Sanary-sur-Mer

Deutschsprachige Schriftsteller im Exil 1933–1942

Sanary-sur-Mer (provenzalisch: Sant Nari de Mar) ist eine französische Gemeinde mit über 16.000 Einwohnern (Stand 2010) im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, zwischen Bandol im Westen und Toulon im Osten.

Das beschauliche Fischerdorf war schon vor 1933 ein Refugium ausländischer Künstler und Schriftsteller. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 sammelten sich hier deutsche und deutschsprachige Autoren – so viele, dass der Ort zeitweise als „Hauptstadt der deutschen Literatur“ galt. Manche blieben nur wenige Wochen (wie Thomas Mann), andere mehrere Jahre (wie Lion Feuchtwanger). Während einige recht komfortabel lebten (etwa Mann und Feuchtwanger), mussten andere (etwa Franz Hessel und Alfred Kantorowicz) mühsam ihr Auskommen sichern.

Mit Kriegsbeginn im September 1939 wurde die Lage der Emigranten unsicher: Als „feindliche Ausländer“ wurden die deutschen und österreichischen Männer von den französischen Behörden interniert, viele im Lager Les Milles bei Aix-en-Provence – ein zweites Mal im Mai 1940 beim deutschen Angriff auf Frankreich. Nach der französischen Niederlage drohte die Auslieferung an Deutschland. Einigen gelang mit Hilfe des US-amerikanischen Emergency Rescue Committee um Varian Fry die Flucht über die Pyrenäen nach Spanien und weiter über Portugal in die USA.

Stadtplan von Sanary-sur-Mer mit den markierten Wohnhäusern einiger Emigranten
Karte von Sanary mit den Häusern einiger Emigranten (Liste siehe unten)
Wohnorte einiger Emigranten in Sanary
Name Adresse
Thomas Mann 442, Chemin de la Colline
Franz Werfel 29, Chemin de la Colline
Bruno Frank Chemin de la Colline
Alfred Kantorowicz und Franz Hessel Impasse Lou Cimai
Lion Feuchtwanger Villa Valmer/Villa Lazare

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