Der Rhein von Bonn bis Remagen

Eine Bilderfolge zur Geschichte · 16.10.2016

Zum Vergrößern die Bilder anklicken. Quellen und weiterführende Links stehen unter jedem Abschnitt.

Der Alte Zoll in Bonn, 2003 Luftbild des Alten Zolls in Bonn, 2015

Der Alte Zoll, Bonn

Der Alte Zoll (auch „Dreikönigsbastion“) bildet das südliche Ende der frühbarocken Bonner Stadtbefestigung von 1644. Hier stehen Denkmäler für Ernst Moritz Arndt, Heinrich Heine und das 1. Rheinische Husarenregiment. Im nicht zugänglichen Inneren liegen Gewölbe, die einst den Soldaten als Unterkünfte dienten.

Bilder: links 2003; rechts 2015 von „wolkenkratzer“

Quellen
Der Schaumburger Hof in Plittersdorf

Der Schaumburger Hof, Plittersdorf

Die älteste Gaststätte Godesbergs wurde 1755 von dem Winzer Peter Joseph Rhein gegründet und hieß ursprünglich „Unter den Linden“. 1900 wurde sie zu Ehren des Prinzen Adolf zu Schaumburg-Lippe umbenannt, der das Gasthaus während seiner Dienstzeit beim Bonner Husarenregiment häufig besuchte.

Der Überlieferung nach soll Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha hier 1839 Königin Victoria von England begegnet sein, die er 1840 heiratete (tatsächlich hatten sich beide schon 1836 in London kennengelernt). Auch Karl Simrock, Paul Heyse, Ferdinand Freiligrath, Emanuel Geibel, Ernst Moritz Arndt, Kaiser Friedrich III., Annette von Droste-Hülshoff, Adele Schopenhauer, Sibylle Mertens-Schaaffhausen, Friedrich Nietzsche und Alexander von Humboldt kehrten hier ein.

Nach rund 270 Jahren ist der Schaumburger Hof seit Anfang 2026 dauerhaft geschlossen; im Januar 2026 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Quellen
Der ehemalige Steinbruch von Oberkassel

Der Steinbruch von Oberkassel

Hier wurden 1914 die „Menschen von Oberkassel“ gefunden – ein Doppelgrab von Menschen, die vor rund 14.000 Jahren lebten.

Quellen
Das Rheinhotel Dreesen in Rüngsdorf

Das Rheinhotel Dreesen, Rüngsdorf

Seit 1894 von der Rüngsdorfer Familie Dreesen geführt. In den 1920er-Jahren beherbergte es berühmte Gäste wie Gustav Stresemann, Walther Rathenau, Charlie Chaplin, Hans Albers, Greta Garbo und Marlene Dietrich.

Im September 1938 verhandelten hier Hitler und der britische Premier Chamberlain über das Sudetenland. Nach 1945 diente das Haus sieben Jahre lang verschiedenen alliierten Einrichtungen als Quartier.

Quellen
Der Petersberg im Siebengebirge

Der Petersberg

Einer der „sieben“ Berge des Siebengebirges, bereits in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Im 12. Jahrhundert stand hier zunächst eine Klause, später eine Wallfahrtskapelle auf dem Gipfel. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Berg bebaut, ab 1892 gab es ein Hotel.

1938 wohnte Chamberlain während der Verhandlungen im Hotel Dreesen hier. Von 1949 bis 1952 war der Petersberg Sitz der Alliierten Hohen Kommission, danach Gästehaus der Bundesregierung, u. a. für Königin Elisabeth II. (1965) und Leonid Breschnew (1973).

Quellen
Der Rhein bei Oberkassel, im Hintergrund der Drachenfels

Der Rhein bei Oberkassel

Blick über den Rhein, im Hintergrund der Drachenfels.

Burgruine Drachenfels, Hochformat Der Drachenfels vom Rhein aus Weinberge am Fuß des Drachenfels

Der Drachenfels bei Königswinter

321 m über NN. Sein vulkanisches Gestein, der Trachyt, wird seit römischer Zeit als Baustein genutzt – im Mittelalter unter anderem für den Kölner Dom.

Ab 1138 stand hier eine kurkölnische Burg, die 1634 zerstört wurde. Seinen Namen soll der Berg einem sagenhaften Drachen verdanken. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Drachenfels zum zentralen Ort der europäischen Rheinromantik. Seit 1883 fährt eine Zahnradbahn auf den Gipfel; am Fuß des Berges wird Wein angebaut.

Quellen und Medien
Die Rheininsel Nonnenwerth mit Klostergebäude

Die Insel Nonnenwerth

Nonnenwerth (früher auch Rolandswerth) liegt im Rhein bei Rolandseck, auf der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Seit etwa 1126 war die Insel – mit Unterbrechungen – Sitz eines Nonnenklosters. Ab 1854 wirkten hier die Franziskanerinnen, die auch eine Schule gründeten, zuletzt das koedukative Franziskus-Gymnasium.

Im Juli 2022 endete die rund 170-jährige Schultradition: Der private Schulträger und Inseleigentümer schloss das Gymnasium mit Verweis auf Brandschutzmängel.

Quellen
Der Rolandsbogen über Rolandseck Blick durch den Rolandsbogen auf den Rhein

Der Rolandsbogen

Die Burg Rolandseck (Rulcheseck) wurde 1122 vom Kölner Erzbischof Friedrich I. errichtet, 1632 schwer beschädigt und 1673 durch ein Erdbeben zerstört. Der verbliebene Bogen wurde – neben dem Drachenfels – zum Wahrzeichen der Rheinromantik. 1839 stürzte er ein und wurde dank der Bemühungen des Dichters Ferdinand Freiligrath wieder aufgebaut.

Ein Bezug zu Roland (Hruotland), dem Präfekten der Bretonischen Mark unter Karl dem Großen, besteht nicht.

Quellen
Der Bahnhof Rolandseck

Der Bahnhof Rolandseck

Am 21. Januar 1856 erreichte die Bonn-Cölner Eisenbahn Rolandseck, das bis zur Verlängerung der Strecke nach Remagen 1858 Endpunkt der Linie war. Das repräsentative Empfangsgebäude wurde 1856–1858 nach Entwürfen des Eisenbahningenieurs Emil Hermann Hartwich errichtet. Zu Gast waren hier Königin Victoria, Kaiser Wilhelm II., Otto von Bismarck, Ludwig Uhland, Karl Simrock, die Brüder Grimm und Friedrich Nietzsche, außerdem Johannes Brahms, Clara Schumann, Franz Liszt, George Bernard Shaw und Guillaume Apollinaire.

Ab 1964 wurde der Bahnhof zu einem Zentrum des kulturellen Lebens. Hans Arp, Oskar Kokoschka, Bruno Goller, Günther Uecker, Gotthard Graubner, Stefan Askenase, Yehudi Menuhin, Hans Richter, Martha Argerich, Martin Walser und Marcel Marceau stehen stellvertretend für viele andere. Heute ist der Bahnhof Zugang zum darüber gelegenen Arp Museum.

Quellen
Unkel mit St. Pantaleon und Gefängnisturm

Unkel

Neben Deutz, Königswinter und Linz war Unkel im Mittelalter ein kurkölnischer Brückenkopf auf dem rechten Rheinufer. Im 19. Jahrhundert lebten hier u. a. Sibylle Mertens-Schaaffhausen, Johanna Schopenhauer und Ferdinand Freiligrath, im 20. Jahrhundert der Schriftsteller Stefan Andres und vor allem Altbundeskanzler Willy Brandt († 1992).

Im Bild: St. Pantaleon und der Gefängnisturm am Südende der mittelalterlichen Stadtmauer.

Quellen
Brückentürme der ehemaligen Ludendorff-Brücke in Remagen Reste der Brücke von Remagen am Rheinufer

Die Brücke von Remagen

Die Ludendorff-Brücke wurde 1916–1918, mitten im Ersten Weltkrieg, als Eisenbahnbrücke gebaut und nach General Ludendorff benannt. Am 7. März 1945 nahm die US-Armee die Brücke ein, nachdem deutsche Versuche, sie befehlsgemäß zu sprengen, gescheitert waren: Sie wurde beschädigt, blieb aber stehen.

Ein „Fliegendes Standgericht“ der Wehrmacht verurteilte am 9. März 1945 fünf deutsche Offiziere zum Tode; vier wurden sofort erschossen. Am 17. März 1945 stürzte die angeschlagene Brücke unter Überlastung ein, dabei kamen 28 US-Pioniere ums Leben, 63 wurden verletzt. Seit 1980 beherbergen die linksrheinischen Brückentürme das Friedensmuseum „Brücke von Remagen“.

Quellen und Medien