.

Von Munizipalität wegen.

1796 Feb 07 Spenden für die Armen17

Quadrat

Quadrats-Aufsichter

Rthl

stbr

hlr

1

Bockhorni

23

13

 

2

Baaden

14

24

 

3 und 4

Thung

31

37

 

5 und 6

Jansen

6

30

 

7, 8 und 9

Wild und Etscheid

7

56

8

10

Büttgenbach und Boosfeld

8

45

 

11

Fucks

1

17

8

12

Schmitz, Mehlem und Leydener

33

40

8

13

Wagener

13

43

4

14

Mouda

7

10

 

15

Schäffer

18

46

 

16

Peters

6

31

 

17

Fils

19

51

4

18

Falkenstein und Moll

14

37

 

19

Wolf

4

36

 

20

Kaul

12

49

12

21a

Eilender und Brink

7

51

12

21b

Prior und Trimborn

11

14

8

22

Baur und Petazzi

10

12

 

23

Pauli

11

38

4

24

Fürth

3

27

 

25 und 26

Lenz und Kocks

7

48

8

27

Wandels

10

59

 

28 und 29

Aldenburg

3

45

12

30

Aleff

1

 

 

31 und 32

Mehlem und Meyer

3

35

8

33

Lamm

9

55

8

34

Kassel

14

33

 

35 und 36

Römer

27

52

12

37 und 38

Bell

8

36

8

39 und 40

Klein und Brandenburg

12

54

8

41

Schunk und Bär

8

54

12

42 und 43

Hellermann

12

10

4

44

Aly und Baaden

9

71

4

45

Neudorf und Brüsselbach

45

9

20

46a

Mauß und Saget

9

24

8

46b

Graf und Büren

8

1

 

 

Besonderer Empfang

 

 

 

 

Schreinermeister Krautwig

 

36

 

 

Schneidermeister Neuland

 

30

 

 

Administrator Kley …

7

3

12

 

Ungenannt

30

8

 

 

Kloster Engelnthal

 

57

8

 

hiesiges Archidiakonalstift

20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Summe

524

38

12

 

aus diesem Gelde ist [ge]zahlt worden:

 

 

 

 

den 8ten Jenner

136

19

 

 

den 15ten Jenner

136

45

 

 

den 22ten Jenner

135

25

 

 

den 29ten Jenner

134

40

 

 

Summe

543

9

 

 

Hievon abgezogen der Empfang mit

524

38

12

 

so bleibt Vorschuß

18

30

4

 

1796 Mai 20 Gerolt: Precapitulation générale18

Canton [de] Andernach

782 129

Canton de Bonn

2 577 821

Canton de Rheinbach

828 697

Canton de Cologne à l’exclusion de la Ville

1 556 669

Canton de Zons

331 830

Canton de Neuss

1 354 487

Canton d’Urdingen

435 615

Total

7 867 248

 

Le present rôle montant à la somme de sept million huit cent soixante sept mille deux cent quarante huit livres a été arrêté par nous, administrateurs de l’arrondissement du pays de Cologne, et paraphe par le President à chaque page au nombre de quinze à Bonn le 1 prairial l’an 4 de la republique.

Signés

Gerolt President

L.S. Holthof adm[inistrateur]

Märken adm.

Bleissem

Eilender adm.

Windeck secretaire

1796 Mai 24 Finanzdirektor Gerard: Vermerk

Vu par moi, directeur des finances dans les pays conquis, le présent rôle de l’emprunt facé de l‘arrondissement de Bonn présentant un rélévé sommaire de la fortune présumée des differentes communes du arrondissemenet montant à sept million huit cent soixante sept mille deux cent quarante huit livres, ce qui a raison de 78 2/3 pour cent produira la somme de cent mille livres sauf deduction au augmentation d’après les renseignements pris ulterieurement dans les lieux par mon preposé

à Cologne le 5 prairial 4 année rep[ublicaine]

Signé Gerard

1796 Mai 28 Kommissar Blachare : Vermerk

Vu, verifié et arreté par mois, Commissaire Ordon[n]ateur en chef de l’armée de Sambre et meuse, le présent Etat dressé en execution des ordres du directoire éxécutif des Instruction du Ministre des Finances présentant le Rélévé sommaire de la fortune

|

présumée des différentes communes de l’arrondissement de Bonn, montant à sept millions huit cent soixante sept mille deux cent quarante huit livres ce qui a raison du soixante dix huitieme deux tiers pour cent, produira la somme des cent mille livres, à la quelle le dit arrondissemenet sera imposé et dont le montant sera versé à la Diligence du directeur des finances ou de son reposé dans la caisse du payeur général de l’armée, ou dans celle du récéveur qu’il designera à cet effet.

Le Directeur ou son prepose de concert avec l’administration d’arrondissement demeurent charges de faire parvenir aux citoyens imposes une note indicative de la somme, qu’ils aurant a payer, en les prevenant qu’à defaut par eux d’en acquites le montant savoir du cinq aux dix prairial

|

present mois, deux tiers – du dix aux quinze la moitié, du dernier tiers et du quinze au vingt le restant. La somme augmentera d’un dixieme par jour de retard.

La dite administration demeurera personellement avec les habitans garante et responsable des suites, qu’oicasiomeraint[?] les retards.

Le dit rôle rendu executoire sauf des cangement, rectifications ou Diminutions à faire, s’il y a lieu provenant des doubles employs ou amisions et d’après des renseignements ulterieurs, qui paroien dant au directeur des finances.

Au Quartier général à Cologne

Le 9 prairial 4 année republicaine

Signé Blanchare

Pour copie conforme

[unleserlich] regsitrateuer

Für gleichförmige Abschrift

Der Oberbürgermeister

[gez.] Belderbusch

[Stempelabdruck: Stadt Bonn]

1796 Juni 02 Bezirksverwaltung Bonn an Munizipalität Bonn19

Freiheit Gleichheit Bruderschaft

Bonn den 14 prairial im 4ten Jahr der frz.Rep.

Die Bezirks Verwaltung zu Bonn

An die Munizipalität zu Bonn

Bürger!

Euch ist es bewußt, daß zufolg den von dem Com[missai]re Ord[inai]re en Chef bestätigten Vermögensrollen die Zwangsdarlehensquota für den hiesigen Bezirk – mit Ausschluß der Stadt Köllen, und derselben Geistlichen, und übrigen Bewohner - auf hundert tausend Livres bestimmt worden ist.

Mit Zuziehung sämtlicher Kantons Verwalter haben wir die deßfalsige Vertheilung vorgenommen, und hiebey den Antheil der hiesigen Stadt auf zwanzig tausend sechs hundert sieben und vierzig – 20647 – Livres bestimmt, wovon jedoch die den verschiedenen geistlichen, Adelichen und bürgerlichen Einwohnern hiesiger Stadt, in der […]

|

Summe zuguthniet [?] sich auf 14159 livres belaufenden quoten, soweit solche abgeführt sind, in Abzug gebracht werden können.

Auf die totale ZwangsdarlehenSumme muß am 15ten dieses [Monats] 5/6 und am zwanzigsten dieses das ganze unter der Strafe erlegt werden, daß widrigenfals die Summe mit jedem Tag um 1/10 vermehrt werden solle.

Wir fügen auch eine Liste über die in der […] Summe hiesigen Einwohnern zu getheilten Quoten in der Anlage anbei, und fodern Euch auf unterdes mit einswilligem Vorbehalt einer während Regretigion [?] das fehlende durch eine baare Aufnahme beizuschaffen und das erforderliche Quantum ohne den mindesten Verzug auf die verschiedenen Einwohner nach dem anscheinlichen Verhältniß ihres Vermögens – wobey auf Gewerb, Handel, Industrie, Kapital und Grund Eigenthum Rücksicht zu nehmen – jedoch mit billiger Verschonung der ärmeren Klassen gehörig zu vertheilen, und alle in euren Kräfte stehende Mittel anzuwenden,

|

damit der Vermeidung größerer Uebel das ganze binnen der vorbestimmten Frist zur dasigen General Einnehmung unfehlbar unterrichtet werden.

Gruß und Verbrüderung

Unterzeichnet Gerolt, Bauer Expeditor

Für gleichförmige Abschrift

Oberbürgermeister

[gez.] Belderbusch

[Stempel der Stadt Bonn]

1796 Juli 04 Mittelagent Chauvel an die Stadt Bonn

No. 2767

Liberté Egalité

Bonn le 16 Messidor 4 année republicaine

L’agent intermediaire de l’arrondissement de Bonn

à la Municipalite

Par la note, qui vient de m’etre remise de Versemens, que dans .. faite dans la caisse du receveur en acompte du contingent, au quel la ville de Bonn a été taxée dans l’emprunt forcé, il resulte, que vous etes arrieres d’une somme de sept cent trenet cinq [735] livres on demande cette somme avec instante, sous les indemnités qui ont été exigees par le commissaire général, en cas de retard.

Je vous requiers donc de verser sur le Champ le restant dans la Caisse du receveur et faut par Vous de me justifier de ce payement dans deux heures, je me serrais forcé d’etablir chez chacun des membres de la municipalité une execution militaire jusqu’ a ce qu’il

|

… été satisfait a la présente demande.

Vous voudres bien m’accuser reception de cette lettre.

Salut fraternité

signé Chauvel

Für gleich förmige Abschrift

Der Oberbürgermeister

[gez.] Belderbusch

[Stempelabdruck: Stadt Bonn]

1797 April 05 Intermediär-Kommisssion beschliesst Arrondissements20

Die Intermediär-Kommission [auch: Mittelkommission] der eroberten Länder beschließt wie folgt:

Art. I.

Alle unter der Oberverwaltung der Intermediär-Kommission stehende Länder sollen einstweilen in sechs Bezirke – Arrondissemens – eingetheilt, und durch hierunten benannte Verwaltungsstellen im Namen und unter der höchsten Obergewalt der französischen Republik, als der Einzigen, welche dort in dieser Eigenschaft anerkannt werden darf, regiert werden.

Art. II.

Der Erste Bezirk, unter dem Namen Bezirk von Creutznach [mit Sitz in Creutznach].

Der Zweite Bezirk, oder der Bezirk von Zweibrücken [mit Sitz in Zweibrücken und Saarbrücken].

Der Dritte Bezirk, oder der Bezirk von Trier [mit Sitz in Koblenz].

Der Vierte Bezirk, unter dem Namen Bezirk von Köln [mit Sitz in Bonn].

Der Fünfte Bezirk, oder der Bezirk von Jülich [mit Sitz in Düsseldorf].

Den Sechsten Bezirk, unter dem Namen Bezirk von Geldern [mit Sitz in Geldern, Mörs und Cleve].

[…]

Bonn den 16 Germinal im 5. J[ahr] der fr[anzösischen] Republik.

Für die Aechtheit des Auszugs bescheinigt von

SHÉE Präsident.

Berdot, General-Sekretär.

1797 Juni 10 F.R.Dahmen an Pfarrer Dr. Wagener21

Reverende Domine Pastor!

Laut zuverlässigen Nachrichten von Herrn  Falkenstein heut Dato wird der Friede mit dem Kayser22 und mit dem Reich binnen 4 ad 23 5 Tagen zu Bonn und überall mit allen Conditionen publiciert werden. – General Hoche 24 hat heut morgen der Regierung zu Bonn Viel Schönes gesagt: Sie seyen Deutsche Patrioten. – Verräther ihres Vaterlandes. – und gar Bösewichter, auch zugleich dass der Friede in kurzem solle publiciert werden, weil diese Neuigkeiten ganz sicher seyn sollen, mache ich mir eine Ehre daraus Ihnen solche bekannt zu machen. Ich harre übrigens allzeit mit Hochachtung

 

Heisterbach, 10 Juny 1797

Plurimum Reverendo

Doctissimoque Domino

Dr. Wagener Pastori

Dignissimo

in

Oberdollendorf.

Reverendi Domini Pastoris

Servus humillimus

F. R. Dahmen {unleserlich}

Für die Abschrift

Gronen

Kreissekretär25

 

1797 Okt 15 Éloge funèbre du Général Hoche26

PRONONCÉ A Versailles, le 24 Vendémiaire an VI, DANS LE TEMPLE DES THÉOPHILANTROPES

Lorsque je formois il n'y el qu'-un instant, des vœux pour la Patrie; quand je priois FKterne! avec vous et que je lui demander de garantir nos champis contre les attaques de l'ennemi il m'a 'semblé qu'une voix sortoit

de d funèbre cénotaphe et qu'elle me répondait en accens douloureux l'Eternel a rappelé dans son sein celui qui affranchit nos frontières du » joug de .l'étranger; Landau pleure son libé» rateor n'est plus Hoche est mort. » Daigne sur- tout in daigne, 0 Dieu puissant et Lon, nous prcsen'er des dissentions civiles Et ruaiid je ces muts, je spectacle de cette urne et de cesfvoilcs lugubres rappeloit à mon âme contristée que celui clui éteignit les torches de la discorde qui rendit le calme aux contrées désodées par l'assassinat" et la vengeance n'est déjà plus qu'un peu de cendres; l'olivier a été frappe' de la foudre la tombe a dévore le Pacificateur de la Vendée Hoche n'est plus Hoche est mort. Ah! qu'elle vive parmi les Adorateurs de Dieu, la mémoire de celui qui servit si bien les hommes Qu'il soit célèbre par les Amis de l'humanité, celui qui se rendit utile à la Patrie. Sans doute nos éloges ne consoleront pas la famille qui Fa perdu nos pleurs ne réchaufferont pas sa dépouille inanimée mais ses actions demeureront au milieu de nous, afin que la Patrie soit encore honorés et que la

célébrité d'un exemple toujours prient, encourage d'une sainte émulation les âmes énergiques dignes de l'irniter. Habitans. de Versailles c'est sous vos yeux que s'écoulèrent les années de son enfance vous vites naitre obscur dans vos murailles celui qui devoit les illustrer un jour; et l'épreuve nécessaire de l'obéissance fut son premier pas vers l'art de commander. L'Eternel qui, dans le cours insensible des siècles, choisit, par intervalles quelques époques extraordinaires pour donner de grandes leçons au monde; qui dépose les hommes puissans du siège de leur grandeur et fait monter à leur place l'humb'e ctu'ils avoient dédaigné (i) l'Eternel marqua, pour félévation de Hoche ces années mémorables où la France étoit couverte de débris de ses anciennes institutions. Ainsi quand le tems a m i né ces antiques monumens, ouvrages périssables, dont L’ostentation des hommes a fatigué la terre la nature jette quelquefois dans leurs flancs entrouvertes la semence d'un jeune cèdre, qui, venant à croître au milieu des ruines, pousse ses racines jusques fi) Deposuit poteutes de sede et exaltavit humiies. ( Saint'Mathieu)

dans leurs fonde mens et porte bientôt audessus de leur laite ses robustes rameaux et sa ttte majestueuse. De quels dangers alors la Patrie fut environnée Les Nations frémissantes s'amonceloient autour d-elle comme les vagues 'de l'Océan lorsqu'elles battent le rivage avec un mugissement .sourd précurseur de la tempête. Tous ceux qui voudroient attacher à leurs vanilés la perpétuité qui n'appartient qu'aux œuvres du Très Haut tous ceux dont l'orgueil impie be croit immuable comme la divinité se sont réunis contre la France leurs cris menaçant ont été entendus dans Pilnitz » Ce peuple disoient- ils n'est y plus qu'un vil troupeau sans Pasteur, frappons » le troupeau et partageons entre nous ses dév pouilles x. Et tandis qu'ils parloient, voilà que des Pyrennées jusqu'aux Vosges des Glaciers des Alpes jusqu'aux Dunes de la Manche, leurs nombreux satellites étendoient autour de nousles filets de l'esclavageetles Vous le-avez brisés par votre élan sublime, jeunes guerriers qui parûtes tout-à-coup comme des bataillons innombrables sortis de la terre cultivée par vos mains. A l'expérience suppléa

l'ardeur du patriotisme et devant des armées nouvelles, rassemblées à la hâte sans autre art que l'instinct rapide du courage l'Europe vit s'arrêter ces anciennes logions du Nord, jadis fameuses par de longs combats, désormais forcées c! admirer un ennemi qu'on leur avoit peint nprisable et surprimes de rencontrer des combats où elles n'avouant espéré que des victoires. floche second oit vos travaux, TY»r|é rurcessivement par ses talens et par son courage à tous les degrés de la milice il éfoir Adjudanlcénéral lorsque vous vainquîtes à Itouschot, et dès ce jour il fut jugé digne de n'avoir plus d'autre rang que le premier le Gouvernement, le nomma Général en chef de Tannée de la Mozelle. Moins heureuse que les autres cette année n'a. voit pas l'habitude des» succès le lîas-ihin étoit envahi le Fort Vauban n'a voit pu être défendu par son grand nom Germeslieiin et Spire étoicnt tombées au pouvoir de 1" Au! rirhien retranché derrière les lignes Landau étoit bloquée, et ics Ardeuncs pi-csque sans défense. Cependant l'hiver approchoit et les Soldats de la Patrie, victimes du plus affreux

dénuement vouvoient se fermer devant eux la saison des combats et l'espoir de la victoire. Hoche arrive, il les ranime par ses soins il les encourage par ses exemples-; il ose'exécuter des manœuvres qu'on n'avoit pas osé concevoir. Le 2 Nivôse-an II l'ennemi est battu dans les lignes de Wissem bourg ses bandes fugitives abandonnent L’Alsace Landau est sauvée, et le Fort Vauban s'enorgueillit d'être encore Français. Qu'elle fut la récompense de ce service signalé ? Quelle courorihe civique va parer la tête du vainqueur de l'Autriche? quekriomphe lui donnera la Patrie? des fers, un cachot, un arrêt de mort tracé à l'avance par une main qui ne pesa jamais en vain sur la tête de l'innocent. S 0 saint amour de l'humanité, ne permets pas qu'il échappe à ma bouche des paroles de haine et de discorde Mais combien ils ont dû s'applaudir les ennemis de la France, quand ils ont vu ses enfans tourner contre eux-mêmes leurs mains ensanglantées; ce sont eux qui ont irrité nos maux afin que nous ne fussions plus pour les Nations qu'un spectacle d'horreur ils ont dit à l'ignorance et à la calomnie d'immoler les Républicains sur l'autel

de la terreur et ils se sont ensuite écriés avec une joie barbare « la terreur est la divi» nité des républiques »! Tombe à jamais son idole afireuseet sanguiguinaire, tombent les fers honteux dont on osa flttrir les mains vertueuses du grand homme que nous pleurons le 9 Thermidor vicnt de le rendre à la liberté, et la liberté retrouve encore en lui l’un de ses plus zélés défenseurs. t'ne guerre atroce intestine et toujours renaissante allumée par le fanatisme entretenue par tous les crimes signalée- par toutes les rages, avoit désole les rives de la Vendée; Hoche ose espérer de l'éîemcîre; il vole dans ces malheureuses contrées, et soudain disparoissent devant lui les nouveaux alimens de discorde que l'Anglais avoit vomis sur nos bords; il fait succéder la discipline au désordre, la fermeté des mesures et la sagesse des plans aux mouvemens aveugles de la fureur. Il a vaincu les bataillons des rebelles les armes la main il dompte encore leurs âmes par la clémence et par la générosité ,leurs champs, »p v naguères dévastés par le carnage, maintenant enrichis par des moissons nouvelles attesteront désormais que si cette valeur féroce qui

ne veut que la destruction et ne se nourrit que de ravagea est la plus (les folies humaines, le courage éclaire qui se propose pour objet de conquérir la paix de faire .régner la justice et de forcer les vaincues â devenir plus heureux est le plus sublime élan de la vertu comme la victoire qui raccompagne est le plus daigne prix du bienfaiteur des homme Hoche aspiroil à le mériter on âme ardente ci-voit n'avoir rien f'ait pour la Patrie tant qu'il lui restoit des ennemis à combattre. La fière Albion séparée du reste des nations encore plus par sa haine farcuclie que par les mers qui l'environnent le vit en frémissant s'approcher des bords de l'Irlande opprimée. Cité superbe, tu fus sauvée par l'Océan devenu ton esclave mais un jour viendra où l'Océan lui-même ne sera plus qu'une impuissante barrière contre le ressentiment des peuples Trembles parce que tu n'as aimé la liberté que comme les richesses, pour en dépouiller, s'il se pouvoit, l'univers. Tremble, il est une justice éternelle qui punit aussi les Nations perverses, et ta tortueuse politique ne trompera pas ses décrets irrévocables.  Alors des mains généreuses élevoient près

de Coblentz, la tombe du gênerai Marceau, de ce jeune amant de la gloire, dui fut perdu trop tôt pour elle et de nouveaux exploits ont appelés Hoche dans les lieux honorés par ce monument, et son courage ne soupçonne pas que c'est là, bientôt que reposeront ses cendres héroïques à côté de celles d'un héros. L'armée qu'il va commander est celle qui des bords de la Sambre et de la Meuse, a porté si souvent, chez l'ennemi l'épouvante et la fuite ses drapeaux avoient paru un instant abondonnés par la victoire mais c'est Hoche qui les dirige, et déjà ils sont plantés sur l'autre rive du Rhin. Ce fleuve voit pour la seconde fois nos phalanges audacieuses triomphantes de ses ondes leur marche est encore plus rapide que son cours. Ehrenbreitstein et Mayence en sont ébranlées jusques dans leurs forteresses ét Francfort reconnoit devant ses portes inhospitalières, l'ennemi généreux qui lui pardonna la plus lâche des trahisons. Cependant cet autre Guerrier qui commande l'armée d'Italie digne émule des hommes Voyez le poème des Francs

antiques, dont les cendres e sont réveilléesà son aspect dans les murs du Capitole; Buonaparte a forcé l'aigle des Germains la victoire a rejetté sur les rives du Danube les alarmes dont la Seine avoit été menacée. La -fière Autriche éprouve enfin que le système ambitieux qu'elle avoit embrassé n'est pas sans péril elle accepte d'une main incertaine les préliminaires de paix que la modérarion lui présents et parmi les lauriers. dont la France est couverte commencent à poindre les premiers boutons de l'olivier douce et frèle espérance que les aquilons peuvent encore détruire. C'étoit ce terme heureux que Hoche avoit espéré de sa carrière militaire hélas le terme de sa vie n'en devoit pas être éloigné. Dirai-je comment fut versé goûte à goule, sur son coeur, le venin de la mort ? ce cœur étoit consumé par une sensibilité, brûlante et sans ce feu divin peut-être, il n'est point de grandes vertus. Celui qui avoit contemplé de sang-froid tous les dangers au milieu des combats, sur les vagues de l'Océan, près des échafauds des Décemvirs, ne put supporter les traits qu'une basse jalousie ou des combinaisons plus perfides encore, avoient dirigé contre lui ainsi se vérifient les

paroles d'un sage vieillard. les jours de la plus belle .vie sont comme ceux qui passent sur la terre la moitié seulement en est éclairée par les rayons de la lumière tandis que l'autre est dévouée aux ténèbres au milieu de nos vains travaux et des biens passagers qui nous enivrent, toujours quelque amertume secrette vient nous avertir que ce n'est pas ici que nous pouvons établir notre félicité. Malheureux que nous sommes nous faut paver nos fortunes du prix de notre repos nos attachemens les plus chers, par des regrets; et la considération publique, aux dépens de notre bonheur personnel. Et pourtant qui fut plus digne de le goûter que celui qui n'oublia jamais la voit de la nature. Théophilantropes les récits des batailles et des exploits guerriers conviennent. mal peut-être à cette enceinte, et ma bouche écho trop imparfait de ceux qui m'ont précédé (2), sufiit à peine à vous les redire;  Semblable au globe sur lequel nous tournons notre révolution rapide n'est que d'un jour, et urtie de ce jour ne peut recevoir la lumière que l'autre ue ffiii livrée aux ténèbres. Bernardin de S. Pierre.  Voyez l'éloge dt Roche, par Daunou; voyez le même par Jourdan.

mais qu'il est bien plus doux de vous parler des qualités touchantes qui rapprochent l'homme de ses semblables, et de dépouiller l'appareil de rhéroisme pour ne contempler que la simplicité de la vertu. On vit autrefois un peuple, fameux entourer les funérailles de ses chefs d l'appni.efr d'un jugement solemnel, et iyit en quelque aorte, les morts de leur tombeau pour les soumettre à la justice des vivans et de la postérité. Çuenepuis-jede mémepré.enterlapémoire de devant vous commedevant les arbitres des destinées futures, et rassembler dans cette trisle cérémonie les témoignages de tous ceux qui répètent dans leur douleur Je bien qu'il a fait aux humains. Ici seroient les Soldats de la Patrie, couverts d'honorables blessures: « Moche, vous diroient» ils, nous apprenoit à vaincre; mais il nous » instruisoit à des vertus plus utiles encore il nous faisoit aimer la discipline trop négligée »dans les camps, et l'ordre si nécessaire dans s toutes les situations au milieu de rhorreur » des combats il vouloit que l'humanité » fut respectée; nos armées dévorées depuis » leur existence, par toutes les sangsues qui »aspirent la substance du Soldat et du peuple,

eurent encore moins à lutter contr etes ennemis » que contre la faim et la -misère. Hoche nous » faisoit supporter nos maux avec patience il » les partageoit lui même, il les adoucissoit par » ses soins et tandis que d'insatiables exacteurs » le faisoient accuser de péculat, au sein même » de.la représentation nationale, il arrachait v quelques débris à leur proie pour nous vêtir, » et nous préparer à de nouveaux combats; nous » lui avons rendus justiceàsa mort et nous avons » mis sur sa tombe cette inscription il a » chassé les fripons de V Armée ».

THEOPHILANTROPES QUE L'HOMME PROBE SOIT BÉNI PARMI VOUS.

Là, seroient de pauvres habitantes des bords de la Sieg et de la Lahn. « Le feu de la guerre, » s'écrieraient-elles, a brulé nos contrées, nos » moissons ont été la contribution des Soldats » encore plus misérables que nous. Hélas! nos » maux eussent été intolérables si Hoche n'en » avoit suspendu l'excès. Il fut dénoncé pour » avoir épargné notre dernière subsistance; le » peu d'alimens qui soutiennent notre famille, » c'est à lui que nous les devons. Quand nos k jours furent menacés, il les fit respecter; il nous » donna une escorte pour nous conduire, quand

Nous allions être les victimes ducarnav h «AMANITE SOIT BENI PARMI vOUS. Ecoutez au pied de cet autel le sombre Vendéen « Pendant trois ans, mes mains ont » commis tous les crimes, et le crime a désolé y mon pays de ses affreuses représail les. Hoche » eut 1 énergie de la jeunesse pour nous vaincre, » il eut la sagesse d'un vieillard pour nous 9 éclairer; ses leçons généreuses ont arraché » des larmes d'attendrissement à mes yeux qui v croyoient n'en plus verser que de fureur; et » la douce fraternité a réuni des âmes qui sembloient divisées pour toujours par la haine et par la vengeance; j'ai relevé ma chaumière y du milieu de ses ruines, et j'y placerai l'image » de mon bienfaiteur ». Théophilantropes, que L'AMI DE LA CONCORDE SOIT BENI PARMI VOUS. Plus touchant encore, vous verriez un vieillard vénérable se courber sur cette urne en gémissant c'est le père de Hoché lui-même malheureux de survivre à son fils: « Charles, mvn pauvre Charles, répéteroit-il à ce spectacle funeste « c'est toi qui soutenais mes jours y jusques sur les bords du tombeau que n'j

suis-je descendu quand tu pouvois encore » fermer mes tristes yeux; tu honorois mes » cheveux blancs tu partageois ta solde avec » mon indigence. Que ferai-je désormais sans » toi sur la terre ? Charles mon pauvre » Charles, je ne te verrai plus ». THEOPHILANTROPES, QUE xxxxxxxxxxxxx SOIT BENI PARMI VOUS. Mais quel cœur ne seroit pas ému à l'aspect de cette femme intéressante et respectable qui a uni son sort au grand homme que nous pleurons je crois la voir au milieu de ce deuil public tenant son fils à peine sorti du berceau, renversé sur son sein, d'où naîtra bientôt un autre enfant encore qui n'aura jamais vu son père. « Fr ançais vous diroit-elle c'est en vous » servant que mon époux est mort je lui avois » promis le bonheur mais le bonheur est une » plante délicate qui se flétrit auxrayons trop vifs » de la gloire voici la famille du vainqueur du » Rhin, qui n'a recueilli de huit ans de travaux » qu'une médiocrité insuffisante à ses besoins. Un » Général né dans l'obscurité et mort sans richesses ne sera pour plusieurs qu'un objet méprisable mais c'est à vous que je confie son honneur etcelui de ses enfans ».

ThéophiLANTROPES, QUE LE RÉPUBLICAIN VERTUEUX SOIT DÉNI PARMI VOUS. Tu entendras ces accens Tune douleur véritable, Dieu puissant à qui seul il appartient de donner l'immortalité que promettent les vains éloges des hommes. La mémoire du juste montera douce que les parfums 'offerts sur tes autels, et tes adorateurs pleins de confiance en ta bonté s'écrieront dans un religieux attendrissement, « que p soit béni et que l'exemple des djgpîes serviteurs » de la Patrie demeure au milieu de nous »

A Versailles de l'Imprimerie de Jacob, place d'Armes No. 13

 

1797 Nov 13 »Souveränitätserklärung des Volkes zwischen Maas, Rhein und Mosel«27

Seufzend unter dem Joche unserer Tyrannen, niedergebeugt durch den Despotismus der Monarchie küßten wir die Hand, die uns schlug, und wagten nicht einmal den Gedanken an eine Umwälzung, die all’ jene Übel beendigen könnte. Unsere Bedrücker sahen, daß ihre Verbrechen ungeahndet blieben; verblendet dadurch, sannen sie auf Mittel, den grenzenlosen Despotismus noch zu vermehren, verbanden sich mit den Verschwörern, die das wiedergeborene Frankreich aus seinem Schoße ausgespieen, als auf einmal das französische Volk die Könige auf ihren wankenden Thronen erschütterte, die Völker Zeugen der Siege der großen Nationen wurden, welche die unveräußerlichen Rechte des Menschen proklamierte. In unsern natürlichen Zustand wiederhergestellt, sagten wir: Die Tyrannen sind nur groß, weil die Völker vor ihnen knien. Stehet auf, Völker! und die Tyrannen liegen zu euren Füßen. Innigst überzeugt, daß ohne Ausübung demokratischer Grundsätze kein Gemeinwohl denkbar ist; durch Erfahrung belehrt, daß die Völker, welche davon abweichen, nie den Zweck erreichen können, den sie bei der Bildung in Gesellschaften sich vorsetzten, haben wir beschlossen, die Bande der Knechtschaft zu zerreißen, die uns bisher gefesselt hielten.

Aus diesen Gründen [... ]

Die Patrioten, welche das Volk zwischen Maas, Rhein und Mosel durch die Wiedereroberung der unveräußerlichen Naturrechte repräsentieren, erwägend dieses alles, proklamieren im Angesichte des Höchsten Wesens die Volkssouveränität und erklären wie folgt:

  1. 1)Die ehemaligen Prinzen oder sog. Souveräne dieser Länder sind Feinde der Nation und auf immer aus diesen Gegenden verbannt; 

  2. 2)die Bewohner besagter Länder sind frei und unabhängig; 

  3. 3)das Volk nimmt zur Garantie seiner Freiheit die Französische Konstitution an, die auf die Rechte des Menschen und der Gleichheit gegründet ist; 

  4. 4)das Volk zwischen Maas, Rhein und Mosel verbindet sich, um seine politische Independenz zu sichern, mit dem Französischen Volke und inkorporiert sein Gebiet mit jenem der Republik, die, nachdem sie die Könige gebändigt, auch ihren Beschlüssen bei denselben Achtung zu verschaffen weiß; 

  5. 5)die Verbindung mit dem Deutschen Reiche ist für immer aufgehoben; 

  6. 6)das Volk dieser Länder wird nie gegen das Deutsche Volk, wiewohl es sich von demselben trennt, die Gefühle der aufrichtigsten Bruderliebe verleugnen, und mit Sorgfalt seine Verhältnisse, die zwischen Deutschland und der Französischen Republik bestehen, zu unterhalten suchen; 

  7. 7)alle Militär-, Administrativ- und richterliche Gewalten, unter was für einer Benennung sie bestehen mögen, die von den ehemaligen Fürsten oder der alten Ordnung der Dinge herrühren, sind vernichtet; 

  8. 8)die Titel von Adel, Unterscheidungsorden, allgemeine und besondere Privilegien, Exemtionen, Feudalrechte, herrschaftliche Zinsen, Zehnten jeder Art usw. sowie alle Einrichtungen, welche die Ungleichheit unter den Ständen hervorbringen, sind und bleiben aufgehoben; 

  9. 9)die ehemaligen Fürstendomänen sowie die angeblichen Kirchengüter sind Eigentum des Volkes geworden; 

  10. 10)es sind Maßregeln zur Tilgung der Staatsschulden zu treffen; 

  11. 11)Gewissensfreiheit und Ausübung der Gottesdienste ist in der ganzen Ausdehnung des Wortes angenommen, aber der Staat besoldet keine Diener für dieselben. 

Wenn wider alle Erwartung der Erfolg dieses blutigen Krieges die Bewohner dieser Länder unter den Despotismus ihrer Unterdrücker zurückschleuderte, so schwören wir, stark durch die Grundsätze jenes untrüglichen Rechtes, welches die französische Nation proklamiert und, ohne ihr Ehrenwort zu verletzen, nie vergessen kann, daß wir in solch einem Falle auf nichts als die Wut der Verzweiflung hören und uns eher unter den Ruinen unsers Vaterlandes begraben werden, als Zeugen sein wollen von einem Triumphe des Despotismus.

Gegenwärtige Erklärung soll gedruckt und im ganzen Lande zwischen Maas, Rhein und Mosel bekanntgemacht werden. Sie soll an die Nationalrepräsentanten des Französischen Volkes, an das Vollziehende Direktorium, an die Nationalrepräsentation der Batavischen und Cisalpinischen Republik, an das Vollziehende Direktorium der letztern, an den Obergeneral der Armee von Deutschland, an den Präsidenten des Nationalinstituts zu Paris, an den Präsidenten der Intermediärkommission zu Bonn und auf den Kongreß zu Rastatt geschickt werden.

Geschehen Bonn, den 23. Brumaire 6. Jahres der ein- und unteilbaren Französischen Republik. Aus Auftrag des hiezu von allen Zentralausschüssen der Föderation der Patrioten des linken Rheinufers bevollmächtigten Generalausschusses.

1797 Nov 26 Augereau hebt Mittelkommission auf28

Freiheit! Gleichheit!

Auszug aus dem Register der Berathschlagungen der Nazional-Regie der Französis[chen] Republik, beauftragt mit der Verwaltung der eroberten Länder, zu Bonn am Rhein.

Sitzung vom 6. Frimaire 6ten Jahrs d[er] f[ranzösischen] R[epublik]

Auf den Beschluß des Obergenerals der Armee von Deutschland, dessen Inhalt hier folgt:

Im Hauptquartier zu Offenburg, den 3 Frimair, 6. J[ahrs] der einigen und unzertheilbaren französ[ischen] Republik.

Augereau, Oberkommandant der Armee von Deutschland

Beschließt, wie folgt:

Art. I. Die französ. Verwaltung der eroberten Lande unter der Benennung der Mittelkommission zu Bonn, ist aufgehoben.

Art. II. Die Glieder, aus der sie besteht, sind einstweilen mit der Verwaltung der eroberten Lande, unter der Benennung der Nazional-Regie der französ. Republik beauftragt.

Art. III. Der gegenwärtige Beschluß soll durch einen ausserordentlichen Kurier an den Präsidenten der Kommission gefertiget werden, um auf der Stelle vollzogen zu werden, und Rechenschaft durch den nämlichen Kurier davon abzulegen.

Unterz. Augereau

1801 Jan 09 Rede des Bürger Boucqueau, Präfect des Rhein-und Mosel-Departements, gehalten bei Gelegenheit der Installirung des Maire’s der Gemeinde Bonn [Johann Josef Eichhoff]29

Bürger!

Die erste Consul der französischen Republik hat Sie zum Maire dieser Stadt ernannt. Eine so ehrenvolle

| 138

Auszeichnung ist das sicherste Zeugnis des guten Rufs, in welchem Sie stehen; sie ist ein sicheres Beleg Ihrer Talente, Ihrer Uneigennützigkeit, und Ihrer bürgerlichen Tugenden! Der erste Consul, dieser große Mann, der Frankreich rettete und Europa den Frieden geben wird, er hat Sie zu diesem ehrenvollen Posten berufen, und Sie werden keinen Augenblick in Ausübung Ihrer Amtsverrichtungen vergessen, was Ihre Pflicht und die Hofnung Ihrer Mitbürger von Ihnen fordert. – Nein! Mit Gewißheit darf ich es vorher sagen, Sie werden die Erwartungen Ihrer Mitbürger, Sie werden die Erwartungen desjenigen, der Sie zu dieser Stelle berufen hat, erfüllen. Sie werden auf der einen Seite die Rechte der Regierung bei Ihren Mitbürgern sichern, und auf der anderen der eifrige Sachwalter Ihrer Mitbürger bei der Regierung seyn.

Ich halte es für meine Pflicht Ihnen bey dem Antritte dieser Amtsverrichtungen die Grundsätze anzudeuten, die Sie leiten müssen, wenn Sie die wichtigen Pflichten, die Ihnen obliegen, erfüllen sollen.

Die wohlthätigen Absichten der Regierung müssen Ihnen bekannt seyn. Sie weiß, daß ihre Stärke auf der Einigkeit und dem Zutrauen der Bürger beruht.

| 139

Die Regierung verachtet es, Zweypalt unter den verschiedenen Partheyen zu erhalten, und auf diese Weise die Oberhand zu halten. Die Regierung kennt nur eine Parthey, jene der Bürger der französischen Republick, die Freunde der Regierung und ihres Vaterlandes sind. Sie beschäftiget sich mit keinen Privat-Zänkereyen, und das Glück der Bürger ist der einzige Gegenstand ihrer Bemühungen und ihrer Wünsche.

Aber sie steht an der Spitze der politischen Gesellschaft, und das Interesse der ganzen Nation muss sie beschäftigen. Sie kann sich nicht unmittelbar mit jedem einzelnen Bürger einlassen. Soll sie das ihr vorgesteckte Ziel ihrer hohen Sendung erreichen; so muß sie Beamte finden, die zwischen ihr und dem Volke stehen, und welche von demselben Eifer beseelt sind; Beamte, welche jene Standhaftigkeit, jenen unerschütterlichen Muth, der alle Hindernisse bezwingen hilft, und welcher, trotz dieser Hindernisse, den glücklichsten Erfolg voraussagen lässt, besitzen.

Zunächst bey dem Volke, wer könnte besser, als Sie, Bürger Maire, die Regierung in ihren wohlthätigen Absichten unterstützen?

| 140

Die immer währende Berührung und das wechselseitige Zutrauen, welches zwischen Ihnen und Ihren Mitbürgern täglich Statt haben wird, giebt Ihnen die Mittel für das Wohlseyn dieser Ihrer Mitbürger zu arbeiten.

Und welche Beschäftigung, welcher Auftrag könnte edler und eines wohldenkenden Mannes würdiger seyn, als der, für das Glück seiner Mitbürger zu arbeiten! Diese Aussicht muss die angenehmsten und belebensten Gefühle in Ihnen erwecken.

Wenn Sie aber Ihre Sendung mit Erfolg krönen wollen: so muss Ihre erste Sorge seyn, die getrennten Gemüther zu vereinigen. Allen Saamen der Zwietracht müssen Sie zu ersticken, alle feindselige Leidenschaften auszujähten suchen. Nur ein Gedanke, der des allgemeinen Wohls, der Liebe des Vaterlandes, müsse endlich alle andre politische Meinungen verdrängen. Dieß ist das Ziel, nach dem Sie ringen müssen; auf dem Wege zu ihm, werden Sie mich immer finden. Wir werden es sicher erreichen, indem wir unsere Verwaltung auf Treue und unverbrüchliche Redlichkeit gründen. Unsere Gesinnungen müssen sich sowohl durch unsere öffentlichen Handlungen,

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als durch die Reinheit unseres Privatlebens bewähren.

Die Verrichtungen, die Ihnen aufgetragen sind, dehnen sich über alle Theile der Verwaltung in Ihrer Gemeinde aus. Sie bestehen in der Besorgung jener Geschäfte, die für sich allein betrachtet, unbedeutend scheinen, die aber von der höchsten Wichtigkeit sind, sobald man erwägt, daß sie die Grundlage des Gebäudes der bürgerlichen Ordnung und gleichfalls die Grundstoffe des öffentlichen Wohls sind.

Es ist Ihre Pflicht über den Vollzug der Gesetze, die den Civilstand des Bürgers betreffen, zu wachen; zu sehr sind diese Gesetze in einigen Theilen dieses Departements vernachlässigt. Lassen Sie sich es aufs genaueste angelegen seyn, daß die hiezu bestimmten Bücher pünktlich geführt werden. Tragen Sie Sorge, daß dieses Band der bürgerlichen Gesellschaft, welches allein die Ruhe in den Familien erhalten kann, nicht zerreisse.

Besonders ist unter jenen Vorrichtungen, die Ihnen als Beamter aufliegen, Eine, welche Sie sicher mit jenem theilnehmenden Eifer, den der Leidende und Unglückliche fodert, erfüllen werden. Ich rede von der unmittelbaren Aufsicht der Armenanstalten.

| 142

Ich weiß es freylich, daß die in hiesiger Gemeinde vorhandenen Armenanstalten noch wenige Hülfsquellen darbiethen. Aber unter Ihren Händen werden durch kluge Haushaltung die Hülfsquellen sich vermehren, und Ihr Eifer wird die Unzulänglichkeit der Mittel zu ersetzen wissen.

Noch eine andere Anstalt verdient Ihre vorzügliche Aufmerksamkeit: die unmittelbare Aufsicht über die Gefängnisse ist Ihnen anvertraut; wachen Sie mit Strenge darauf, den bisherigen großen Ausgaben derselben vorzubeugen; und indem Sie sie besuchen, werden Sie denen, welche daß das Gesetz dahin verwiesen hat, Trost zu geben wissen.

Sie werden jene Polizey handhaben, die die öffentliche Sicherheit fodert, aber zugleich das Gesuch des Verhafteten mit Antheil anhören. Bedenken Sie stets, daß jeder, auch der, welche die Gesetze übertreten hat, doch noch ein Recht auf Ihren Schutz hat, und daß er bis zu seinem Ende alle Rücksicht verdient, die man den Unglücklichen schuldig ist.

Noch andere Gegenstände muss ich Ihnen mit Nachdruck anempfehlen: die Reinlichkeit der Straßen und Ihrer Beleuchtung; die Unterhaltung der Steinpflaster; die Vorkehrungen gegen Feuersgefahr; alles

| 143

was die Sicherheit der Personen, und des Eigenthums vergewissern; alles was die Ordnung in der Gemeinde handhaben; alles was diese Gemeinde sicherer, gesunder, und angenehmer zu machen imstande ist, muss Ihre vorzügliche Aufmerksamkeit und Sorgfalt auf sich ziehen.

Aber erinnern Sie sich immer bei allen Maaßregeln, die Sie zu diesen Zwecken nur nehmen könnten, daß wir in einem freyen Staat leben, wo der geringste Eingriff in die Freyheit der Person, und eine Verletzung der Hausfreyheit, ein Verbrechen ist; wo der Bürger das Daseyn einer wachsamen Polizey nicht an ihren Inquisitionen, sondern allein an der Sicherheit, die sie ihm gibt, erkennen muß.

Die Regierung ist weit entfernt, die Gewissen ihrer Bürger durchforschen zu wollen. Jeder rechtschaffene Mann, der die Gesetze beobachtet, kann ihres Schutzes sicher seyn. Sie müssen dahin arbeiten, daß diese menschenfreundliche Gesinnung der Regierung nicht verkannt werde. Nie müsse eine Verfolgung unter dem Vorwand der Religion Statt haben können; nie müsse es nötig seyn durch die Hülfe der öffentlichen Gewalt jeden Bürger in der freyen

| 144

Ausübung seiner Religion, wie die Natur und die Gesetze sie ihm zusprechen, zu handhaben.

Verfolgen Sie mit aller Macht, die Ihnen zu Gebote steht, die Diebe der öffentlichen Gelder; schonen Sie jene Menschen, ohne Tugend und Ehre, nicht. Diese Menschen berechnen ihre Gewinnste auf das Unglück des Volks; ihr Geist ist immer beschäftiget, die verdecktesten Wege auszufinden, um die öffentlichen Beamten zu hintergehen; alle Mittel, selbst die schändlichsten, sind ihnen willkommen, wenn dieselbe nur dazu dienen, sie zu bereichern. Seyn Sie immer gegen die Ränke dieser verächtlichen Wesen auf Ihrer Hut, verfolgen Sie dieselben ohne Nachsicht; Sie können darauf rechnen, daß ich immer von derselben Gesinnung beseelt und bereit seyn werde Ihnen behülflich zu seyn, um den bürgerlichen Tugenden die Oberhand zu verschaffen.

Immer sey Ihnen der Gedanke gegenwärtig, daß Sie die gesellschaftliche Ordnung unmittelbar zu beschützen bestellt sind, und daß Sie in dieser Hinsicht auf die Verbesserung der Sitten ohne Unterlaß wachen müssen. Ohne Sitten ist weder Freyheit noch Vaterland möglich. Wir wollen uns

| 145

bemühen, die Menschen glücklicher zu machen, indem wir sie bessern.

Und Ihr, rechtschaffene und achtungswürdige Bewohner von Bonn, ein eigner Zug von liebenswürdiger Aufrichtigkeit ist Euch gegeben, die menschenfreundlichste Gutmüthigkeit ist Euch eigen. Ihr habt trotz dem größten Mangel, der viele unter Euch drückt, friedlich und ruhig Euch betragen, und die Aufmerksamkeit der obersten Verwaltung, nur durch die genaue Beobachtung der Gesetze, auf Euch gezogen. Ihr dürft so alles von Euern neuen Vorstehern erwarten. Sie werden Eure Freunde, Eure Vertrauten, Eure Beschützer seyn. Die wohlthätige Sorgfalt der Regierung wird sie unterstützen, und sie werden es dahin bringen, daß jene Uebel, die Euch gedrückt haben, nach und nach verschwinden. Wenn die Verhältnisse eines grausamen Kriegs Euch bis jetzt nicht alle Vortheile einer freyen Verfassung haben zu Theil werden lassen; so wird der Friede, der sich mit allen seinen Reitzen ausgeschmückt uns nahet, die Wunden, die der Krieg Euch geschlagen hat, heilen, und Euch jene Vortheile, die eine weise und menschenfreundliche Regierung verspricht, zufließen lassen; denn die Gerechtigkeit der jetzigen Regierung ist so

| 146

wie ihre Stärke, und alle ihre Handlungen tragen das Gepräge der Edelmüthigkeit, der Achtung für die bürgerliche Freyheit, und ihres Wunsches für das allgemeine Wohl.

Bürger Maire! Ihr persönlicher Charakter ist mir der sicherste Bürge, daß Sie mit Aufmerksamkeit und Theilnahme die Klagen Ihrer Mitbürger aufnehmen werden. Mögen diese Klagen wohl oder übel gegründet seyn, Ihre Mitbürger haben das Recht zu fordern, daß Sie Ihnen Gerechtigkeit angedeihen lassen, oder daß Sie sie belehren und ihnen zeigen, daß ihre Forderungen nicht Statt haben können. Aber nachher handeln Sie mit solcher Festigkeit, daß die Gesetze geachtet bleiben. Unter allen Staaten ist sichtbar derjenige der unsicherste, wo jeder sich anmaaßt Gesetzgeber zu seyn, und das Gesetz nur in soweit vollzieht, als es seinen Leidenschaften schmeichelt.

Bestreben Sie sich die Uebelgesinnten im Zaume zu halten, die Gutgesinnten zu unterstützen, und Eintracht und gute Ordnung aufrecht zu halten: so werden die Ihrer Verwaltung untergebenen Bürger einer völligen Sicherheit genießen, und die Klugheit und Gerechtigkeit Ihrer Verwaltung wird dann bald allgemein gerühmt werden.

| 147

Bürger, ich habe Ihnen kurz das Gute gesagt, daß Sie thun, das Böse, so Sie vermeiden müssen; ich habe hierbey nur dasjenige ausgedruckt, was Sie selbst fühlen. Ich hoffe das Sie in dieser meiner Schilderung jene gute Gesinnung, die ich für die Bewohner der Stadt habe, deren Verwaltung Sie übernehmen, nicht mißkennen werden.

Ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich Ihnen, Bürger Maire, zugleich einige nützliche Winke gegeben hätte; ich würde glauben auf diese Art etwas zum Wohl dieser Gemeinde beygetragen zu haben; ich hätte dann einen meiner eifrigsten Wünsche erfüllt, einen Wunsch den ich mit aller der Gewalt, die mir von der Regierung anvertraut ist, auszuführen gesonnen bin.

Es lebe die Republick!

1801 Jan 09 Eichhoff: Antwort

Bürger Präfect!

Ich nehme sie an, die Stelle, mit welcher durch Sie die Regierung mich beehrt hat.

In dem ich mich ihr unterziehe, erwäge ich weniger die Fähigkeiten, die sie fordert, als mein heißes Verlangen für das öffentliche Wohl zu wirken, und

| 148

mit an der Ehre Theil zu nehmen, unter Ihrer Leitung, so sehr es immer in meinen Kräften steht, an der Wiederherstellung des Wohlstandes einer einst blühenden, nun aber durch die Drangsalen des Krieges beynahe zugrunde gerichteten Stadt zu arbeiten.

Eine Regierung, die recht und billig ist, wie die gegenwärtige, wird es nicht zugeben, daß diese schönen Gegenden ein Raub des Elends werden, so lange ihr noch Mittel zu Gebote stehen, ihnen Glück und Leben wieder zu schenken.

Diese Hoffnung allein erhält uns noch; sie wird in Wirklichkeit übergehen, da unsere dringenden Bitten von einem Beamten unterstützt werden, dessen natürlicher Hang ihn schon zum Wohlthun leitet, und der es für die Erste seiner erhabenen Verrichtungen hält, die Wunden zu heilen, die dieser schreckliche Krieg geschlagen hat. Sie erkennen unser Elend; Sie werden es die Regierung schildern! Beehrt mit Ihrem gerechten Zutrauen, werden Sie Mittel finden, dasselbe von uns hinwegzunehmen.

Ja, Bürger Präfect! Sie sind es, auf welchen die guten, aber unglücklichen Bewohner dieser Stadt ihre Hoffnung gründen. Oh, gewiss! Sie

| 149

werden dieselben nicht verlassen. Sie werden ihr Vater seyn; und der Ruhm, sie vom Untergang gerettet, in ihre Mauern den alten Wohlstand zurückgeführt zu haben, wird einst Ihr Erbe, und der Lohn Ihrer schönen Taten seyn.

Meinerseits wage ich die besondere Bitte, mir auf meiner neuen Laufbahn mit Ihren Kenntnissen zu Hülfe zu kommen, und mir Ihren Schutz zu leihen, wenn Intrigen und Unwissenheit sich vereinigen sollten, meinen Operationen entgegen zu wirken, oder sie zu vereiteln.

Ich gelobe Gehorsam dem Gesetze; Eifer und Treue meinem Amte. Gewähren Sie dagegen mir: gewähren Sie der Stadt Wohlwollen und Bestürzung.

1802 J.-B. Maugérard: »Livres imprimes choisis pour la Bibliothèque Nationale«30

Livres imprimés par moi choisis dans les dépôts des corporations du Départ[ement] de Rhin et Moselle, en encaissés – l’une des caisses est à Coblenz chez M[onsieu]r le Directeur des Domaines, l’autre à l’école centrale de Bonn entre les mains de Mr. Krupp Bibliothécaire.

Coblenz 16. Priarial an 11

Gedruckte Bücher, ausgewählt von mir in den Beständen der Behörden des Departements Rhein-Mosel, in Koblenz bei dem Herrn Direktor der Domänen, in der Zentralschule von Bonn in den Händen des Bibliothekars Herrn Krupp.

Koblenz, den 04. Juni 1802

 

#

Autor

Titel

Jahr

Ort

Drucker

Jahr

Ort

Drucker

302

[Francisci] Phidelphi31

DDicteriarum plutaresi ad Trajanum

 

 

 

 

 

 

329

[Jean] Gerson

Conclusiones de diversis materiis

 

 

 

 

 

 

334

[Jean] Gerson

de cognitione castitatis

 

 

 

 

 

 

333

[Jean] Gerson

de modo vivendi fidelium

 

 

 

 

 

 

332

[Jean] Gerson

de passionibus animae

 

 

 

 

 

 

330

[Jean] Gerson

de pollutione nocturna

1468

 

 

 

 

 

281

[Johannes de] Turrecremata32

in psalmos

 

Mainz

Schiffer

 

 

 

319

[Johannes de] Turrecremata

in psalmos

1478

Mainz

Schiffer

 

 

 

315

[Johannes de] Turrecremata

de efficacia aquae benedictae

 

 

 

 

 

 

289

[Thomas de Cantiprato33]

Liber apum qui dicitur bonum universale

1474?

 

 

 

 

 

345

Adriani carthusiensis

Liber de remediis utriusque fortunae

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

349

Alames34 de Insulis

Flores poetarum de virtutibus et vitiis

 

 

 

 

 

 

284

Alberti Magni

Liber de mirabilibus mundi

1476?

 

 

 

 

 

322

Alberti Magni

Paradisus animae

1474

 

 

 

 

 

269

Alberti Magni

Sermones de eucharistiae sacramento

1478

 

Guldenschaff

 

 

 

268

Alberti Magni

Summa de corpore Christi

1478

 

Guldenschaff

 

 

 

273

Albertus Magnus

de adhaerendo deo

 

 

 

 

 

 

282

Bartholomaei Pisani

Summe decretorum

1474

 

 

 

 

 

175

Boetii

de consolatione philosophiae libri …

 

 

 

 

 

 

258

Bonifacii VIII.

[Liber] Sextus decretalium

1476

Basel

Venster

 

 

Wenßler

259

Clementis V.

Constitutiones

1478

Basel

Venster

1486

 

Wenßler

353

Francisci de Insulis

determinatio de tempore adventus antichristi ..

1478

Köln

 

 

 

 

279

Francisci de Platea

Opere de restitutionibus/Opus restitutionum …

1473

Venedig

 

 

Padua

Achates

308

Gregorii papae et Origenis

Homilia

1575

 

 

 

 

 

266

Guidonis de monte Rocherii

Manipulus curatorum

1470?

 

 

 

 

 

272

Henrici de Gorinchem

Tractatus de praedestinatione

1474

 

Conrad Eyner de Gerhusen

 

 

Feyner

296

Innocentii III.

Sermones

 

 

 

 

 

 

257

Isidori Hispalensis [von Sevilla]

Etimologiarum libri cum figuris

1470?

 

 

1472

Augsburg

Zainer

288

Jacobi Carthusiensis

Sermones

1472

 

 

 

Speyer

 

271

Jacobi de Voragine

Legenda aurea sanctorum

 

 

in # 255

 

 

 

270

Jacobi de Voragine

Legenda aurea sanctorum

 

Köln

Ulrich Zel de Hanau

1483

 

Zell

310

Jacobi fusiquam[?]

Liber artis praedicationis

 

Köln

Barthol[omaeus] de Unckel

 

 

 

276

Jacobus Carthusiensis

de valore et utilitate missarum

 

 

 

1490

Heidelberg

Knoblochtzer

320

Jacobus de Clusa carthusiensis

Tractatus de reparatione

1475

Burgdorf

 

 

 

 

354

Joannis Mathiae Tyberini35

Relatio de aliquo infante occiso a Judaeis in civitate Tridento

1475

 

 

 

 

 

356

Joannis Neder

Consolatorium timoratae conscientiae

1467

[Köln]

Zel

 

 

Zell

260

Justiniani

Institutiones

1478

Basel

Venster

 

 

Wenßler

361

Ladislai Vetesii

Oratio ad Sixtum IV. pro praestanda oboedientiae …

1475

 

 

1475

Rom

Schurener

311

Leonardi de retius[?]

Sermones de sanctis

1473

Köln

Zel

 

 

Zell

331

Lilius Tifernas

in sermones s. Chrysostomi

 

 

 

 

 

 

275

Lilius Tifernas

in sermones s. Chrysostomi

 

 

 

 

 

 

256

Ludolphus Saxo

de vita Christi

1474

Köln

Golz

 

 

Götz

255

Ludolphus Saxo

de vita Christi

1474

 

 

 

 

 

303

Maximiani

Philosophi et oratbris ethica suavis et jucunda

1474

 

 

 

 

 

278

Paulus Burg[ensis]

Scrutinium scripturarum

1478

Mainz

Schiffer

 

 

 

292

Petri Comestoris

Historia scholastica

 

Köln

Zel

 

 

Zell

357

Petrus Blesensis

de amicitia christiana

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

368

Petrus Hispani

Summa grammaticalis

1474

Köln

Guldenschaff

 

 

 

344

Pii II.

Bulla retractionum

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

295

Roberti36 de Litio

Sermones quadragesimales

1473

Köln

Zel

 

 

Zell

336

s. Augustini

de agone christiano

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

340

s. Augustini

de disciplina christiana

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

300

s. Augustini

de mirabilibus s. scripturae

1472

 

Petrus de Os[?]

 

 

 

261

s. Augustini

Epistolae

 

 

Mentel

 

 

 

338

s. Augustini

in orationem dominicam

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

337

s. Augustini

in: Quis est homo, qui vult vitam

 

[Köln]

Zel

 

 

Zell

339

s. Augustini

Liber de spiritu et littera

 

 

 

 

 

 

314

s. Augustini

Liber qui vocatur: Quinquaginta Augusta

1475

 

 

 

 

 

342

s. Augustini

Sermo de futura resurrectione mortuorum

 

 

 

 

 

 

341

s. Augustini

Sermo in: Non potest filus a se quidquam …

 

 

 

 

 

 

299

s. Chrysostomi

de compunctione cordis

 

Köln

Zel

 

 

Zell

346

s. Chrysostomi

Homilia 21

1479

Köln

 

 

 

 

298

s. Chrysostomi

Sermones 25

 

Köln

Zel

 

 

Zell

297

s. Gregorii

Dialogorum libri IV

 

Köln

Zel

 

 

Zell

312

s. Gregorii

Homilia

1473

 

 

 

 

 

296

s. Gregorii  

in cantica canticorum

 

Köln

Zel

 

 

Zell

283

s. Gregorii papae

Dialogorum libri IV

1472?

Köln

Ulrich Zel

 

 

Zell

316

s. Isidorus

de responsione mundi et astrorum ordinatinoe

1472

 

Gunther Zainer de Reutlingen

 

 

 

277

s. Serylli/Cyrilli

Speculum sapientiae

 

 

 

1476

Köln

 

363

s. Thomae [Aquinas]

de articulis fidei et ecclesiae sacramentis

1475

 

 

 

 

 

294

s. Thomae [Aquinas]

Disputationes de malo

 

Köln

Therhoernen

 

 

 

304

s. Thomae [Aquinas]

Libri de rege et regno

 

 

 

 

 

 

274

s. Thomae [Aquinas]

Postilla in Job

1474

 

Conrad Eyner

 

Esslingen

Feyner

293

s. Thomae [Aquinas]

Quodlibeta

1471

Köln

Therhoernen

 

 

 

305

s. Thomae [Aquinas]

Tractatus de Iudaeorum et Christianorum communione

1470?

 

 

 

 

 

267

Verneri Rolevinck

Fasciculus temporum sive chronium

1474

[Köln]

Golz

 

 

Götz

291

Verneri Rolevinck

Paradisus

1475

Köln

Therhoernen

 

 

 

350

Verneri Rolevinck

Sermo capitularis de s. Benedicto

1476

 

 

 

 

 

348

Verneri Rolevinck

Tractatus de fraterna correctione

 

 

 

 

 

 

286

 

Authoritates vet[eres] et novi testamenti a s.

1473

Köln

Therhoernen

 

 

 

370

 

Centum Ptolemaei sententiae ad Syrum fratrem

1519

 

 

 

 

 

351

 

de indulgentiis et miraculis …

 

 

 

 

 

 

327

 

de origine nobilitatis

 

Köln

Therhoernen

 

 

 

328

 

de s. sacramento et valore missarum

1470

Köln

Therhoernen

 

 

 

290

 

Dialogus de libertate ecclesiastica

1477

 

 

 

 

 

326

 

Disputatio inter clericum et militem de potestate …

 

 

 

 

 

 

352

 

Disputatio s. trinitatis re redemptione …

 

 

 

 

 

 

287

 

Enchyridion s. Augustini

1470?

 

 

 

 

 

313

 

Evangelium Nicodemi

1473

 

 

 

 

 

321

 

Flores collecti ex opere s. Augustini de civitate Die

1475?

 

 

 

 

 

343

 

Folilogium s. Thomas, An liceat uti judiciis …

 

 

 

 

 

 

358

 

Legenda, miracula .. s. Goaris

1489

Mainz

Schiffer

 

 

 

335

 

Lexicon latino germanicum

1482

 

 

 

 

 

325

 

Libellus de regimine rusticorum

1470?

Köln

Therhoernen

 

 

 

369

 

Libellus et regimina rusticorum

1475?

 

 

 

 

 

347

 

Liber de s. sacramento et valore missarum …

1479

Köln

 

 

 

 

262

 

Liber poenitentialis juxta Ss. patrum scripta

1477?

Köln

 

 

 

 

309

 

Manipulus curatorum

1476

Köln

Barthol[omaeus] de Unckel

 

 

 

318

 

Manipulus curatorum

1475?

Köln

Heinrich Quentel

 

 

 

263

 

Manipulus curatorum

1478

Köln

Homburg

 

 

 

360

 

Manuale s. Augustini

1475?

 

 

 

 

 

367

 

Modus confitendi

1478

Mainz

Schiffer

 

 

 

366

 

Ordo rubricarum pro officio divino per annum …

 

Mainz

Just oder Schiffer

 

 

 

323

 

[H]ortus sanitatis

1491

Mainz

 

 

 

 

307

 

Paradisus conscientiae

1475

Köln

Therhoernen

 

 

 

364

 

Passio sive historia undecim millium virginum …

 

 

 

 

 

 

365

 

Passio sive legenda s. Barbarae …

1490?

 

 

 

 

 

359

 

Quaestio, utrum liceat pueros ante puberatem ad religionis …

1475?

[Köln]

Therhoernen

 

 

 

264

 

Quaestiones utiles presbyteris et studentibus

1642?

Köln

 

 

 

 

324

 

Regula ordinationis et constitutionis cancellariae …

1471

 

 

 

 

 

355

 

Sermo pro feria VI. parasceve …

1479

Köln

Guldenschaff

 

 

 

306

 

Summe collationum ad omne genus hominum

1472

[Köln]

Therhoernen

 

 

 

285

 

Tabula sive collectio capitum operum s.

1473

Köln

Therhoernen

 

 

 

280

 

Tabula sive collectio capitum operum s.

1473

 

 

 

 

 

265

 

Tractatus de contractibus et vitalitiis

1470

 

 

 

 

 

362

 

Tractatus de Turcis

1475

 

 

 

 

 

301

 

Utriusque juris concordantia juxta decretalium

1470?

 

 

 

 

 

317

 

Varia facta historiae sacrae

1481

Gouda

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 1802 J.-B. Maugérard: »Liste des livres et manuscrits«37

Liste des livres et manuscrits, que le Citoyen Maugérard, Commissaire des Sciences et Arts, a choisis pour la Bibliothèque nationale.

Liste der Bücher und Handschriften, die der Bürger Maugérard, Kommissar für Wissenschft und Kunst, ausgewählt hat für die Nationalbibliothek [in Paris].

 

Seite

Autor

Titel

Jahr

Ort

Drucker

Erläuterung

1

 

Biblia Bohemica

1488

Prag

 

 

1

 

Biblia sacra Latina

1464

 

 

 

1

 

Biblia sacra Latina

 

 

Barthol. Golsch

von Hohenwart

4

 

Ceremoniarum nigrorum monachorum …

 

 

 

OSB Bursfeldensi

3

 

Elegantiarum praecepta

1487

Buscoduis[?]

 

 

2

 

Epistola varia de Cicerone et al.

1474?

 

 

 

3

 

Expositio symboli Athanasii

1481

Trier

 

 

3

 

Historia de gestis trium regum

1481

Köln

Barthol. de Unckel

 

3

 

Historia nova 11 millium virginum nuper revelata

1473?

 

Gerson

 

 

 

Lectionarium de tempore

1479

Erfurt

Kloster St. Petrus

 

2

 

Passio domini nostri

1513

Straßburg

Hupfuss

 

7

 

Pharetra doctorum

 

 

Fridericus Cremper[?]

 

2

 

Psalterium hebraicum

1518

Köln

 

graecum, chaldaicum, latinum

2

 

Psalterium quintuplex

1516

Turin

 

 

7

 

Recollectorium ex gestis Romanorum …

[1493]

 

 

 

5

 

Revelationes facta S. Methodio …

1504

 

Seb. Brant

 

3

 

Tractatus Elegii de duobus amantibus

 

 

 

by Baptista Guarinus

5

[Baptistae] Guarini

de ordine studendi et modis orandi

1477

 

 

aus Verona

7

[Johannes Herolt]

Promptuarium de miraculis BMV

 

 

Zell

 

7

[Johannes Herolt]

Promptuarium exemplorum discipuli

 

 

 

 

7

[Johannes Herolt]

Sermones discipuli [de tempore et] de sanctis

 

 

 

 

8

Alberti Magni

de secretis mulierum

 

 

 

 

7

Alberti Magni

Sermones de tempore et de sanctis

1482

 

Zell

 

7

Alberti Magni

Sermones de tempore et de sanctis

1474?

Rutlingen

Michael Griff/Griss[?]

 

7

Augustini

de meditatione

 

 

 

 

3

Augustini Dachi*

de variis loquendi figuris

 

 

 

 

7

Cassiani

Gesta Romanorum

 

 

Lichtenstein

 

7

Cassiani

Opera

1485

Basel

 

 

4

Chrisostomi

Liber de eo, quod nemo leditur

 

 

 

 

7

Cotelerii

ss. patrum opera

1724

Amsterdam

 

 

5

Edmundus Martène

Monasterii Stabulensis … iura propugnata

1730

Köln

 

 

7

Felicis Egger

Idea hierarchiae benedictinae

[1715?]

 

 

 

4

Gersonis

Quaestio notabilis de custodia linguae

 

 

 

 

8

Guilberti Tornacensis

Sermones

 

Löwen

Joan de Westphalia

aus Tournai

8

Jacobi de Theramo

Lis Christi et Belial coram Salomone

1474?

 

 

dt. Straßburg (Prüß) 1508

7

Jeronimus

Vita sanctorum patrum

 

 

Fridericus Cremper[?]

 

7

Joannis

Summa, übersetzt von Bergtold

1482

Augsburg

Sorg

 

4

Joannis Nider

Consolatorium timoratae conscientiae

1476[?]

 

 

 

7

Johannis [Ebser]

Onus eccclesiae

1531

Köln

Quentel

eigtl. von Berthold Pürstinger

7

Johannis [Ebser]

Theologia Germaniae

1529

Saalfelden

 

eigtl. von Berthold Pürstinger

8

Kaisersberg

[Über das] Narrenschiff [des S. Brant]

1520

Straßburg

Grieningen

d.i. Johann Geiler von Kaysersberg

8

Kaisersberg

Postil[l]

1522

Straßburg

Schott

d.i. Johann Geiler von Kaysersberg

3

Kamitii Arusiensis

Tractatus de regimine pestilentiis

 

 

 

d.i. Bf. Kamitus von Arhus

6

Maphei Vegii

Dialogus inter Alithiam et Philaliten

 

 

Jacobus de Breda

 

8

Nicolai de Cusa

Opera

 

 

 

 

7

Petri Comestoris

Historia scholastica

[1450?]

[Wesel?]

Zell

 

3

Pii II.

Epistola de remedio amoris

1476

Wien

 

 

4

S. Ambrosii

libri 3 de officiis

 

 

 

 

8

Sensati

Sermones

1482

Gouda

Gerard Leeu

 

5

Stöffleri+Pflaum(en)

Ephemerides 1422-1431

1499

 

 

Johannes Stöffler (Justingen),

5

Stöffleri+Pflaum(en)

Ephemerides 1431-1451

1531

Tübingen

Ulrich Morhart

Jakob Pflaum (Ulm)

5

Theodor de la Haye[?]

Allegationes juris et facti

1718

 

 

 

 

Liste des livres et manuscrits, que le Citoyen Maugérard, Commissaire des Sciences et Arts, a choisis pour la Bibliothèque nationale.

Liste der Bücher und Handschriften, die der Bürger Maugérard, Kommissar für Wissenschft und Kunst, ausgewählt hat für die Nationalbibliothek [in Paris].

Die Handschriften beinhalten zahlreiche inhaltliche und formale Hinweise auf das Benediktinerkloster Maria Laach, sie dürften demnach aus dessen Besitz stammen. Am 10.09.1801 war das Kloster von der französischen Verwaltung enteignet worden, im August des folgenden Jahres wurde es aufgehoben, der bewegliche Besitz ging teils in Privateigentum, teils in Staatseigentum über. Siehe auch[CITATION Fer07 \p "3 f" \l 1031 ]

  1. 1.Codex membr[anaceus] in fol[io] sanus et integer scriptus per fratrem Valerium38 de Meyen anno 1556, ut fert 1mum folium, licet scriptura videatur anterior. Hic codex continet varia poemata et opera celebris Hroswitha39 monialis ord[inis] s[ancti] Benedicti in Abbatia de Gandesheim in Saxonia quae floruit circa 1470. Contenta sunt: 
    1. 1.1.Poema heroico carmine descriptum ad Gerbergam40 Abbatissam suam de vita et conversatione beatae virginis. 
    2. 1.2.De ascensione Domini eodem metro lib[rum] 1 

    3. 1.3.Lib. 1 de sancto Gangolpho 

    4. 1.4.Lib. 1 de passione s. Pelagii in cordula 

    5. 1.5.Lib. 1 de lapsu Theophili et ejus poenitentia 

    6. 1.6.Lib. 1 de lapsu ejusdem juvenis per s. Basilium conversi 

    7. 1.7.De passione sancti Dionisii episcopi et martyris 

    8. 1.8.De passione sanctae Agnetis 

      1. 1.8.1.Omnia praedicta eleganti carmine composuit. Scripsit praeterea 

    9. 1.9.Comoediae sex, quorum prima inscribitur Conversio Gallicani principis, passionem Joannis et Pauli martyrum includens, 2da passio Agapis Chioniae et Hyrenae41 virginum, 3tia resuscitatio Calimachi et Drusianae per s. Joannem, 4ta conversio Thaidis meretricis, 5ta passio sanctarum virginum fidei spei et charitatis, 6ta lapsus et conversio Mariae neptis Abraha[ma]e heremicolae. 
    10. 1.10.Gesta Ottonis primi lib. 1 

    11. 1.11.Psichomachiam42 Aurelii Prudentii contra Symachum lib. 2 metrice 
    12. 1.12.Passionem apostolorum Petri et Pauli metrice 

    13. 1.13.Elegiam in Hierosolymam 

    14. 1.14.Poema ejusdem Episcopi Viennensis43 de origine mundi 
    15. 1.15.Poema duobus libris acta apostolorum describens 

    16. 1.16.Maphei Vegii44 vitam divi Anthonii 
    17. 1.17.Hymnus, odas et epigrammata diversa 

    18. 1.18.Plures epistolas elegantes. 

 

  1. 2.Codex membr. in folio, scriptus in monasterio Lacensi [=Maria Laach] per sex monachos circa 1508. Continet 

    1. 2.1.Epistolam fratris Joannis Piemontani45 ad Simonem46 de Petra abbatem suum de commendatione poesis 
    2. 2.2.Ad eundem contra ignavos monachos satirarum carmine elegiaco libros tres 

    3. 2.3.Apologiam ad eundem carmen unum 

    4. 2.4.Protrepicon ad novicium ejusdem metrici lib. 1 

    5. 2.5.Panegirion ad Jacobum Sibertum carmen unum 

    6. 2.6.Carmen panegiricon ejusdem fratris Joannis Piemontani ad Aleydam [=Adelheid] ordinis s. Benedicti in insula Rolandswerth prope Bonnam sanctimonialem 

    7. 2.7.Carmen stauristichon[?] et epistolam Philippi Haustuli Miltenbergensis, ode ejusdem Saphicon de casibus Joannis Piemontani 

    8. 2.8.Carmen elegicum panegirium ejusdem ad fratrem Jacobum Sibertum, in quo gratias agit benefactoribus 

    9. 2.9.Ejusdem Phil[ippi] Hausthuli carmen panegiricum de laudibus illustrium virorum monasterii Lacensis. Ejusdem saphicon ad Valerium Meyen 

    10. 2.10.Fratris Joannis Botzbagii Miltenburgii prioris in Lacu de laudibus praestantissimi Joannis Triteniy ad Joannem Kitzingium medicae artis doctorem conterraneum suum charissimum microstroma chiliasticon panegiricum epenologicum 

    11. 2.11.Elegia contra contemptores poetarum 

    12. 2.12.Macrostroma id est opus varie contextum de laudibus Tritemii libri septem 

    13. 2.13.Clipeus qui est elogium Joannis Piemontani ad Gerhardum Baldewinum in suggillationes Jacobi Wymphelingii liber unus 

 

  1. 3.Codex membr. in fol. sanus et integer scriptus per Valerium de Meyen cum adjutorio fratrum Joannis de Linz et Joseph de Confluentia. Continet  

    1. 3.1.Secundam partem Macrostromatis est operis varie contexti de laudibus philosophicis, physicis et poeticis balemianis[?] per Joannem Butzbagum Piemontanum ad fratrem Jacobum Siberti Juniorum fratrum institutorem libri 16 

    2. 3.2.Tractatus ejusdem de regimine Cl[…] ad venerabilem patrem Fredericum abbatem monasterii divi Joannis in Rinckavia47 
    3. 3.3.Tritemii48 abbatis [monasterii] s. Jacobi Herbipolensis epistolam ad Joannem Butzbagum Piemontanum priorem in Lacu amicum suum 
    4. 3.4.Ejusdem Piemontani epistolam ad Tritemium  

      1. 3.4.1.maxime momenti sunt hae duo volumina 

 

  1. 4.Codex membr. in fol. sanus et integer scriptus per fratrem Jacobum Sibertum49. Continet  
    1. 4.1.Praefationem hexametria constantem quorum in initio capitales litterae titulum opusculi sequentis indicant, qui talis est: Epitoma metricum in regulam divi Benedicti abbatis incipit feliciter. Sequitur nunc: 

    2. 4.2.Dictum epitoma 

    3. 4.3.Canon metricum, quo singulis binis versibus hexametro videlicet et pentametro materia ac distinctio capitulorum sancta regula benedicta memoriter teneantur per viginti litteras secundum ordinem alphabeti quadrifarie ordinatas. Canon abbati Leonardo per capita litterarum consecratus est. 

    4. 4.4.Poema ad Valerium Meyen de 12 gradibus humilitatis secundum regulam sancti Benedicti 

    5. 4.5.Jacobus Sibertus ad Joannem Tritemium de flagitiis clericorum in prosa 

    6. 4.6.Item authoritates sanctorum patrum de dignitate ac periculo status clericalis 

    7. 4.7.Item contra avaritiam clericorum 

    8. 4.8.Item contra pestilentissimum Symonice vitium 

    9. 4.9.Item grande periculum clericorum incontinentia de pessimo libidinis vitio 

    10. 4.10.Item propter votum castitatis aggravatur crimen fornicationis in sacerdotibus 

    11. 4.11.Item quas poenas sustinere deberent, si canonice ut olim punirentur, cum quibusdam exemplis gravissime punitum fuisse id satus in clericis testantibus 

    12. 4.12.Item gravissimas poenas sacerdotes et clerici fornicarii secundum canones merentur 

    13. 4.13.Item de malis quibusdam sacerdotibus et eorum miserabili conversatione 

 

  1. 5.Codex membran[ace]us in folio scriptus per Valerium Meyen. Continet 

    1. 5.1.Epistolam suavi latinitate donatam sorore Aleyda [=Adelheid] sanctimoniali ord. s. Benedicti in insula Rolandswerth, in medio Rheni  supra Bonnam, de anno 1506 Joanni de Largomonte50 et Jacobo Siberti confratribus suis directam 
    2. 5.2.Epistolam dicti Siberti ad Joannem Butzbagium praeceptorem summ variorum carminum suorum opus in tres libros principales distinctum ei dedicans 

    3. 5.3.Joannis Butzbagii panegiricum carmen ad dictum Jacobum Sibertum Lacensem monachum discipulum suum. Sequitur carmen elegiacum panegiricum Philippi Drunk51 Miltenbergensis ad fratrem Jacobum Sibertum. Item epistola ejusdem ad eundem cum epigrammate commendaticio de libris auctoris 
    4. 5.4.Carminum variorum liber primus de situ et amoenitate monasterii sancti Joannis Baptista in Rinkavia – item de situet amoenitate monasterii Lacensis – item de bello inter Clivenses et Gebienses - item de obsidione Hussen civitatis Clivensium – item carmina fratris Syberti ad Joannem Piemontanum de diversis hominum calamitatibus et causis earundem – item de bello inter Landgravium et Palatinum habito anno 1508 et potissimum de combustione Limpurgensis cenobii diocesis Spirensis – item lumbratiuncula quaedam fratris Jacobi Syberti in soluta oratione; de fundatione cenobii Lacensis ; de monachorum primitiva conversatione ac defectu eorundem a via disciplinae et rursum de reformatione ejusdem monasterii 

    5. 5.5.Variorum carminum liber secundus, continet Syberti carmen panegiricum ad Butzbagum – item ad hortationem Joannis Butzbagii ad adolsecentem Philippum, ut Westphaliam petens ibidem litteris det operam – item ad eundem in Westphalia scholas frequentantem carmen elegiacum didastolicon – item Rodolphium Langium Monasteriensem canonicum, poetam et oratorem clarissimum congratulatio – item ad Joannem Mumellium gymnasii Monsteriensis apud Westphaliam ludimagistrum panegoris saphica – item carmen juvenile instructorium, cujus capitales litterae nomen auctoris complectuntur – sic : « Jacobus in Lacu frater de monasterio Eifliae hoc carmen composuit » - item carmen de terrae motione facta in festo Bartholomei, anno domini supra millesimum quingentesimum, quarto – item epigramma in librum praestantissimi Hermanni Busebii de poetica dignitate contra Zoilum – item de laude justiciae ode Saphica – item multa epitaphia in diversas personas 

    6. 5.6.Variorum carminum liber tertius continet multa poemata sacra 

 

  1. 6.Codex membr. in fol. sanus et integer saeculo 12 scriptus, continet sancti Cypriani epistolas 

 

  1. 7.Codex membr. in folio minori sanus et integer saeculo 13 scriptus, continet sermones 63 beati Bernardi super cantica canticorum52 - item homelia ejusdem quatuor super evangelium Lucae 

 

  1. 8.Codex membr. in fol. min. sanus et integer saeculo 13 scriptus, continet : 

    1. 8.1.Regulam sancti Augustini de vita clericorum 

    2. 8.2.Excerpta ex libris Senecae de beneficiis 

    3. 8.3.Glossae super Job 

    4. 8.4.De translatione s. Stephani 

 

  1. 9.Codex membr. in fol. min. sanus et integer saeculo 13 scriptus continet secundam partem excerptorum Haderici Capellani beati Gregorii papa de moralibus ejusdem in expositionem Job a quarto libro ad decimum 

 

  1. 10.Codex chartaceus in fol. saeculo 15 scriptus, continet : 

    1. 10.1.Jacobi de Vitriaco53 tractatum super historiam Hiersolymitanam 
    2. 10.2.Poggii54 facetias vel fabulas scriptas anno 1462 
    3. 10.3.Historiam mirabilium mundi 

    4. 10.4.Ludolphi pastoris parochialis in Suchem[ ?] de terra sancta – item Fretellus55 archidiaconus de eadem 

 

  1. 11.Codex chartaceus in fol. saeculo 15 scriptus, continet introductorium in magisterium scientiae astrorum ex Arabico albumasaris in Latinum traductum per Joannem Hipponensem56 

 

  1. 12.Codex chartaceus in fol. saecul. 15 scriptus, continet : 

    1. 12.1.Nominarium et verbarium Latinum 

    2. 12.2.Abcdarium Latinum carmine compositum 

    3. 12.3.Librum moralium antiquorum poetarum et barbarorum quorundam 

    4. 12.4.Varia carmina 

 

  1. 13.Codex chartaceus in fol., continet historiam ordinis Cisterciensis ac virorum ipsius illustrium 

 

  1. 14.Codex autographus in charta anno 1505 scriptus in fol., continet : 

    1. 14.1.Joannis Piemontani odeporicon bipartitum ad Philippum Haustulum germanum suum 

    2. 14.2.Joannis Butzbagii de illustribus studiosis doctisque mulieribus libri II 

    3. 14.3.Joannis Piemontani opusculum de claris pictricibus ad Gertrudem57 sanctimonialem in insula Rolandi 
    4. 14.4.Philippi Haustuli epistolam ad Joannem Butzbagum de situ et amoenitate monasterii Brunbacensis58 
    5. 14.5.Auctarium Jo. Butzbagii in librum Joannis Tritremii de scriptoribus ecclesiasticis 

    6. 14.6.Silvula carminum fratris Joannis de Euskirchen coenobitae Rinkangiensis ad Joannem Butzbagum 

 

  1. 15.Codex chartaceus in folio saeculo 15 incipiente scriptus, continet Prothostroma epanologium panegiricum prosaicum de laudibus Tritemianis in XIV libris, codex autographus 

 

  1. 16.Duo codices mebr. in fol. maj. sani et integri in monasterio Lacensi scripti saeculo XII incipiente per Lambertum Hafflingen59 hujus loci professum, continent homilias et sermones sanctorum patrum in dominis et festivis diebus per totum annum 

 

  1. 17.Codex membr. fol. maj. sanus et integer saeculo 12 scriptus ab eodem Lamberto Affligen continens epistolas beatissimi Hieronimi et plures tractatus sive minora opera ejusdem Hieronimi in modum epistolarum transmissa 

 

  1. 18.Codex membr. in fol. sanus et integer saeculo 12 deficiente vel 13 scriptus per Giselbertum priorem Lacensem continens Hyeronimi presbiteri explanationem in Isaiam prophetam libri 18 

 

  1. 19.Codex membr. in fol. sanus et integer saeculo 13 nitide scriptus per fratrem Henricum, in quo continetur Angelomi60 monachi Luxoviensis expositio in 4 libros regu[…] 

 

  1. 20.Codex membr. in fol. sanus et integer saeculo 12 deficiente scriptus, continet modum de observatione Sinodi – item canones Ivonis Carnotensis61 episcopi in deum libros distinctos – item chronicon Romanorum pontificum ad Adrianum usque – item concilia et decreta pontificum Romanorum aliorumque sanctorum patrum 

 

  1. 21.Codex chartaceus in folio, continet rituale monasticae hyparchiae coenobii Lacensis, usus, consuetudines et ritus vetusto more observari solitos, referent ; in usum hyparchi per f. j. Augustinum, ejusdem coenobii abbatem contextum, una cum catalogo abbatum Lacensium a prima fundatione usque ad nostra tempora 

 

  1. 22.Codex membr. in 4o  saeclo 12 scriptus, in quo continetur medulla divinarum sententiarum – item collectiones canonum Joannis Carnotensis episcopi – item regula abaci ex Bedae volumine abbreviata – item Triecheri62 episcopi Metensis tractatus de musica 

 

  1. 23.Codex membr. in 4o saeculo 12 scriptus, continet secundam partem collationum Patherii ex libris s. Gregorii papae 

 

  1. 24.Codex membr. in 4o sanus et integer saeculo12 scriptus per fratrem Henricum Monasteriensem, in quo continentur sermones Petri Comestoris ad Claustrales 

 

  1. 25.Codex membr. in 4o sanus et integer saeculo 12 deficiente scriptus, in quo continentur excerpta de libris Hebraicarum questionum beati Jeronimi presbiteri in Genesim et primum librum regum – item expositio vocabulorum omnium librorum veteris testamenti 

 

  1. 26.Codex membr. in 4o sanus et integer saeculo 12 deficiente scriptus, in quo continentur instituta sanctorum patrum a Joanne Cassiano63 monacho edita in quatuor libris – item octo libri ejusdem de octo vitiis capitalibus – item Crisostomus de reparatione lapsi 

  1. 27.Codex membr. in 4o sanus et integer saeculo 13 incipiente scriptus, in quo continentur varia s. Anselmi opuscula nempe : « Cur deus homo », per modum dialogi – item liber de conceptu virginali et penato originali – item tractatus de fide et incarnatione verbi contra Judeos ad Urbanum papam – item disputatio domini Giselberti praepositi coenobii Ubest[ ?] in Anglia ordinis sancti Benedicti contra Judeos ad s. Anselmum – item dialogus inter gentilem et […]lianum etc. 

 

  1. 28.Codex membr. in 4o sanus et integer saeculo 13 scriptus, in quo continetur summa philosophiae de substantiis rerum per Wilhelmum de Conchis64 in sex libros distinctus, cum figuris 

 

  1. 29.Codex membr, in 4o sanus et integer saeculo 13 scriptus per fratrem Walravum, in quo continentur octo libri Gregorii Naziazeni65 episcopi scilicet apologeticus liber unus – item de epiphaniis sive natali domini liber unus etc. 

 

  1. 30.Codex membr. in 4o anno 1511 scriptus per fratrem Valerium de Meyen, in quo continetur relatio sive peroratio Joannis Piemontani prioris Lacensis de laudibus et virtutibus Jacobi de Fredis66 sui commonachi et vice prioris, id est ipsius vita 

 

  1. 31.Codex membr. in 4o seaculo 13 scriptus, in quo continentur epistolae Ivonis Carnotensis episcopi67 

 

  1. 32.Codex membr. in 4o saeculo 13 scriptus in Lacu per fratrem Godfridum Bonnensem, in quo continetur sigillum beatae Mariae virginis per Honorium Augustudunensis68 ecclesiae presbiterum, in quo exponuntur cantica canticorum duplici explanatione 

 

  1. 33.Codex membr. in 4o saeculo 13 scriptus, in quo continentur varia de icto solari[ ?], de grammatica Graeca et Latina, de arte medendi sive liber medicinalis per Quintum Serenum69 in prosa ligata ad calcem habetur de morbo regio pellendo 

1802 J.-B. Maugérard: »Liste des principales éditions du 15 siècle qui manquent a la Bibliothèque nationale«70

Liste des principales éditions du 15 siècle qui manquent a la Bibliothèque nationale.

Liste der wichtigsten Ausgaben des 15. Jahrhunderts, die in der Nationalbibliothek [in Paris] fehlen.

 

#

Nr.

Autor

Titel

Fomart

Jahr

Ort

Zusatz

1

125

 *

Mametractus

folio

1470

Berona

d.i. Munster (CH), Drucker Elyas

2

10

*

Attila flagellum dei

4o

1472

 

 

3

13

*

Biblia Latina

folio

 

Bamberg

 

4

14

*

Biblia Latina Italiana

folio

1474

 

 

5

48

*

Gloria mulierum Italiae

4o

1471

Venedig

Nicol. Jenson

6

52

*

Historia quomodo B. Franciscus petivit a Christo indulgentiam …

folio

1470

 

[Joh.Reinhard von Oedingen]

7

68

*

Luctus Christianorum

4o

1471

Venedig

Jenson

8

124

*

Mametractus

folio

1470

Mainz

 

9

75

*

Missale Romanum

folio

1475

Rom

 

10

84

*

Panegyrici veteres Latine

4o

1476

Mailand

 

11

85

*

Panegyrici veteres Latine

4o

1477

 

 

12

86

*

Parole devote dell'anima

4o

1471

Venedig

[Jenson]

13

126

*

Psalmorum codex

folio

1457

Mainz

 

14

97

*

Psalterium Graece

4o

1486

Venedig

 

15

96

*

Psalterium Latine

4o

1478

Messina

 

16

122

*

Vita de Merleno

folio

1480

Venedig

 

17

123

*

Vocabularius Germanice Latinus

folio

1469

Eltwil

 

18

49

[Andrea da Barberino]

il Guerinn meschino

4o

1482

Mailand

 

19

1

Aesopi

Fabulae Graece

4o

*

*

vetus editio

20

2

Aesopi

Fabulae Graece Latine

4o

1497

regii

 

21

3

Aesopi

Fabulae Italice

4o

1487

Brixen

 

22

4

Alexandri  de Villadei

Grammatica

folio

1473

Vendeig

 

23

5

Antonini

Confessionale

4o

1472

in monte regali

d.i. Mondovi (Piemont)

24

6

Apollonio de Tyro

la storie

4o

1489

 

 

25

7

Aristeus

super 70 interpretes

4o

1474

Neapel

 

26

8

Asculano

l'acerba

4o

1474

Venedig

 

27

9

Asculano

l'acerba

4o

1484

Venedig

 

28

11

Augurelli

carmina

4o

1487

 

 

29

12

Avicenna

Opera

folio

1489

Ferrara

 

30

16

Bocaccio

il decamerone

folio

1471

Venedig

 

31

15

Bocaccio

il decamerone

folio

1476

Mailand

Zarotus

32

17

Bocaccio

il decamerone

folio

1476

Bologna

Oggonidus

33

18

Bocaccio

il decamerone

folio

1478

Vicenza

Nono

34

19

Bocaccio

il philocolo

folio

1472

Magouza

Johannes Petrus

35

20

Bocaccio

il philocolo  

folio

1485

Venedig

 

36

24

Bocaccio

La Fiametta

4o

1480

 

 

37

22

Bocaccio

Labyrintho d'amore

4o

1487

Florenz

 

38

23

Bocaccio

L'amazonide ferrariae

4o

1475

 

 

39

21

Bocaccio

Ninphale

4o

1477

Venedig

Tomaso d'Alexandria

40

25

Boetius

De consolatione philospohiae

4o

1474

Sachsen

 

41

26

Boetius

De consolatione philospohiae

folio

1479

Pignerol

 

42

26b

Caesaris

Commentariae

folio

1469

Rom

 

43

27

Callimachi

Hymni Graece litteris coepit

4o

 

 

 

44

27b

Catullus, Tibullus, Propertius

[Carmina]

folio

1472

Venedig

 

45

27c

Catullus, Tibullus, Propertius

[Carmina]

folio

1475

Venedig

 

46

28

Chrisolare[?]

Erotomata Graece

4o

 

 

plusieurs editions

47

29b

Ciceronis

de officiis

4o

1465

Mainz

 

48

20c

Ciceronis

de officiis

4o

1466

Mainz

 

49

30

Ciceronis

de officiis

folio

1472

Venedig

 

50

31

Ciceronis

de officiis

folio

1476

Mailand

Ant. Zarotus

51

32

Ciceronis

de officiis

folio

1479

Neapel

 

52

38

Ciceronis

de oratore

folio

1470

Venedig

Vindel[inus] de Spira

53

38b

Ciceronis

de oratore

4o

1471

Venedig

 

54

38c

Ciceronis

de oratore

folio

1477

Mailand

Lavagna

55

37b

Ciceronis

de oratore

4o

1469?

Rom

 

56

32b

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1467

Rom

 

57

32c

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1469

Rom

 

58

32d

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1472

Rom

 

59

33

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1472

Mailand

Philipp de Lavagna

60

34

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1472

Mailand

Philipp de Lavagna

61

35

Ciceronis

Epistolae familiares

folio

1477

Mailand

Lavania

62

36

Ciceronis

Epistolae familiares

 

 

 

 

63

29

Ciceronis

Opera philosphica

4o

1469

Rom

Ulrich Han

64

41

Ciceronis

Philippicae orationes

folio

1478

Mailand

Lavagna

65

39

Ciceronis

Rhetorica

folio

1474

Rom

Vind. de vella

66

40

Ciceronis

Rhetorica

folio

1477

Mailand

Philipp de Lavagna

67

40b

Ciceronis

Rhetorica

folio

1479

Mailand

Paebel?

68

37

Ciceronis

Topica & partitiones

4o

1472

 

 

69

42

Claudianus

[Opera]

 

 

 

 

70

43

Conti

La bella mane

4o

1474

Venedig

 

71

44

Cornelius Nepos

[Opera]

folio

1473

Venedig

 

72

44b

Dante

[Opera]

folio

1472

Mantua

 

73

45

Dante

in civitate exii

folio

1472

 

 

74

46

Fiore

di …

4o

1474

Venedig

 

75

47

Gafurius

Opus theorium harmonicae disciplinae

4o

1480

Neapel

 

76

50

Hesiodi

Opera & theoretici Idilia Graece

folio

 

 

vetus editio

77

53

Homeri

Batrachomyomachiae Graece

4o

1486

Mailand

 

78

54

Homeri

Batrachomyomachiae Latine

4o

1470

Verona

 

79

54c

Horatius

[Opera]

folio

1474

Mailand

 

80

55

Horatius

[Opera]

folio

1474

Ferrara

 

81

56

Horatius

[Opera]

4o

1474

Neapel

Arnold de Bruxelles

82

57

Horatius

[Opera]

folio

1477

Mailand

Lavania

83

54b

Horatius

[Opera]

4o

 

 

… editions

84

51

Hygini

Astronomicon poeticon

4o

1475

 

Ferravice

85

59

Juvenalis

Satyrae

folio

1470

 

 

86

60

Juvenalis

Satyrae

4o

1473

Ferrriae

Andr. Gallus

87

61

Juvenalis, Persii

Satyrae

folio

1479

Mailand

Philipp de Lavagnia

88

58

Juvenalis, Persii

Satyrae

4o

sans date

Rom

Ulrich Gallus

89

63

Lascaris

Grammatica Graece

4o

1476

Mailand

 

90

64

Lascaris

Grammatica Graece

4o

1480

Mailand

 

91

65

Lascaris

Grammatica Graece

4o

1489

Vicenza

 

92

62

Leoniceni

(omni boni) grammatice Latine

 

 

Venedig

Jacob Gallus

93

65b

Livius Titus

[Opera]

folio

1478

Mailand

 

94

66

Lucanus

[Opera]

folio

1477

Mailand

Ant. Zarotus

95

67

Lucretius

[Opera]

folio

1473

Brixen

Thom. Ferrand

96

69

Manfredi

Liber de homine

4o

1478

Neapel

 

97

71

Martialis

Epigrammata

4o

1471

Ferrariae

 

98

72

Martialis

Epigrammata

folio

1478

Mailand

Lavagnia

99

70

Martialis

Epigrammata

folio

 

 

vetus editio

100

74

Massucio

???

folio

1484

Venedig

Battista de Coctis

101

73

Massucio

Le cinquante novelle

folio

1476

Neapel

 

102

76

Montagnana

Consilia

folio

 

 

vetus editio

103

77

Morlini

Novellae

4o

1520

 

 

104

78

Musaeus

Graece Litt. Capit.

4o

 

 

 

105

80

Nonnius Marcellus

 

folio

1478

Venedig

 

106

79

Nonnius Marcellus

 

folio

 

 

vetus editio

107

82b

Ovidii

Methamorphoses

folio

1475

Mailand

 

108

82

Ovidii

Opera omnia, 2 volumes

folio

1477

Parma

Corallus

109

80b

Ovidii

Opera, 2 volumes

folio

1471

Rom

 

110

80c

Ovidii

Opera, 2 volumes

folio

1471

Bologna

 

111

81

Ovidii

Opera, 2 volumes

folio

1477

Mailand

 

112

83

Pacifici Maximi

Opera

4o

1489

Florenz

 

113

87

Perolti

Grammatica

folio

1473

Rom

 

114

88

Perolti

Grammatica

folio

1474

Rom

 

115

89

Persii

Satyrae

4o

 

 

vetus editio

116

90

Petrarcha

[Opera]

folio

1477

Mailand

Ant. Zarotus

117

91

Petrarcha

[Opera]

folio

1477

Neapel

Arnold de Bruxelles

118

92

Plinii

Epistolae  

folio

1478

Mailand

Philipp de Lavagna

119

93

Poggii

Facetiae

4o

1471

Ferrrara

 

120

94

Potentone

(la Catiniadi)

8o

1482

Credenti

 

121

95

Prisciani

Opera

folio

1472

 

 

122

98

Pulci

il Druideo

4o

1479

Florenz

 

123

99

Pulci

il Druideo

folio

1488

Florenz

 

124

100

Quintus Curtius

[Opera]

folio

1474

Venedig

 

125

101

Quintus Curtius

[Opera]

folio

1475

Mailand

 

126

102

Quintus Curtius

[Opera]

folio

1475

Mailand

 

127

103

Sabandive

Decreta

folio

1477

Turin

 

128

104

Sabini

Paradoxa in Juvenalem

folio

1474

Rom

 

129

105

Sacrobosco

Sphera mundi

4o

1472

Ferrara

 

130

107

Sallustius

[Opera]

folio

1474

Mailand

Ant. Zarotus

131

108

Sallustius

[Opera]

folio

1475

Brixen

 

132

109

Sallustius

[Opera]

folio

1479

Mailand

Ant. Zarotus

133

106

Sallustius

[Opera]

folio

1470?

 

 

134

110

Scriptores

De re militaria

4o

1478

Rom

Eucharius Silber

135

109b

Seneca

Opera

folio

1475

Neapel

 

136

111

Servius

De ultimus syllabis

4o

1476

Calii

 

137

112

Statri

Achilliis

4o

1476

Parma

Steph. Corallus

138

113b

Terentius

[Opera]

folio

1472

Rom

 

139

114

Terentius

[Opera]

folio

1476

Mailand

 

140

113

Terentius

[Opera]

folio

 

 

vetus editio

141

115

Theoriti

Idilia Graece

4o

 

 

vetus editio

142

116

Turrecremata

Meditationes

folio

1467

Rom

[Ulrich Han]

143

116b

Turrecremata

Meditationes

folio

1479

Mantua

 

144

117

Vegetius

De re militari

folio

1488

Pisciae

 

145

117b

Virgilius

[Opera]

folio

1469

Rom

 

146

117c

Virgilius

[Opera]

folio

1472

Venedig

Adam

147

119

Virgilius

[Opera]

folio

1473

Brixen

 

148

120

Virgilius

[Opera]

folio

1476

Mailand

Ant. Zarotus

149

120b

Virgilius

[Opera]

folio

1476

Löwen

 

150

120c

Virgilius

[Opera]

folio

1476

Mutinae

 

151

121

Virgilius

[Opera]

folio

1478

Mailand

Pachel

152

121b

Virgilius

[Opera]

folio

1479

Parma

Portilliae

153

118

Virgilius

[Opera] 2 volumes

folio

1472

Venedig

Jacob. Frisianus

154

121c

Virgilius

[Opera] cum Comment. Servii

folio

1471

Venedig

 

155

121d

Virgilius

[Opera] cum Comment. Servii

folio

1471

Florenz

 

 

N[ota] b[ene] en général tous les livres imprimes sur vélin.

Signé Capperonnier et [Joseph] Van Praet

Pour copie conforme

Commissaire général du Gouvernement

[gez.] Jeanbon St. Andre

1805 Nov Beethoven an Fürstin Liechtenstein71

Verzeihen Sie, Durchlauchtigste Fürstinn! wenn Sie durch den Ueberbringer dieses vielleicht in ein unangenehmes Erstaunen gerathen. Der arme Ries72, mein Schüler, muß in diesem unglückseligen Kriege die Muskete auf die Schulter nehmen, und – muß zugleich schon als Fremder in einigen Tagen von hier fort. – Er hat nichts, gar nichts, muß eine weite Reise machen. Die Gelegenheit zu einer Akademie73 ist ihm unter diesen Umständen gänzlich abgeschnitten. – Er muß seine Zuflucht zur Wohlthätigkeit nehmen. Ich empfehle Ihnen denselben. Ich weiß es, Sie verzeihen mir diesen Schritt. Nur in der äußersten Noth kann ein edler Mensch zu solchen Mitteln seine Zuflucht nehmen. In diese Zuversicht schicke ich Ihnen den Armen, um nur seine Umstände in etwas zu erleichtern; er muß zu Allen, die ihn kennen, seine Zuflucht nehmen.

Mit der tiefsten Ehrfurcht

L. van Beethoven

Pour Madame la Princesse Liechtenstein etc.

1809 Autel de la Victoire: Description74

Description | d’un | Autel de la Victoire, | monument antique | érigé sur la Place | de Saint Remi à Bonn, | le 3. Decembre 1809, | 5e anniversaire | du couronnement de Napoléon Ier. | Avec une estampe. | A Bonn, | De l’Imprimerie de Pierre J. Neusser, No.41. | 1810

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AUTEL DE LA VICTOIRE,

MONUMENT ANTIQUE,

ÉRIGÉ SUR LA PLACE

DE SAINT REMI A BONN,

l’an 1809.

La translation de la paroisse de St. Remi à l’église des anciens Frères mineurs ayant été arrêtée par les autorités supérieures, Monsieur le Curé y fit transporter le maître-autel orné d’un tableau de Spielberg, représentant le baptême de Clovis, premier Roi chrétien de France, à qui il fut administré après la bataille de Tolbiaque par saint Remi, archevêque de Rheims. Peu après l’on procéda à la démolition de l’ancienne église ainsi que du clocher. Son terrein et celui du cimetière y attenant furent applanis, des arbres y furent plantés, et il reçut le nom de place saint Remi. Monsieur Pick, exchanoine et membre du conseil municipal, venait de faire présent à sa ville natale d’un beau monument antique, sous la condition de le faire ériger au milieu de la nouvelle place. Il en avait fait l’acquisition de l’adjudicataire du château de Blankenheim, où parmi plusieurs autres monumens anciens, recueillis depuis deux cents ans par le comte Germain de Blankenheim et ses successeurs, après avoir été auparavant possédé par le fameux antiquaire Etienne Broelmann de Cologne, ce monument, le plus beau de toute la collection, avait fait l’ornement des jardins.

Déjà plus d’une fois il a excité l’attention des antiquaires. Broelmann, dans ses tables sciographiques des anciens monumens ubiens,

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nous en a transmis deux estampes, dont l’une représente la façe principale avec celle à droite, et l’autre la façe opposée avec celle à gauche; mais le dessein en est inexact. Après Broelmann, le Jésuite Augustin Aldenbruck, dans sa dissertation sur la religion des anciens Ubiens, imprimée à Cologne l’an 1749, en a fait la description; mais elle n’est pas plus exacte que l’estampe de Broelmann, la quelle, et non l’antique, il doit avoir eue sous les yeux. Comme au reste cette description n’est pas sans mérite, j’ai cru faire plaisir au lecteur, en en insérant ici la traduction du latin.

Il existe, dit-il, un très-beau monument gravé dans les tables sciographiques de Broelmann et cité par Gruter. C’est une pierre d’une hauteur considérable et d’un grand poids, ornée de différentes figures, dont il vaut la peine de faire ici le commentaire. L’inscription de la face principale de cet autel prouve qu’il a été consacré à la Victoire:

DEAE

VICTORIAE

SACRVM

sur la face à droite se trouve sculptée une personne qui a la tête rasée, et dont l’habit descend jusqu’aux pieds (75). Elle est armée d’une hache et d’un couteau, et les mêmes instrumens sont comme suspendus dans l’enchassure supérieure. La face à gauche (76) représente un homme ayant l’air plus jeune que l’autre, portant d’une main un vase à anse, de l’autre un petit plat. Son habit va jusqu’aux genoux. Au dessus de cette figure on voit une petite urne et un second vase à anse. A la partie supérieure de la face de derrière sont sculptés deux dauphins liés par les queues (77), audessous desquels se voit un bœuf engraissé (78). Voilà les figures principales de

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cette excellente pierre très bien conservée. Essayons d’en faire l’explication qui, je pense, n’est pas difficile, si on en exempte les dauphins, les quels peut-être furent immolés avec le bœuf  pour une victoire navale. Les .autres figures désignent un sacrifice fait par les Ubiens à la Déesse de la Victoire d’après le » rite et les cérémonies des Romains. Sans doute l’homme d’un âge avancé est le prêtre, dont l’habit à la romaine descend jusqu’aux pieds (79): il est muni d’une hache pour frapper la victime, et d’un couteau pour l’éventrer. Sa tête est rasée, coutume provenant des Egyptiens d’après le témoignage d’Hérodote et de Pline: et c’est ainsi, à ce qu’assure Lampridius, que Commodus, troussé pour porter le simulacre d’Annubis, a  voulu se faire raser la tète. La tenue du corps est celle d’un homme marchant d’un pas précipité pour aller immoler la victime (80). Quant à l’autre figure, je crois que c’est le ministre du Pontife ou du Prêtre qui porte la cruche à anse et la patère. Il est troussé, tels qu’on voit, dans la plupart des anciens marbres représentant des sacrifices, les ministres des prêtres sacrificateurs. La cruche contenait ordinairement le vin qui devait être versé entre les cornes de la bête après avoir été goûté par le prêtre, qui en portoit quelques goûtes à ses lèvres avec une espèce de cueillère appelée simpulum: la patère servait à recevoir le sang de la victime frappée et mourante d’après ce passage de Virgile:

… tepidumque cruorem

Excipiunt pateris.

Le bœuf était la victime destinée au sacrifice à faire à la Victoire. Je ne dis rien sur les cruches, les petites urnes et les » autres instrumens, et je passe encore sur les rites des sacrifices, » tout cela étant suffisamment connu par les auteurs. {Le Père Aldenbruck}

Il est difficile de déterminer l’endroit où ce monument fut originairement plaça, et en quel siècle et au sujet de quelle victoire il

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fut érigé. Ce qui est sûr, c’est qu’il provient de la haute antiquité payenne, et à en juger par les beaux caractères de l’inscription ainsi que par les figures et ornemens travaillés avec précision et dans des proportions exactes, on peut le classer ou au siècle d’Auguste, ou à celui qui lui succède; nul doute non plus qu’il n’ait été sculpté et placé ou sur le bord du bas Rhin, ou non loin de là; car dans un siècle qui donna naissance à toutes les villes sur la rive gauche du Rhin gardée par huit légions, et dans l’ignorance de tous les arts ou se trouvaient les habitans du pays, il faut présumer que des artistes et des ouvriers romains y furent appelés pour diriger un si grand nombre de constructions. D’ailleurs la pierre étant d’une des espèces qui se retrouvent sur le bas Rhin, il est nécessaire d’admettre encore qu’elle a été tirée d’une carrière de cette contrée, d’où, après les premiers travaux bruts, on l’a transportée au lieu de sa destination, pour lui faire subir l’action du plus fin ciseau. Elle pèse au delà de trente quintaux, et l’on ne transporte pas de fort loin d’aussi grandes masses, lorsqu’on peut se les procurer de plus près.

Cependant il y a de la probabilité, que cet autel de la Victoire est le même autel, appelé Ara Ubiorum, que les Ubiens, transmigres sur la rive gauche du Rhin, érigèrent à Bonn en mémoire de cet événement. Les nombreux dauphins qui s’y trouvent sculptés, me semblent indiquer cette transmigration et la destination du monument pour les bords du Rhin; et ces mêmes poissons ainsi que la consécration de l’autel à la Déesse de la Victoire me paraissent être en même tems un compliment flatteur fait par les Ubiens à Agrippa leur protecteur en faisant allusion à sa dignité de Grand-Amiral {Præfectus classium} et à la victoire navale remportée par lui sur le fils du grand Pompée au phare de Sicile.

Les critiques me reprocheront que je tire des conclusions sans en avoir prouvé les prémisses. Ils diront que les antiquaires ne sont point d’accord sur le véritable site de l’Ara Ubiorum, placé par les uns à Bonn, par d’autres à Godesberg à une lieue de Bonn, et par d’autres encore à Deutz vis-à-vis de Cologne. Je sens qu’il est juste de leur répondre, et je le ferai d’une façon à faire cesser désormais toute contestation. Le Père Aldenbruck, dans sa dissertation précitée, a déjà fait voir que ce n’est ni Godesberg ni Deutz qui puissent

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s’approprier le nom de l’Ara Ubiorum, mais que c’est à la ville de Bonn qu’est du cet honneur; et la preuve qu’il en établit, puisée du Livre i. chap. 45. des Annales de ladite, est on ne peut pas plus concluante. J’en ferai usage, en l’accompagnant d’autres preuves qui mettront la vérité au plus grand jour.

Sur ses instances pressantes, la peuplade germanique des Ubiens, qui habitait la rive droite du Rhin depuis la Lahn jusqu’à la Sieg, fut transportée par Marcus Agrippa vers l’an de Rome sur la rive gauche, et placée depuis la Nette près d’Andernach jusqu’à l’embouchure de l’Erft près de Neus[s], et sur les derrières jusqu’à la Roer. A-peu-près vingt ans plus tard les Ubiens bâtirent au centre du nouvel établissement leur chef-lieu, appelé d’abord Oppidum Ubiorum, et depuis l’an 803 [ab urbe condita] Colonia Agrippina. Pour perpétuer la mémoire de cette transmigration ils élevèrent sur leur nouveau territoire un autel nommé par les anciens auteurs Ara Ubiorum. Voilà des faits sur les quels tous les classiques sont d’accord.

Tacite, dans ce qui reste de ses annales et de ses histoires, nous a transmis une quantité d’évenemens mémorables, qui au huitième et neuvième siècle de la fondation de Rome se sont passés sur la rive gauche du Rhin. Les annales retracent les événemens de la seconde moitié du huitième, les histoires ceux de la première moitié du neuvième siècle. Le nom d’Ara Ubiorum se trouve dans les annales, mais celui de Bonna ne s’y trouve pas. En revanche dans les histoires le nom de Bonna se trouve; mais celui de d’Ara Ubiorum ne s’y trouve plus, tandis que l’Ara Ubiorum dans les annales, et Bonna dans les histoires sont toujours désignés comme le quartier d’hiver de la première et de la vingtième légions. On en doit conclure que l’endroit, qui au huitième siècle portait le nom d’Ara Ubiorum, fut changé au neuvième en celui de Bonna. Ce qui vient à l’appui de cette opinion, c’est non seulement la distance de soixante milles romains de d’Ara Ubiorum à Vetera {Zanten} indiquée par Tacite au premier des annales, chap. 45., distance qui est précisément celle de Bonn à Zanten; mais encore nombre d’anciens monumens trouvés à Bonn et aux environs, et portant l’inscription de la première Légion. Il suffira d’en rapporter ici quelques uns d’après Janus Gruterus.

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FORTVNIS

SALVTARIBVS

AESCVLAPIO HIG .

Q. VENIDIVS RVF ..

MARIVS MAXIM ..

CALVINIANV …

LEG. LEG. I.M.P.

LEG. AVG .. PRA …

PROVINC .. CI .. C

D …

{Leg. Legionis primae minerviæ piæ felicis.}

VICTORIAE. AVG

C. PVBLICIVS. C. F. SEPTIMIA

SISCIA. PRISCILIANVS

LEG. I. M. P. F. etc.

ces deux pierres ont etc. déterrées, la première à Godesberg, la deuxième près de l’église de Dietkirch à Bonn (81) et sont maintenant déposées à Bonn dans la maison de Messieurs Quink et Pick vis-à-vis des anciens Capucins.

APOLLINI L. VIC. I

CN. CORNELIVS

AQVILIVS. NIGER

LEG. L. I. M. P. F

{Legionis victricis indigiti [Deo]}

Elle fut de même deterrée près l’église de Dietkirch, mais on ne sait ce qu’elle est devenue.

… MANIAE. INFER etc.

T. F. DVBITATUS. STRATEGV … etc.

ЭЭ LEG. I. MINER etc.

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Le fragment de cette pierre se trouve à Hersel à une lieue de Bonn dans le mur du cimetière; le Père Harzheim, Jésuite de Cologne, en a fait la description.

Indépendamment de ces monumens et autres, on a trouvé et l’on ne cesse pas de trouver à Wichelshoven, ferme située à cent toises au dessous de Bonn sur le bord élevé du Rhin, une quantité de tuiles quarrées, portant l’inscription LEG. I. M. Elles fournissent également la preuve de l’idendité de l’Ara Ubiorum et de Bonna, lorsqu’on fait attention au passage du Livre I. des annales de Tacite chap. 39. où il est dit, que les Légats du Sénat romain arrivés à l’Autel des Ubiens, quartier d’hiver de la 1re et de la 20me légions, pour notifier à Germanicus son élévation à la dignité de Proconsul, et lui présenter en même tems les complimens de condoléance du Sénat sur le décès d’Auguste, furent insultés par ces légions en révolte, et que Munacius Plancus, chef de la légation, ne trouva d’autre moyen de se soustraire à la fureur des révoltés qu’en se sauvant au camp de la 1re légion et en y embrassant les aigles.

Pour lever tous les doutes et réfuter pleinement ceux qui voudraient dire que ces inscriptions lapidaires et ces tuiles pourraient être du neuvième siècle, où c’est Bonn qui est nommé le quartier d’hiver de la première légion, je les renvoie à une pierre sépulcrale, découverte à Bonn il y a trente ans, et déposée en ce moment au jardin de Monsieur le médecin Crevelt, dont voici l’inscription:

M. COMINIVS. L. F.

POL. AST.

MILES. L. T

VIX. ANN. L. MIL. ANN. XIV

H. S. E. H. E. T. F. C.

c’est-à-dire: Marcus Cominius, Lucii filius,{ex tribu} pollia astatus, miles legionis tiberianae, vixit annis quinquaginta, militavit annis quatuordecim, hic sepultus est, haeres ex testamento fieri curavit. Il faut observer ici

que les connaisseurs des inscriptions romaines sont d’accord que le T. simple précédé du mot légion signifie toujours Tibériana, et n’indique Thebana que lorsqu’il est accompagne de la lettre H c’est-à-dire qu’il est écrit TH.

Que ce

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fut la première légion qui sous le règne de Tibère prit le nom de Legio Tiberiana, qu’elle quitta à son décès en reprenant l’ancien nom de Legio prima.

J’en tire l’induction suivante: Cominius servit dans la première légion; il y servit du tems de Tibère, et par conséquent au huitième siècle de Rome. Dans ce même siècle Ara Ubiorum était le quartier d’hiver de la première légion, la pierre sépulcrale de Cominius fut déterrée à Bonn; nul doute donc que l’Ara Ubiorum et Bonna ne soient le même endroit, et que le nom de Bonna, peut-être un mot de camp usité déjà quelques années plutôt chez les militaires qui, se plaisant au beau site de ce camp, l’avaient appellé bona castra, et puis simplement bona, ainsi qu’on appella votera castra {Zanten} purement votera, ne prit sa pleine consistance qu’après le renversement de l’autel qui, à en juger par le passage du livre 4. chap. 61. et 62. des histoires de Tacite, eut lieu l’an 823 de Rome, ou l’an 70 de l’ère chrétienne.

Après cela il est surprenant qu’un savant de Cologne, homme d’ailleurs respectable par ses connaissances, entraîné par sa prédilection pour sa ville natale, vienne de soutenir, il y a peu d’années, que l’Ara Ubiorum a été placée originairement à Cologne, opinion toute neuve et pas même soutenue positivement par aucun de ceux qui la placent ailleurs qu’à Bonn, au reste suffisamment réfutée au chap. 36. et 39. du Livre 1. des Annales de Tacite, oit l’Oppidum Ubiorum et l’Ara Ubiorum sont cités comme deux villes différentes.

Ayant maintenant établi, comme prémisse, la preuve sur la position de l’Ara Ubiorum à Bonn, on ne pourra plus me faire le reproche que mon opinion sur son identité avec l’autel de la Victoire soit inconséquente; et s’il n’est pas tout-à-fait prouvé, il est au moins probable que, dans cet autel nouvellement réérigé, la ville de Bonn a reconquis l’autel primitif qui a donné lieu à sa fondation.

Un élève du Lycée de Bonn vient d’en faire un dessein, joint à la présente description, et dont il résulte que sa hauteur est de 2. mètres 42 centimètres, la largeur des façes principales de 75 et celle de faces latérales de 46 centimètres.

Pour son élévation sur la nouvelle place de Saint Remi, Monsieur le Maire avoit choisi le Dimanche 3. Décembre 1809, jour anniversaire du couronnement de Sa Majesté l’Empereur et Roi.

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A cet effet, après la Messe et le Te Deum chantés à l’église cantonnale, les autorités constituées, escortées par un détachement du dépôt du 20me régiment de chasseurs, et les fonctionnaires civils et militaires résidants à Bonn, suivis du dépôt du dit régiment, de la société des arquebusiers et des élèves du Lycée, tambour battant et enseignes déployées, se rendirent sur la place de St. Remi, ou le militaire fit haie. La grande pluralité de la population de Bonn, ainsi que des villages voisins, rassemblée pour la fête du jour, était accourrue à ce spectacle, et les croisées, même les toits se trouvaient remplis de spectateurs. Le monument étant prêt à être élevé, Mr. le Maire s’avança et prononça le discours suivant:

DISCOURS de Mr. le Maire.

« Si de grandes villes s’empressent à l’envie l’une de l’autre d’élever des monumens au plus grand des Empereurs, il n’y a que la modicité des ressources de la ville de Bonn qui l’empêche de les imiter: car pour l’admiration de ses hauts faits et pour l’attachement inviolable à son auguste Personne elle ne le cède à aucune autre.

Aussi la quantité de monumens romains dont elle est entourée et qu’elle possède dans ses murs, et l’histoire de sa propre origine ainsi que des exploits des grands capitaines de l’ancienne Rome, qui eurent en partie lieu sous les veux de leurs ancêtres, enflamment-ils les habitons de cette ville d’un noble enthousiasme, pour établir des parallèles entre les actions de ces grands hommes et celles du Héros de nos jours.

Ce n’est pas loin d’ici que César jeta sur le Rhin ce pont dont il nous a transmis la description dans ses commentaires. Sans doute c’est ici même ou Marcus Agrippa reçut la peuplade germanique des Ubiens, amis du peuple romain, qui quittèrent la rive droite, poux se mettre a l’abri des incursions des Suèves. C’est encore ici que Drusus établit un autre pont pour la facilité des communications entre les deux rives; et c’est d’ici que son fils Germanicus, après avoir fait passer en revue la première et la vingtième légions, pénétra avec sont armée dans les forêts de la Germanie, où il fit essuier une défaite complète à Arminius.

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Mais les illustres faits des héros de l’antiquité que je viens de nommer, et de tant d’autres que je passe sous silence, que sont-ils en comparaison des actions bien plus illustres, dont le plus grand Héros de l’ancien et du nouveau tems nous a rendus témoins? Jetions un coup d’œil sur l’histoire de nos jours. Le vaste sol de la F rance fut déchiré par les factions de l’anarchie. Son génie tutélaire en gémit; transporté d’une noble et juste colère il s’éleva dans les airs pour aller chercher un sauveur parmi les héros, et c’est en Egypte qu’il le trouva. Il le conduisit, couvert ‘de son égide, au port de Fréjus, et l’ayant plaçé sur les crénaux de l’état il l’arma de la foudre. D’un seul coup le monstre de l’anarchie fut terrassé, et du brillant de l’éclair sortit NAPOLÉON premier Consul - Consul à vie - Empereur. Quels ne furent point alors ses soins, ses travaux? Je me borne à dire que l’époque de treize ans depuis la bataille de Montenotte à celle de Wagram est une série non interrompue de victoires remportées par ce héros. Chacune d’elles est une leçon de la plus profonde et de la plus rapide tactique, que j’admire sans la connaître; mais la victoire de Wagram a cela de singulier à elle seule, que mise en parallèle avec celle remportée par le grand Alexandre sur Porus, elle présente à l’observateur jusqu’à des orages mêmes, une ressemblance parfaite du change donné à l’ennemi au passage de deux grandes rivières, de l’Hydaspe et du Danube, et une autre ressemblance non moins frappante de la modération des deux vainqueurs(82).

Il faut des siècles à la nature pour produire de pareils héros. En parcourant les fastes de l’histoire nous nous plaisons souvent à contempler leurs tètes conservées par des médailles, et nous formons des vœux pour en voir un modèle vivant. Eh bien ! ce bonheur est devenu le partage de notre génération. Nous avons vu dans nos murs NAPOLÉON, le premier des mortels, cet Atlas portant le globe. Son auguste Epouse le précéda. Les Romaines l’auraient reçue par l’acclamation: Conjugi optimae, augustae, dulcissimae! Notre jeunesse féminine sema des fleurs sur son passage, hommage au quel Elle daigna applaudir, en lisant dans nos cœurs la fidélité qui de tout tems a caractérise les habitans de Bonn envers leurs Princes, l’amour et la vénération voués à Elle et à son auguste Epoux.

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Je passe au sujet, qui à la sortie du temple, où nous venons de célébrer la fête du Couronnement du Chef Auguste de l’Empire, nous amène sur cette place. Nous allons y élever un beau monument de l’antiquité, un autel de la Victoire qui nous a été cédé par l’un de nos conseillers municipaux, pour servir d’embellissement à sa ville natale. Nous allons déposer en même tems dans ses fondations six médailles romaines, quatre de nos anciens Souverains qui retraçent des événemens mémorables du siècle passé, et ont en partie des rapports directs avec Bonn; six autres pour servir à l’histoire de la dernière décade du même siècle, enfin deux réprésentant NAPOLÉON lui-même, l’une comme premier Consul, l’autre comme Empereur des Français.

Un autel avait déjà orné notre ville à sa fondation, et lui a même donne naissance. Lorsque sous le règne d’Auguste, Marcus Agrippa, son premier Lieutenant et son gendre, fît passer les Ubiens à la rive gauche du Rhin, ceux-ci pour transmettre à la postérité la mémoire de cet événement, élevèrent un autel, nommé l’autel des Ubiens. De nombreuses habitations s’établirent autour de ce monument, et la nouvelle ville, appelée Ara Ubiorum, devint le quartier d’hiver permanent de la première et de la vingtième légions. Mais cette dénomination ne dura guères au delà de cent ans. A l’invasion des Bataves sous Claudius Civilis, au commencement du règne de Vespasien, tous les quartiers d’hiver des légions établies sur la rive gauche du Rhin fuient brûlés à l’exception de Mayence et de Vindonisse, et il parait que l’autel des Ubiens a été entraîné dans cette ruine générale. Aussi le nom d‘Ara Ubiorum, quartier d’hiver des susdites légions, employé par Tacite dans ses annales, disparaît-il à cette époque, et se trouve désormais remplaçé dans ses histoires par celui de Bonna qui toutefois continue d’être le quartier d’hiver des mêmes légions.

Privés depuis mille sept cent quarante ans de notre autel originaire, nous élevons aujourd’hui cet autre:

DEAE

VICTORIAE

SACRUM

est son inscription. Sa structure, ses bas-reliefs, son couronnement, les beaux caractères de l’inscription, tout fait preuve de sa haute

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antiquité, et le met au niveau de celui de Lion, dont il surpasse môme de trois pieds la hauteur.

Quelle époque plus propice à cette élévation que celle du jour où notre auguste Monarque mit il y a cinq ans la couronne des Césars sur sa tète! Quelle autre plus convenable que celle delà présente année où ses victoires sur l’Iser, sur l’Inn et le Danube ont préservé et les Princes et les peuples de la Germanie d’un orage destructeur tout prêt à fondre sur eux, et ont en même tems ramené et raffermi la paix du continent !

C’est donc à gloire du NAPOLÉON Le Grand qu’est aujourd’hui élevé ce monument qui retracera désormais à nous et à nos neveux des souvenirs bien plus grands que ceux pour les quels il a été construit.

Puisse-t-il durer, subsister aussi long-tems que la Gloire du Monarque!

Vive l‘Empereur! »

Tout le peuple au son des fanfares et des tambours répéta les cris de Vive l’Empereur. Le silence étant rétabli, un enfant s’approchant de Monsieur le Maire, et tenant d’une main un verre de cristal à couvercle, lui présenta de l’autre la bourse aux médailles, le Maire les versa dans le verre, le porta aux fondations et l’y déposa. Après quoi les ouvriers firent descendre le monument qui était suspendu; lorsqu’il fut plaçé, le Maire y attacha une couronne de laurier qui lui fut présentée par un élève du Lycée. Dans le même tems de nouvelles fanfares et des cris répétés de Vive l’Empereur se firent entendre; et c’est ainsi que finit cette intéressante cérémonie, qui fera époque dans les annales de la ville de Bonn.

1811 Feb 08 Police générale an Präfekt83

Police generale

1er arrond[issemen]t

No. 6176

Paris le 8. Fevrier 1811

Un incidente, Monsieur, s’est élevé le mois dernier dans votre administration, par suite de l’insertion que Mr. le Maire de Bonn84, s’est poursuit de faire faire a la feuille du département, d’une lettre qu’il vous avoit écrite le 19. Décembre précédente, tendante a prouver que son canton comptoit réellement beaucoup moins de conscrits réfractaires, que la liste nominative m’en présentoit. Mr. le Sénateur Comte Belderbusch, vient de mettre cette affaire sous les yeux de Son Excellence. Je voit par le copies de votre correspondance avec Mr. le Maire, que vous avez improuve la publicité donnée a sa lettre du 19. Xbre, vous avez eu parfaitement raison. Mais le maire en cédant, comme le dit Mr. son frère, a un sentiment d’amour propre d’auteur, qui est la manie des gens de leur pays, paroit n’avoir eu au fonds que de intentions conciliantes, et n’avoir cherche qu’a assurer l’obéissance des jeunes gens dans le cas de rejoindre. Vos intentions dans le cour de cette affaire, sous a la foir.

A Mr. le Préfet de Rhin et Mozelle

1811 Nov 06 Napoleon „Note sur Cologne“85

Anmerkung über Köln

Diktiert in Köln am 6. November 1811, am Abend.

§ 1 Von Wesel bis Mainz sind es 60 bis 70 Meilen ohne jede Festung. […]

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§ 2 Wenn man in Bonn eine Festung hätte, wäre der Feind auch verpflichtet, Bonn abzudecken. Bei der ersten Bewegung des Feindes würden sich alle Truppen des Elsass auf Bonn hin zusammenziehen, während die Truppen von Holland sich in Richtung auf Wesel und Venlo gruppieren würden. Es wäre also schwer vorstellbar, dass der Feind vorrücken könnte ohne Bonn und Jülich einzunehmen.

§ 3 Diese Vorstellungen haben daran denken lassen, Bonn, das sich etwa auf halber Höhe zwischen Wesel und Mainz befindet, zu befestigen; aber die Festungsanlagen von Bonn bieten einige Schwierigkeiten; die Stadt ist von Bergen umgeben, die es zu befestigen gilt. Übrigens ist Bonn am Auslauf von Bergen: Die Ebene, die sich vom Meer, das heißt von Vlissingen, Ostende und der Zuidersee erstreckt und die Mündungen der Maas und des Rheins umfasst, endet bei Bonn. Die Lage der Festung, am äußersten Rand der Ebene, könnte Nachteile haben und zweifellos wäre die Festung, die durch ihre Position einen größeren Einfluss auf die Ebene ausübt, besser bei Köln angelegt,

§ 4 Wenn eine Festung in Köln existierte, wäre es dem Feind unmöglich, den Rhein zwischen Köln und Wesel und zwischen Kleve, Venlo, Jülich und Maastricht zu überschreiten. Es wäre ihm gleichermaßen unmöglich, Bonn als Stützpunkt am Rhein zu nehmen: denn von Bonn müsste er an der Ebene entlang laufen und in zweieinhalb Meilen Entfernung an Köln vorbei ziehen, um entweder nach Aachen oder nach Jülich zu kommen. Er würde also vollkommen auf der Einflusslinie des neuen Platzes Vorgehen. Er müsste also ein Observationskorps vor Wesel haben, ein anderes um Köln zu blockieren und müsste über ein drittes Korps verfügen, um das zu beobachten, was von Mainz auf Bonn zukommt. Dieses Unternehmen kann als nicht praktikabel betrachtet werden, und mit einer Festung in Köln hätte man alle Sicherheit, dass keine Operation auf Belgien hin versucht werden kann, ohne dass der Feind sich vorher dieses Platzes bemächtigt hätte.

§ 5 Die Bevölkerung von Köln besteht aus 40,000 Seelen; Metz hat 43,000; Straßburg, Mainz, Lille sind größer. Diese Bevölkerung hat also nichts, das Angst machen könnte, umso mehr da dieses Land geografisch französisch ist und die Bevölkerung keine Erinnerung noch Groll mit sich herumtragen können, die sie nach einer Veränderung der Dinge trachten ließen.

Der Umfang der Stadt beträgt etwa 2,200 Klafter [toise; annähernd 4.400 Meter]; das überschreitet nicht die üblichen Grenzen; Mainz und Straßburg haben eine viel größere Ausdehnung. Wenn man von 2,000 Klafter spricht, schließt man nicht den Abschnitt am Rheinufer ein, da diese Seite, durch eine Mauer versperrt, schon vor allen Angriffen geschützt ist.

Die jetzigen Befestigungen bilden ein sehr gutes befestigtes Lager. Eine gute Mauer, die einen guten Graben hat, gibt der Umfassung Schutz vor einem Handstreich. Die Eigenschaft dieser Mauer ist so, dass es von jetzt an keine Frage mehr ist, um Köln zu einer passenden Festung zu

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machen, sie mit Erdanlagen zu umgehen; und sehr beträchtliche Erdmassen sind schon vor den Befestigungen.

§ 6 Mainz und Wesel sind zwei ausreichende Ausgangsstellen für den Norden Deutschlands.

Köln könnte also als gänzlich defensive Festung betrachtet werden, und das rechte Ufer nur mit einer vorgeschobenen, dort als Beobachtungsposten platzierten Anlage befestigen. Man verschiebe auf eine spätere Zeit, die Anlagen des rechten Ufers zu erweitern, um dort über die Möglichkeit zu verfügen, eine große Brücke zu errichten.

§ 7 Köln wird zweifellos eine Besatzung von 12,000 Mann erfordern und ein beträchtliches Artilleriematerial. Man wird keine Truppen im Gelände aufstellen können und die Festung wird sich mit keiner Überschwemmung noch einem außergewöhnlichen Mittel helfen können; sie wird nur eine einfache Abwehr bieten können so wie es ihre derzeitige verbesserte Front wird zeigen können.

Man fragt, welcher Art die Verteidigung der jetzigen verbesserten, wiederhergestellten, Front sein wird, und wenn man ihre schwachen Punkte in der Art verstärkt hat, dass sich rundherum Alles im Gleichgewicht befindet.

Die Dauer dieser Verteidigung kann nicht dazu führen, dass eine 12,000 Mann starke Garnison und ein ebenso beträchtliches Material der Gefahr ausgesetzt werden; daher schlägt man vor, die ganze derzeitige Umfassungsmauer mit Kronwerken zu sichern, um der Festung drei Monate des Widerstands zu geben, die notwendige Zeit, um ihr zu Hilfe zu kommen.

1814 Th. Körner: Leier und Schwert86

Leyer und Schwerdt | von | Theodor Koerner |Lieutenant im Luetzow‘schen Freikorps. | [Abbildung] | Einzige rechtmaeßige, von dem Vater des Dichters veran- | staltete Ausgabe. |Berlin, 1814. | In der Nicolaischen Buchhandlung.

1824 April 29 F. Ries an N. Simrock

An Bürger Simrock Frankfort

Bonn, 29t April 1802

Lieber Simrock

Ich danke Dir für deine Wünsche, so du mir gschrieben […] Von unsrem Schicksal kann ich dir noch nichts gewisses sagen, daß wir das liceum bekommen, hat mehr als wahrscheinlichkeit.  … für das tribunal soll noch Hoffnung sein .. es heist allgemein Eichhoff würde Souprefect, so ungegründet diese … auch ist, so hab ich unter uns gesagt erfahren daran zu glauben

 

1837 Richard: Manuel du Voyageur

Manuel | du Voyageur | sur les Bords du Rhin | Itineraire | artistique, pittoresque et historique, | … revu et mis en ordre | par Richard, | ingenieur-geographe | Paris | Audin librairie, Quai des Augustins 25 | 1837

 

1894 Einmarsch der Franzosen am 8.10.179487

Am frühen Morgen des 8. October 1794, welcher für die kurfürstliche Residenzstadt Bonn ein kritischer Tag erster Ordnung werden sollte, hatte sich wohl die Hälfte der Bevölkerung auf den Wällen eingefunden. Dicht gedrängt sah man auf der weiten Strecke vom Sternthore bis zum Rheine Jung und Alt umherstehen, denn man erwartete heute das Eintreffen der Franzosen. […]

Es war 2 Uhr Nachmittags, als unter der auf den Wällen noch immer versammelten Menge eine große Bewegung entstand, denn raschen Laufes sah man Leute, die die Ungeduld, die Franzosen zu sehen, denselben bis auf die Höhe entgegengetrieben hatte, zur Stadt zurückflüchten. Von Weitem hörte man Rufe: »Sie kommen!« Bald bemerkte man auch Cavallerie-Vorposten, welche rechts und links ausschwärmten und dann in einer Linie gegen die Stadt vorrückten.

Einige Plänkler trafen zuerst am Kölnthore ein. Sie ritten in scharfem Trabe längs dem Walle hin und verbreiteten große Angst unter der dort versammelten Volksmenge, die, als sich von der Höhe her eine größere Cavallerie-Abtheilung nahte, zum größten Theil in die Stadt hinein eilte. Die Cavallerie-Abtheilung ritt bis zum Kölnthore und stellte sich in geschlossenen Gliedern zu beiden Seiten der Landstraße auf, während die Plänkler in die Stadt hineinritten, um zu recognosciren, ob sich keine österreichischen Truppen mehr innerhalb der Mauern befänden.

Es waren zwei Escadrons Dragoner, zur Sambre-und-Maas-Armee gehörend, die den Eingang zur Stadt besetzt hatten. Die Truppe war von gutem Aussehen, bestehend aus Leuten von jedem Lebensalter; junge Burschen von kaum 20 Jahren und ergraute 50jährige Männer waren dabei, aber Alle von kräftiger, stattlicher Figur. Sie trugen grüne Mäntel, blaue Hosen und mit Roßschweifen gezierte Helme. Bewaffnet waren sie mit langen Pallaschen und Musketen. Das auf dem Walle noch aus Neugierde zurückgebliebene Volk, welches aber scheu zur Seite gewichen, blieb von den Soldaten unbehelligt. Nach kurzer Zeit kehrten die in der Stadt recognoscirenden Vorposten zurück und meldeten, daß sich kein Feind dort vorfinde, worauf sich der ganze Reitertrupp in Bewegung setzte und in die Stadt einzog. Die Straßen waren menschenleer, die Thüren und Fensterläden in den Parterrelokalen geschlossen, in den oberen Stockwerken aber sah man überall Frauen und Männer stehen, welche neugierig die fremden Krieger betrachteten. Die Dragoner ritten über die Kölnstraße zum Markte, wo eine Escadron sich aufstellte, während einige Officiere sich in's Rathhaus begaben, um sich Quartierbillete zu beschaffen. […]

Während die erste Dragoner-Escadron ihre Quartierbillete in Empfang nahm, ritt die zweite weiter zur Poppelsdorfer Allee, um sich dort zu lagern. Nachdem die Pferde an den Bäumen angebunden, schleppten die Soldaten Holz von allen Seiten herbei wo sie es fanden und zündeten Feuer an. Gegen Abend brachen sie wieder auf und zogen auf der Landstraße nach Godesberg weiter.

Die in der Stadt zurückgebliebenen Dragoner hatten viele Mühe, mit ihren Quartierbilleten zurecht zu kommen, noch schwerer hielt es für sie aber, Lebensmittel aufzutreiben.

Ein größerer Trupp, begleitet von einer Menge Jungen, denen die neue Lage großen Spaß verursachte, begab sich in die Brüdergasse vor einen der Pumpe gegenüber liegenden Metzgerladen: sie schlugen gewaltig an die geschlossenen Fensterladen und verlangten Wurst. Nebenan war eine Brauerei, wo man es unter dem Rufe: »Bier«, »Bier« ebenso machte. Den immer drängender werdenden Forderungen konnten sich die Ladenbesitzer nicht länger entziehen, sie öffneten die Hausthüren und rasch waren die Lokale gefüllt von Soldaten. Diese warfen die Assignaten für das empfangene Bier und die Wurst auf die Tische, und es verursachte keine kleine Schwierigkeiten, gegen die auf größere Beträge lautenden Assignaten Geld heraus zu bekommen. Die Soldaten waren mit Allem zufrieden, was ihnen zur Ausgleichung gegeben wurde, wenn es nur klingende Münze war. Aehnliche Vorfälle kamen in allen Theilen der Stadt vor, und die Soldaten sangen im Chor dabei:

Ça ira, ça ira, ça ira,

l'argent vaut mieux,

Que des Assignats,

welches Lied die escortirende Straßenjugend bald aufgegriffen hatte und Abends bereits auf allen Gassen, das Französische radebrechend, sang.

Für den Magistrat der Stadt Bonn war das französische Papiergeld eine Quelle großer Unannehmlichkeiten. Die Franzosen suchten überall ihre bereits in Frankreich selbst fast werthlosen Assignaten anzubringen, und die Ladenbesitzer verweigerten die Annahme derselben. Von allen Seiten wandte man sich aufs Rathhaus, wo aber die Herren ratlos waren, und da keiner der Bürgermeister, sie hießen Pasch, Rozoli, Fonson, Ebhard, und die Rathsherren: Rospath, Kaufmann, Becker, Ruland, Schleiden und Boosfeld, der französischen Sprache vollständig mächtig, so war die Lage um so schwieriger, und Mißverständnisse konnten nicht ausbleiben.

Der Befehlshaber der französischen Truppen überreichte dann dem Stadtrath eine Verfügung, die noch vorhanden und die Ueberschrift trägt: "Liberté, Egalité, Fraternité", dessen Inhalt in dem Befehl bestand, daß, da nunmehr die Stadt Bonn derselben Regierungsform wie die anderen von der französischen Armee und Republik occupirten Städte unterworfen sei, die Assignaten, wie es der darauf ausgedrückte Werth ausweise, für Zahlungen aller Art Waaren angenommen werden müßten. Diese Verfügung wurde an allen Straßenecken angeheftet und durch Trommelschlag verkündigt und so das werthlose Papiergeld amtlich eingeführt.

Am 9. October gegen 11 Uhr Morgens trafen weitere französische Truppen ein, welche im Ansehen gegen die eingerückten Dragoner gewaltig abstachen. Es waren sogenannte Sansculotten, eine wunderliche Truppe von einigen tausend Mann. Sie hatten die vergangene Nacht auf dem Felde campirt und sahen daher sehr unsauber aus. Sie boten, als sie einzogen, ohne ein Musikcorps, ein sonderbares Bild. Ihre Bekleidung war aus Stücken aller Art zusammengesetzt. Die Einen hatten lange Röcke mit Klapptaschen, in allen Formen und Farben an, die Andern Kittel, Wämser und sogar Frauen-Capotmäntel; die Einen kurze, die Andern lange Hosen. Man sah, daß sie angezogen, was ihnen in die Hände gefallen war. Als Kopfbedeckungen waren Dreimaster, Mützen, selbst Zipfelhauben und Tücher vertreten. Einige gingen in Schuhen, Andere in Stiefeln, Manche hatten die Füße mit Lumpen umwickelt oder gingen barfuß. Ebenso sah es mit der Bewaffnung aus. Nicht einmal waren sie gleichmäßig mit Flinten versehen, Säbel aller Art trugen sie um die Hüften, Pistolen und Bajonette bildeten bei Vielen die einzige Angriffs- und Vertheidigungswaffe. Waffenstücke von allen Truppen, die von der Republik besiegt worden, waren vertreten. […]

Nach dem Einmarsch stellten sich die Sansculotten auf dem Markte auf, um ihre Billete zum Unterbringen zu empfangen, und da entwickelte sich ein sonderbares Schauspiel. Ob auf Aufforderung des Commandos oder aus Mitleidsgefühl für die »Patrioten« getrieben, von allen Seiten sah man die Bürger Kleidungsstücke, Stiefel, Schuhe und Strümpfe, Hemden, Röcke und Mäntel auf den Marktplatz bringen, welche von den Befehlshabern dankbar angenommen wurden. Sie wurden zu Haufen vertheilt und dann die Soldaten angewiesen, sich Passendes auszusuchen, wobei die Unterofficiere Ordnung hielten. Frech wurde sich auf dem freien Platze aus- und angezogen. Bemerkten die Franzosen dabei in den Fenstern der Häuser neugierig zuschauende Frauenzimmer, so warfen sie denselben Kußhände zu, und bald ließen sich dann keine mehr sehen. Ein Theil der Truppen wurde in der Stadt, ein Theil in der Umgegend untergebracht, am folgenden Morgen aber rückten sie Alle weiter.

Am 10. October marschirte eine ganze Brigade der S a m b r e und Maas-Armee, welche bei Hersel in der letzten Nacht gelagert, an deren Spitze der General Marceau, ein. Es waren stattliche Regimenter dabei, von denen auch jedes ein Musikcorps führte. Marceau war einer der ritterlichsten Officiere der Heere der Republik; seine schöne Erscheinung, sein gewinnendes Wesen, der Ruf seiner nichts fürchtenden Tapferkeit und Todesverachtung, Alles war, wo er auftrat, danach angethan, für ihn einzunehmen. Sein Auftreten war, wo er hinkam, einfach, schonend, menschlich, rücksichtslos streng und gerecht, und dabei gab er oft Beweise der Gutmüthigkeit und Menschenfreundlichkeit.

Nach seinem Einmarsch in Bonn begab er sich sofort zum Rathhause, wo ihn der Bürgermeister mit seinen Beisitzern ehrfurchtsvoll empfing. Es wurden Anstalten getroffen, die Soldaten in der Stadt und der nächsten Umgebung unterzubringen, was nicht so leicht durchzuführen war. Kein Haus blieb von Einquartierung verschont, bis auf die Speicher nahmen die Soldaten alle Räume in Besitz. Der General Marceau war in dem Trottischen Hause in der Burgstraße[heute Doetschstraße] , […] abgestiegen. Dort wurde auch das Hauptquartier eingerichtet, was vieles Leben auf den sonst so stillen Vierecksplatz brachte. Für den Unterhalt des Generals wurden dem Magistrat bestimmte Anforderungen gestellt. So mußten zum Frühstück 2 Flaschen Madeira nebst dem erforderlichen Weißbrode und für den Tagesgebrauch 12 weitere Flaschen Madeira geliefert werden. Ferner wurde der Magistrat angewiesen, 12 Messer und Gabeln, 24 Löffel, einen Vorlegelöffel und Tranchirmesser, Alles plätirt, für die Tafel des Generals zu beschaffen.

Am 11. October fand sich schon früh der Kriegscommissar C a y r o 1 auf dem Rathhause ein, wo die Väter der Stadt versammelt waren. Er ließ Boten an alle Beamte der in einem Umkreise von fünf Stunden liegenden Orte absenden und sie auf den nächsten Tag zum Rathhause bescheiden, um ein Verzeichniß aller vorhandenen Früchte, des Viehes und der Fourage ihrer Bezirke der französischen Kriegs-Commission vorzulegen. Es wurden gleichzeitig die vielen Unordnungen besprochen, welche sich die Soldaten hatten zu Schulden kommen lassen. Da sie hauptsächlich in den Wirthshäusern vorgekommen waren, so wurde von Cayrol angeordnet, daß von den Wirthen nach dem Zapfenstreich keinem Soldaten mehr Getränke verabreicht werden sollen. Die Bürger wurden sofort unter Trommelschlag hiervon in Kenntniß gesetzt, wobei man sie zugleich aufforderte, widerstrebende Soldaten bei der Wache anzuzeigen. Diese Maßregel wirkte umsomehr, als die Patrouillen verstärkt wurden. Die Letzteren nahmen gleich an demselben Abend mehrfach Verhaftungen von Soldaten vor.

Zur Einrichtung des Kriegscommissariats verlangte Cayrol die sofortige Lieferung aller Arten von Schreibbedürfnissen, deren Beschaffung der Magistrat übernahm. Schwierig wurde die Unterbringung der vielen Kranken und Verwundeten, welche theils mit den Truppen angekommen waren, theils stündlich noch eintrafen. Da sämmtliche Kasernen und Krankenhäuser mit Einquartierung schon belegt waren, so wußte man keinen anderen Ausweg, als das Universitätsgebäude in der Bonngasse, in welchem seit der Flucht des Kurfürsten keine Vorlesungen abgehalten wurden, zu einem Lazareth zu verwenden, und Cayrol ordnete an, daß dieses Gebäude dazu eingerichtet werde. Um das nöthige Bettzeug und Leinen zu beschaffen, wurde ein Verzeichniß derjenigen Einwohner aufgestellt, welche vor dem Einmarsch der Franzosen geflüchtet. Zu diesen Familien gehörten u. A. von Baumann, von Lechenich, von Belderbusch, von Forstmeister, von Weichs, die Hofräthe Biegeleben und Martin Neesen, der Registrator Nettekoven, der Hofjude Baruch Simon etc. Es wurden Leute abgesandt, alles in deren Wohnungen zurückgelassene Leinen und Bettzeug abzuholen. Wo die Geflüchteten Niemand zum Hüten der Wohnungen und die Schlüssel zurückgelassen, wurden die Thüren einfach durch herbeigeholte Schlosser geöffnet. Große Mengen Weißzeug und Betten fanden sich vor, so daß den Bedürfnissen vollkommen Genüge ward. Alle verwendbaren Gegenstände wurden unter Heranziehung von Soldaten in den Nesselroder Hof gebracht, wo der französische Kriegscommissions-Ordonnateur wohnte, und diesem wurde Alles durch zwei Delegirte des Stadtrathes überliefert.

Marceau schritt auch alsbald zur Regelung der Amtsgeschäfte der Verwaltung der Stadt Bonn. Er setzte fest, daß der Magistrat täglich von 9-10 Morgens und von 3-4 Uhr Nachmittags sich zu einer ordentlichen Sitzung versammeln solle, um eilige Angelegenheiten ohne Aufschub erledigen zu können. Ueber die Vertheilung der Amtsgeschäfte wurden ebenfalls genaue Bestimmungen getroffen. Es wurden Commissionen eingesetzt für das Einquartierungswesen, das Rechnungswesen, für die Besorgung von Fuhren und Boten, für die Beaufsichtigung der Quartiere, für die Lazareth-Angelegenheiten, die Aufsicht über die Backöfen und das zu backende Brod etc. Die Mitglieder dieser Commissionen wurden aus den Bürgermeistern und den Stadträthen und als amtlicher Dolmetsch der Sprachlehrer Tribolet bestimmt.

So hatten sich die Franzosen in Bonn schnell häuslich niedergelassen, und für die Bürgerschaft begann eine harte, böse Zeit. Wenn man bedenkt, daß in der kleinen Stadt von nicht 10 000 Einwohnern eine Truppenzahl von 6 bis 7 000 Mann untergebracht wurde, so ist es wohl erklärlich, daß die Preise aller Lebensmittel schnell stiegen und diese kaum zu beschaffen waren. Es trat ein wirklicher Nothstand ein, so daß, als endlich französische Proviant-Colonnen eintrafen und einen großen Vorrath Brod mitbrachten, die Bürgerschaft froh war, daß der General gestattete, einen Theil des Brodes an die Bevölkerung zu überlassen. Die ehemalige Jesuitenkirche in der Bonngasse wurde als Proviant-Magazin eingerichtet und der Kriegs-Commissar Cayrol gab bekannt, daß er 2 400 Pfund Brod an die Bürger gegen mäßigen Preis ablassen könne. Große Freude verursachte die Verkündigung dieser Maßregel. Um 9 Uhr Morgens sollte die Vertheilung stattfinden: zwei Stunden vorher war jedoch der Platz vor der Kirche schon von einer großen Menschenmenge umlagert, welche sehnsüchtig der Eröffnung des Brodverkaufs harrten. […]

Bald nach seiner Ankunft in Bonn dachte auch General Marceau daran, der Bevölkerung die pomphafte Festlichkeit der Aufrichtung eines Freiheitsbaumes zu bieten; auch hier sollte, wie man im Mai grüne Maien als Zeichen des erwachten Frühlings aufrichtet, der Freiheitsbaum ein Zeichen sein, daß der Völkerfrühling seinen Einzug gehalten.

Der General hatte dem Magistrat alsbald aufgegeben, für die Beschaffung eines stattlichen Baumes Sorge zu tragen, und einige seiner Officiere, welche nach einem solchen, der dazu geeignet, in der Umgegend Ausschau gehalten, waren auf die schöne Doppelreihe prächtiger Föhren, deren Reste noch jetzt den gepflasterten Weg, welcher auf den Kreuzberg führt, zieren, aufmerksam geworden, in Folge dessen begab sich eine Deputation des Magistrats in Begleitung der Officiere dorthin und wählte einen schönen, starken Baum, welcher in der rechtsgelegenen Reihe, in der Nähe des Kirchhofes der Gemeinde Poppelsdorf stand, aus, ein Zimmermann Namens Bertram erhielt den Auftrag, den Baum zu fällen. Es war am Sonntag den 12. O c t o b e r , als er sich in Begleitung einer Abtheilung französischer Soldaten, welche von dem Adjutant-Major Voß geführt wurden, in der Frühe an den bezeichneten Platz begab. Unter stetem Trommelschlag und dem fortwährenden Rufen: »Vive la république!“ ging die Arbeit vor sich. Major Voß hatte den Befehl, pünktlich Nachmittags 3 Uhr den Baum auf dem Marktplatze abzuliefern. Es waren schon von Morgens 10 Uhr ab eine Menge Weiber beschäftigt, den Marktplatz zu säubern, welche für ihre Arbeit 3 Reichsthaler 22 Stüber erhielten. Der Marktplatz muß also damals schon in einem annähernd so unsauberen Zustande gewesen sein, wie er es in unseren Tagen gewöhnlich ist.

Auf dem Platze, der mit seinen alten Giebelhäusern damals ein noch malerischeres Bild bot als heute, zwischen der Fontaine und dem Rathhause, in der Richtung von dem jetzt abgebrochenen Saale des Gasthauses »Zum Stern« nach der gegenüberliegenden Häuserreihe zu, hatte man durch Soldaten ein großes viereckiges Loch auswerfen lassen, in welchem der Freiheitsbaum aufgestellt werden sollte; ein Holzgeländer zur Einfassung des Raumes war auch angefertigt worden. Ueberall sah man hier Gruppen von Soldaten, welche eifrig beschäftigt waren, unter Singen und Scherzen, Laubkränze zu winden, um das Rathhaus, dessen Treppen und die nächste Umgebung damit zu schmücken. Bald nach Mittag schon hatten sich die in Bonn noch anwesenden Hofräthe, der freisinnige Theil der Universitäts-Professoren, Bürgermeister und Magistrat, die Stadträthe im besten Staate, Studenten und nicht wenige aus der Bürgerschaft, die von auswärts eingetroffenen Amtsverwalter etc. theils auf Einladung, theils freiwillig auf dem Rathhause eingefunden.

Hier erschien gegen 3 Uhr General Marceau mit seinem persönlichen Adjutanten, dem General R e s t o l l a n t , und zahlreichem Gefolge von Officieren und drei französischen Kriegs-Commissaren. Der General erkundigte sich nach der bisherigen Verfassung des Landes, ließ sich die einzelnen Herren vorstellen und forderte sie auf, ihre Geschäfte in gewohnter Weise fortzuführen. Der General Restollant benutzte die Gelegenheit, mündlich dem Bürgermeister den Wunsch auszudrücken, ihm in seine Wohnung, dem von Weichs'schen Hause auf dem Vierecksplatze, 10 Flaschen Champagner, 10 Flaschen Burgunder und Malaga zu senden, die zur Feier des Tages geleert werden sollten, was ihm auch zugesagt wurde. Die Vorstellungen waren noch nicht beendet, als lauter Lärm, der Gesang des ca ira und Trommelwirbel die Ankunft des Freiheitsbaumes kündeten.

Jetzt gab der General Marceau vom Fenster des Rathhauses ein Zeichen, und die Tambouren vertheilten sich in den Straßen, den Generalmarsch zu schlagen. Bald marschirte die ganze Garnison auf dem Marktplatze auf. Die Truppen formirten einen großen, vielgliedrigen Kreis, der nach der Rathhaustreppe zu offen war. Gegen ½  4 Uhr schritt der General mit seinem ganzen glänzenden Gefolge die Aufstellung ab und begab sich dahin, wo der Baum seine Stelle finden sollte. Da begannen die vereinigten Musikcorps der ganzen Division das ca ira zu spielen, während man begann, den Baum, eine hohe Föhre, die auf der Spitze mit einer rothen Jacobinermütze und an den Seitenästen mit kleinen Tricoloren geschmückt war, einzupflanzen. Ungeheurer Jubel erscholl, als der Baum mit vieler Mühe aufgerichtet war. Eine große dreifarbige Fahne wurde daneben aufgepflanzt. Jetzt lösten sich die Glieder der Soldatenreihen auf, man sank sich in die Arme, einzelne Soldaten warfen ihre Mützen in die Höhe und fingen sie mit den Bajonetten wieder auf. Ein wilder Freudentaumel schien alle militärische Ordnung aufzulösen; man sah die Soldaten gruppenweise tanzen und wie toll umherspringen. Aus tausend Kehlen erschollen die Rufe: » Vive la nation! vive la république! vive le peuple français!, welche die Klänge der Militär-Capellen übertönten. […]

Am folgenden Tage lud General Marceau zu einer großen Jagd im Kottenforst ein, da man ihm mitgetheilt, daß darin ein reicher Bestand an Hoch- und Schwarzwild vorhanden, und daß selbst Wölfe in diesem Revier vorkämen. Dieses war ja auch der Fall, da unter dem letzten Kurfürsten, der kein passionirter Jäger, wenig Abschuß stattgefunden.

 

 

Literaturverzeichnis

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von Archenholz, J.W. (Hrsg.). (1801). Reden in Cisrhenanien. Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts, S. 137 ff.

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Zwierlein, K. A. (1793). Allgemeine Brunnenschrift für Brunnengäste und Aerzte. Weißenfels/Leipzig: Severin.

 

 

 

 

Anmerkungen

1Fundstelle: Hofkalender 1762 (ULB Bonn).

2Fundstelle: OstFriesische Mannigfaltigkeiten, Jahrgang 3, Aurich 1786, Seite 407 f. Der Minister wird in der Vorlage durchgängig „Bellerbusch“ genannt, hier jedoch mit seinem richtigen Namen geführt.

3Caspar Anton von der Heyden genannt Belderbusch (* 5. Januar 1722 in Montzen; † 2. Januar 1784 auf Schloss Miel bei Bonn) war Deutschordensritter und Premierminister in Kurköln.

4An dieser Stelle und den folgenden Zeilen ist die Vorlage nicht bzw. nicht eindeutig lesbar; die entsprechenden Stellen werden aus dem Zusammenhang ergänzt.

5Allgemein Max Franz genannt.

6Verächtliche Bezeichnung für einen Juden.

7Fundstelle: [ CITATION Bie96 \l 1031 ], nach StA Bonn.

8Fundstelle: Joachim Heinrich Campe, Briefe aus Paris zur Zeit der Revolution geschrieben. Braunschweig: in der Schulbuchhandlung. 1790; nach http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document_s.cfm?document_id=3568

9Fundstelle: Georg Forster, „Bemerkungen über den neuen Gemeingeist“, aus seinen Erinnerungen aus dem Jahre 1790 (1793), in Sämtliche Werke, herausgegeben von G. G. Leipzig: Brockhaus, 1843, Band VI, S. 181-83; nach http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document_s.cfm?document_id=3569.

10„Physikalisch-chemische Beschreibung der Mineralquelle zu Godesberg bey Bonn, 1790, Seite 36.“

11Fundstelle: Friedrich Cotta, Von der Staatsverfassung in Frankreich (um 1793); nach http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document_s.cfm?document_id=3570.

12Einblattdruck, Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im 2‘ 1501/64, Blatt 18.

13Einblattdruck, Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im 2‘ 1501/64, Blatt 37.

14Fundstelle: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Erzählungen/Unterhaltungen+deutscher+Ausgewanderten am 26.11.2016.

15Mehrseitiges Blanko-Formular, ohne Datum, Ort oder Verfasserangabe; Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im 2‘ 1501/64, Blatt 70 ff.

16Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im2 1501/64.

17Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im2 1501/64.

18Fundstelle: beglaubigte, undatierte [1814 ?] Abschrift in StA Bonn: „Forderung der Stadt Bonn aus der gezwungenen Anleihe des Jahres IV d. frz. Rep., 1815-1819“, Signatur Pr 801 b, ohne Blattzählung.

19Fundstelle: beglaubigte, undatierte [1814 ?] Abschrift in StA Bonn: „Forderung der Stadt Bonn aus der gezwungenen Anleihe des Jahres IV der frz. Rep. 1815-1819“, Signatur Pr 801 b, ohne Blattzählung.

20Einblattdruck, Fundstelle: ULB Bonn, Signatur Im 2‘ 1501/50.

21Fundstelle: spätere Abschrift, in ULB Bonn, Signatur Kriegsbriefe 497; urn:nbn:de:hbz:5:1-54853. .

22handschriftlich verbessert aus „Preussen“.

23handschriftlich verbessert.

24Das „e“ ist handschr. nachgetragen.

25handschr. eingetragen.

26Fundstelle: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k442020.

27Fundstelle: [CITATION Han \p "321 ff" \l 1031 ]; nach http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document_s.cfm?document_id=3577.

28Einblattdruck, Fundstelle: ULB Bonn, Signatur IM 2‘ 1501/50.

29Fundstelle: [ CITATION von01 \l 1031 ] = Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts, hrg. von J.W.Archenholz, Band 2, Hamburg 1801; http://ds.ub.uni-bielefeld.de/viewer/image/1958318_038/1/Log_003.

30Autograph, Fundstelle: ULB Bonn. Die Großschreibung der Transkription folgt dem heutigen Standard-Latein, d.h. nur Eigennamen und Satzanfänge sind groß geschrieben. Die handschriftliche Vorlage ist uneinheitlich: Namen werden groß und klein geschrieben, Sachen werden oft groß geschrieben.

31Franciscus Phidelphus = Francesco Filelfo

32Johannes de Turrecremata = Juan de Torquemada

33Thomas de Cantiprato = Thomas von Cantimpré

34Alames de Insulis = Alanus ab Insulis = Alain de Lille

35Joannes Mathias Tyberinus = Johannes Matthias Tiberinus

36Robertus de Litio = Roberto Caraccioli von Lecce

37Autograph, Fundstelle: ULB Bonn.

38d.i. Valerius von Mayen (1480-1556).

39Hrotsvit von Gandersheim, auch Hrotswith, Hrosvith, Hroswitha, Roswith genannt, lateinisch Hrotsvitha Gandeshemensis, modernisiert Roswitha von Gandersheim, (* um 935; † nach 973) war Kanonisse des Stiftes Gandersheim.

40Gerberga von Gandersheim. auch Gerbirg, Gerburg, (* um 940; † 13./14. November 1001 in Stift Gandersheim) war die zweite Tochter des bayerischen Herzogs Heinrich I. und dessen Gemahlin Judith von Bayern. Von 949 bis 1001 war sie Äbtissin des Stiftes Gandersheim.

41Agape, Chione und Irene († 1. April 304 in Thessaloniki) waren drei geweihte Jungfrauen, die während der diokletianischen Christenverfolgung das Martyrium erlitten.

42Die Psychomachia („der Seelenkampf“) des christlichen Dichters Prudentius (* 348; † nach 405) stellt einen allegorischen Kampf zwischen personifizierten Tugenden und Lastern dar.

43d.i. Alcimus Ecdicius Avitus (* um 460; † 5. Februar 518[1] in Vienne), ein spätantiker Bischof und ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.

44Maffeo Vegio (latinisiert Mapheus Vegius; * 1407 in Lodi; † 1458 in Rom) war ein italienischer Dichter und Autor des Renaissance-Humanismus.

45Johannes Butzbach, auch Piemontanus (* 1477 in Miltenberg am Main; † 29. Dezember 1516 im Kloster Laach, heute Abtei Maria Laach) war Prior der Abtei Laach und als monastischer Schriftsteller ein bedeutender Vertreter des rheinischen Klosterhumanismus in der Nachfolge seines Vorbildes Johannes Trithemius. Dazu siehe [ CITATION Fer07 \l 1031 ].

46Simon von Petra (Simon von der Leyen) (1491–1512), Abt des Klosters Laach.

47d.i. das ehemalige Kloster Johannisberg im Rheingau.

48Johann Trithemius (1462-1506) war bis zu seinem Tod Abt des Jakobsklosters in Würzburg.

49Mönch in Maria Laach, weiter nichts bekannt.

50Weiter nichts bekannt.

51Weiter nichts bekannt.

52= Hoheslied Salomos.

53Jakob von Vitry (lateinisch Iacobus Vitriacensis, französisch Jacques de Vitry, * um 1160/1170 in Reims; † 1. Mai 1240 in Rom) war ein mittelalterlicher Kardinal.

54Gianfrancesco (oder Giovanni Francesco) Poggio Bracciolini (lateinisch Poggius (Florentinus); * 11. Februar 1380 im heutigen Terranuova Bracciolini; † 30. Oktober 1459 in Florenz) war einer der namhaftesten Humanisten der italienischen Renaissance.

55Fretellus Archidiaconus „Liber Locorum Sanctorum Terrae Jerusalem“.

56Weiter nichts  bekannt.

57Gertrudis von Buchel Äbtissin von Rolandswerth 1507 – 1543.

58Das ehemalige Zisterzienser Kloster Bronnbach.

59Kloster Hafflingen bei Aalst (B).

60= Angelome de Luxeuil (+ 855)

61Ivo von Chartres (lat. Ivonis Carnutensis) (c. 1040 – 1115) war Bischof von Chartres.

62Vielleicht einer der Bischöfe mit Namen „Dietrich“?

63Johannes Cassianus (auch: Johannes von Massilia; * um 360 † um 435 in Massilia/Marseille) war christlicher Priester, Mönch („Wüstenvater“), Abt und Schriftsteller.

64Wilhelm von Conches (lateinisch Guilelmus de Conchis; * um 1080/1090 in Conches-en-Ouche in der Normandie; † nach 1154) war ein mittelalterlicher Philosoph.

65Gregor von Nazianz (* um 329  † 25. Januar 390), war Bischof von Sasima in Kappadokien und mit Basilius dem Großen und dessen Bruder Gregor von Nyssa einer der drei kappadokischen Väter.

66Hier wurde „Freysig“ überschrieben mit „Fredis“: Jakob von Vreden ( ca. 1439 - 1511) war ab 1474 Prior in Maria Laach.

67Neu geschrieben an Stelle von „varia de ciclo satari, de grammatica Graeca“

68Honorius Augustodunensis, auch Honorius von Autun (* ca. 1080; † 1150 oder 1151) war ein Benediktinermönch und später Inkluse, er stammte vermutlich aus Irland. Er verfasste theologische, philosophische und enzyklopädische Schriften, Streitschriften zur Kirchenreform und biblische Kommentare.

69Quintus Serenus war ein römischer Medizinschriftsteller. Die Datierungen seiner Lebenszeit schwanken zwischen dem 2. und dem 4. Jahrhundert.

70Autograph, Fundstelle: ULB Bonn; sortiert nach Autor/Titel/Jahr.

71Fundstelle: [CITATION Weg38 \p "134 f" \l 1031 ]. Ries gibt an: „Ohne Datum. Geschrieben einige Tage vor dem Einzuge der Franzosen [13.11.] 1805. – Der Brief wurde nicht abgegeben“ und verblieb in Ries‘ Besitz.

72Ries: „Auf dem linken Rheinufer [1784] geboren, wurde ich durch ein französisches Gesetz als Conscriptions-Verpflichteter zurückberufen.“ Er wurde in Koblenz als untauglich ausgemustert.

73Damit ist nach damaligem Sprachgebrauch ein Konzert gemeint.

74Fundstelle: ULB Bonn, Signatur 4‘ 60-570 ; Anmerkungen der Vorlage in « ».

75« Selon l’estampe de Broelmann: maïs sur la pierre cette personne est sur la façe à gauche, et l'habit ne lui passe pas les genoux. »

76« C‘est la façe à droite. »

77« Il y en a trois, indépendamment de deux autres dans le couronnement de la face principale aux deux côtés d’une tête de bœuf: enfin un sixième dans celui de la façe opposée. »

78« Derrière le bœuf est un laurier. »

79« J'ai observé ci-dessus que l‘habit ne lui passe pas les genoux. »

80« Ce n’est pas le prêtre, mais son ministre qui a cette attitude. »

81« L’église collégiale de Dietkirch se trouvait au seizième siècle hors de la porte de Cologne, et fut transferee dans la ville dans la seconde moitié du même siècle. »

82« Quinte Curce L. 8. cbap. 44 - 50. »

83Fundstelle: behändigte Ausfertigung, SGM Leipzig; http://museum.zib.de/sgml_autographe/img.php?img=Z0076521. An der Seite handschriftlich: „Respondue par moi meme“.

84Unterstreichungen in der Vorlage.

85Fundstelle: [CITATION Rud10 \p "89 ff" \l 1031 ].

86http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/koerner_leyer_1814?p=7

87General-Anzeiger vom 7. und 16.10.1894