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"WIr Frauen und Weiber thun Kund allen und jeden Maͤnnern- und Mannes-Persohnen/ auch was Standes oder Condition sie seyn/ thun nochmahlen kund und gewaltig zu wissen wegen unsers confimirten Privilegii und herrlichen Testimonii, auch was fuͤr Freyheit wir bekommen haben/ daran wir uns halten wollen/ wie dieses Testimonium mit Punckten also lautet:
WIr Fœminarius, Oberster Gubernator und Schutz-Herr der Weiber/ Hauptmann von Kopff bis zum Fuͤssen/ Freyherr im weiten Felde/ Herr zu Plauderburg und Schnadermarck; Entbieten allen und jeden unsern Leuten getreue Gnade und willige Dienste zuvor/ und thun auch kund darneben/ daß uns etliche Weibesbilder erbaͤrmlich fuͤrgetragen haben/ wie daß sie so viel und allerley Ungebuͤhr erdulden muͤssen/ und allezeit erlitten. Also haben sie uns um ein eiffriges Privilegium ersuchet/ wollen wir Ruhe haben vor ihnen/ so haben wir es Ihnen nicht abschlagen wollen noch sollen/ wie es denn die Billigkeit an ihm selbst auch fordert.
Zum Ersten soll kein Mann ohne wissen seines Weibes gantz und gar nicht aus dem Hause gehen/ weder zu Bier/ Wein/ oder Brand-Wein/ wie sie denn Namen haben moͤgen/ sondern was er haben will/ soll er seinem Weibe (wie auch die Billigkeit solches erfordert) drum fragen.
Zum 2. und also ihren Consens daruͤber erwarten.
Zum 3. wo er auch Geld einzunehmen haͤtte/ ihr solches fleißig zustellen mit grossem Danck.
Zum 4. Ihr ja nicht das geringste fuͤrhalten/ und wo moͤglich/ dahin trachten/ damit er sie im geringsten nicht erzuͤrne/ sondern ihr allezeit zu gefallen stehe/ (wie denn die Billigkeit an ihm selbst erfordert und haben will.)
Zum 5. soll der Mann schuldig seyn/ (wenn es ihm gefaͤllt/) Winterszeit fruͤh Morgens eine Stunde vor seiner Frauen auffzustehen/ und einzuheitzen.
Zum 6. die Stuben auskehren/ und fein aussehen.

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